Die ganze Nacht grübelte ich an einem Plan, der mich vor meinem sicheren Tod bewahrte, aber ich kam zu keinem Ergebnis. Ich wusste das meine Chancen, diesen Test wo die Ärzte mir noch mehr Schmerzen zufügen wollten definitiv nicht mehr überleben werde. Mein jetziger Gesundheitszustand war alles andere als gut...
Verängstigt lag ich in meinem Bett und wartete darauf, dass die Ärzte jede Sekunde eintraten. Bei jeder Minute die verstrich wurde mein Puls schneller und ich bekam nasse Hände vor Aufregung.
Wehrlos an mein Bett gefesselt wartete und wartete ich...
Plötzlich wurde meine Zimmertür ruckartig aufgerissen und die mir zwei vertrauten Ärzte und ein muskulöser Soldat traten ein.
Mein Körper spannte sich sofort an, als sie zu meinem Bett kamen.
"Macht ihre Fesseln ab.", knurrte der junge Arzt.
Der Soldat tat wie ihm befohlen und kettete mich los. Da ich schon seit mehreren Wochen oder sogar Monaten gefesselt war, hatte ich offene Handgelenke.
Gab es eigentlich eine Stelle an meinem Körper die mir nicht weh tat, oder gebrochen war?
Ich gewöhnte mich bereits an die vielen Schmerzen und somit war es für mich normal.
"Steh auf!", befahl einer der Soldaten und zog mich unsanft auf die Beine.
Ich brach sofort zusammen, weil ich geschwächte Muskeln und ein kaputtes Bein hatte. Auffangen konnte ich mich auch nicht gerade gut, weil ich ja auch noch einen Arm gebrochen hatte.
Wie grausam waren diese Menschen zu mir?
Alle brachen in Gelächter aus und verspotteten mich. Tränen traten mir in die Augen.
"Wo ist die Jade geblieben, die sich gegen alles und jeden wehrt? Die nie aufhört zu kämpfen?", fragte der Arzt in einem spöttischen Tonfall und beugte sich zu mir herunter.
Ein verächtliches Schnauben entfuhr mir und ich funkelte ihn böse an.
"Los, Aufstehen!", schrie er direkt in mein Ohr und fing an zu lachen, da ich kurz zusammenzuckte.
Mit aller Mühe schaffte ich es nach etlichen Versuchen einigermassen auf den Beinen zu stehen. Auf einem um genau zu sein.
"Geht doch.", grinste er und verschränkte die Arme vor seiner Brust. "Dann können wir ja endlich mit dem Test anfangen."
Nein, bitte nicht!
Der Soldat baute sich bedrohlich vor mir auf und ging in Kampfstellung. Eingeschüchtert und hilflos blickte ich mich im Raum um. Das Tischchen mit den Skalpellen und anderen Instrumenten war zu weit weg von mir, um ran zu kommen. Scheisse.
Ehe ich mich versah stürmte der Soldat auf mich zu und liess mich gegen eine harte Wand knallen. Ich hörte wie meine Knochen knackten, rappelte mich aber sofort wieder auf.
"Na los! Zeig was du kannst Kleine!", grinste der Soldat und forderte mich mit einer Handbewegung dazu auf zu kämpfen.
Das ganze Schauspiel verfolgten die zwei Ärzte grinsend mit genügend Sicherheitsabstand. Die schwarzhaarige Ärztin hatte ein Klemmbrett in der Hand und schrieb zwischendurch immer wieder etwas auf.
Mein Blick fixierte sich auf den Skalpell auf dem kleinen Tischchen. Bevor ich weiter darüber nachdachte flitzte ich so schnell es eben mit einem gebrochene Bein ging, auf ihn zu. Der Soldat schien mein Vorhaben durchschaut zu haben und war mit einer unglaublichen Geschwindigkeit hinter mir. Bevor er nach meinem gesunden Bein griff und mich somit zu Boden stürzte, konnte ich mir im letzten Moment den Skalpell schnappen.
Ich lag auf meinem Bauch und drehte mich schnell auf meinen Rücken, aber aufstehen konnte ich nicht da der Soldat mich mit seinem ganzen Körpergewicht auf den Boden drückte. Ich hatte den Skalpell mit festem Griff umschlossen, aber er drückte meine Handgelenke über meinen Kopf, was mich daran hinderte meine Waffe gegen ihn zu verwenden.
"Gib's auf Schätzchen.", sagte mein Gegner und nahm mir mit einer flinken Handbewegung meine einzige Waffe aus den Händen.
In Zeitlupe kam er mit dem Skalpell meiner Haut immer näher, bis er mir einen Schnitt an meinem Hals zufügte.
Ich zog scharf die Luft ein und hoffte, dass das Ganze bald vorbei sein wird. Ich schloss meine Augen, wollte nicht sehen, wo er mir überall eine Narbe an meinem Körper verpasste. Als ich dachte er wolle gar nicht mehr aufhören spürte ich plötzlich keine Klinge mehr, die sich in mein Fleisch bohrte. Ein Schuss ertönte und ich zuckte augenblicklich zusammen. Bin ich jetzt tot? Erst nach ein paar Sekunden realisierte ich, dass der Schuss meinen Gegner getroffen hat. Sein Körper fiel schlapp auf mich. Angeekelt schubste ich ihn von mir weg.
"Game Over." ertönte eine Stimme.
Ich sah zur Tür und erblickte meinen Retter. Vor Freude machte mein Herz einen riesen Sprung.
"Jeremy!", kreischte ich hysterisch.
Ich hatte grosse Mühe mit aufstehen, aber Jeremy kam auf mich zu gerannt und schloss mich fest ihn seine Arme.
"Oh mein Gott! Ich dachte ich würde dich nie wieder sehen!", schluchzte ich gegen seine Brust und liess meinen Tränen freien Lauf.
DU LIEST GERADE
Grenze 18
Fiksi IlmiahDie Welt in der wir einst lebten ist nicht mehr dieselbe. Sie wird von Angst und Brutalität regiert. Jeder muss sich genau überlegen auf welcher Seite er steht. Da sich Jade als Rebellin gegen das System wehrt, wird sie in eine "Anstalt" gesteckt...
