Kapitel 4

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19 Uhr, Feierabend. Ich streckte mich gerade, um meine Verspannungen im Nacken zu lockern, als Rickson von den Aufzügen zu mir herüberkam. „Wie gefiel Ihnen die Arbeit?", fragte er wirklich interessiert.

„Gut. Es ist noch etwas verwirrend, weil ich die Projekte nicht kenne. Ich habe einige Anrufe diesbezüglich erhalten, aber ich denke, das wird sich mit der Zeit legen." Ich lächelte ihn an. „Kommen Sie. Wir gehen in Mister Blacks Büro." Ich stand auf und folgte ihm. Ohne anzuklopfen, ging Rickson herein und ich schloss die Tür hinter uns. Mister Black stand an der Fensterfront und telefonierte, dabei war sein Blick nach draußen auf den lila-pink gefärbten Abendhimmel gerichtet. „Natürlich. Senden Sie mir die erforderlichen Unterlagen bis morgen früh zu."

Er drehte sich zu uns um und legte das Handy auf den Schreibtisch. Rickson und ich setzten uns auf die Besuchersessel. „Wie es aussieht, wird Susen vor der Geburt nicht wiederkommen", sagte Rickson. „Die Ärzte haben ihr Bettruhe verordnet." Mister Black setzte sich auf seinen Stuhl gegenüber von uns. Er nickte und schaute zu mir. „Können Sie sich vorstellen, für mich zu arbeiten?"

„Ja Sir, das kann ich", antwortete ich, ohne zu zögern. Er nickte wieder. „Gut. Patrick mach die Verträge für April fertig, damit sie morgen unterschrieben werden können. Sie stehen ab sofort zur Verfügung?", fragte Mister Black wieder an mich gewandt. Nickend antwortete ich: „Ja, natürlich."

„Hervorragend. Sie machen Ihre Arbeit ganz gut, April. Es scheint, als könnte ich mich auf sie verlassen. Da Patrick auch davon überzeugt ist, dass Sie die perfekte Assistentin wären, geben wir Ihnen den Job. Sie haben eine Probezeit von einem Monat. In dieser Zeit kann ich Sie oder Sie können selber ohne großartige Begründung kündigen. Danach läuft alles nach der gesetzlich geregelten Kündigungsfrist ab."

„Wow, sie eröffnen mir, dass Sie mich einstellen wollen und reden im gleichen Atemzug von Kündigung?" Mister Black stutzte und ich sah aus dem Augenwinkel, dass Rickson versuchte, sich ein Lachen zu verkneifen. „So war das nicht gemeint", räumte mein neuer Boss ein. „Schon gut. Ich wollte Sie nur noch mal aufziehen und Sie haben die perfekte Vorlage geliefert", erklärte ich schmunzelnd.

Und wenn mich nicht alles täuschte, haben in diesem Moment seine Mundwinkel ein klein wenig gezuckt. Vielleicht war der werte Mister Black doch gar kein Griesgram, sondern einfach nur sehr reserviert. Als wichtiger Geschäftsmann musste man wahrscheinlich darauf achten, welche Emotionen man in welcher Situation zeigte. Mit diesem Gedanken schlief ich schließlich am Abend, kurz nachdem ich zu Hause angekommen war, hundemüde in meinem Bett ein.


„Tut mir leid, aber Mister Black ist derzeit nicht im Haus", sagte ich einer Frau am anderen Ende des Telefons. „Ich kann Ihnen auch nicht sagen, wann er zurück sein wird. Wir melden uns bei Ihnen in geraumer Zeit. Einen schönen Tag noch." Damit legte ich auf und lehnte mich erschöpft zurück. Die Frau war wirklich hartnäckig gewesen.

Wie sich herausgestellt hatte, war Montag ein sehr, sehr, sehr ruhiger Tag gewesen. Montags war wohl der einzige Tag, an dem Mister Black keine Außentermine annahm und still vor sich hinarbeitete, außer eine Julia kam ins Büro gestürmt, oder er hatte Besprechungen in seinem Büro.

Am Dienstag hatte mich Susen angerufen und nachdem ich ihr meine Handynummer gegeben hatte, damit wir weiter telefonieren konnten, ohne das Bürotelefon zu blockieren, erklärte sie mir den groben Ablauf der Woche. Sie versuchte mir auch noch einmal das Ablagesystem zu erklären so gut es eben über das Telefon ging. Aber da ich es schon seit dem Abend meines ersten Tages auswendig konnte, hatten wir keine großen Probleme.

Es stellte sich heraus, dass Susen drei Jahre älter war als Mister Black. Sie war seit fünf Jahren verheiratet und bekam jetzt ihr erstes Kind. Was längst überfällig war, ihrer Meinung nach.

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