Kapitel 9

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Ich wehrte mich, weil ich nicht wusste was gerade passierte. Also kratzte, biss und schlug ich um mich. Mein einziger Gedanke kreiste um Nicks Vater William. Sein vom Alkohol leicht glasiger Blick, die Wut und der Zorn erschienen vor meinem inneren Auge. Ich musste auf Nick aufpassen und auch auf Doreen! Als die Arme sich noch stärker um mich legten, da ich in keiner Sekunde daran dachte, aufzugeben, ohne mich zu wehren, schrie ich nun auch noch. Schnell wurde mir eine Hand über meinen Mund gelegt.

Beruhigende Worte wurden in mein Ohr geflüstert und drangen schließlich auch wirklich zu mir durch. Die Hand auf meinem Mund verschwand wieder, nachdem ich aufgehört hatte, weiterzuschreien. Über meinen Rücken wurde beruhigend gestrichen. Ich nahm einen mir bekannten herben Duft wahr. Verwirrt versuchte ich meine Gedanken zu ordnen und die Sterne, die vor meinen Augen tanzten, wegzublinzeln. Adam, schoss es mir durch den Kopf.

„April schhh", flüsterte dieser mir ins Ohr. Mit einem Mal verschwand die ganze Anspannung aus meinem Körper. Meine Arme fielen schlapp herab und auch meine Beine versagten ihren Dienst. Es war nur Adam zu verdanken, dass ich nicht auf dem Boden landete. Ich lehnte meinen Kopf an Adams Brust. Erst jetzt bemerkte ich, wie sehr ich zitterte. Angst, Wut, Adrenalin. Es war eine seltsame Mischung.

„N-Nick", brachte ich stotternd hervor, als ich mir wieder bewusstwurde, was eben passiert war.

„Schhhh April, alles ist gut. Es geht ihm gut. Beruhige dich." Sanft strich Adam mir durch mein Haar, wieder über meinen Rücken und drückte mich fest an sich. Seine Nähe beruhigte mich nach und nach. Augenblicklich versteifte ich mich wieder, als die Erinnerungen mit einem Mal an eben zurückkehrten. „Will-"

„April, mach dir keine Gedanken. Alles ist in Ordnung." Adam zog mich wieder zu sich heran, als ich mich entspannte und ich nahm diese Geste dankbar an. Zögernd legte ich meine Arme um seine Taille und zog ihn fest an mich. Ich stellte fest, dass Adam oft trainieren musste, denn sein Oberkörper schien nur aus Muskeln zu bestehen. Adam erwiderte den sanften Druck und dann spürte ich seine Lippen auf meinem Scheitel. Immer wieder flüsterte er beruhigende Worte in mein Haar und strich weiterhin über meinen Rücken. Sein Atem strich über meine Kopfhaut und hinterließ eine Gänsehaut an meinem ganzen Körper. Immer und immer wieder hallte Adams Name durch meinen Kopf. Ich sagte ihn gedanklich wie ein Mantra auf und langsam ließ das Zittern nach. Wann hatte ich angefangen, ihn in meinen Gedanken bei seinem Vornamen zu nennen?

Widerwillig ließ ich nach ein paar Augenblicken die Hände sinken und trat einen Schritt zurück. Adam ließ mich frei, hielt mich aber an den Oberarmen sacht fest und musterte mein Gesicht mehrere Sekunden lang. Dann fiel sein Blick auf meinen Hals und sein Griff wurde fester. Auch sein Blick verdunkelte sich.

Zögernd griff ich an meinen Hals und als ich etwas Druck ausübte, merkte ich den Schmerz. Schnell zog ich die Hand zurück und betrachtete das Blut an meinen Fingerspitzen. Richtig, William hatte ein Messer gehabt. Taubheit breitete sich wie von selbst in mir aus. William hatte fester zugedrückt, als ich gedacht hatte und auch die Messerwunde schien recht tief, aber ich war so im Rausch gewesen, dass ich den Schmerz nicht wahrgenommen hatte. Alles woran ich denken konnte, war, William Schmerzen zuzufügen. Langsam schüttelte ich den Kopf.

„Tut es sehr weh?", fragte Adam leise.

Ich hatte nicht bemerkt, dass ich den Blick gesenkt hatte, darum schaute ich auf und sah in die besorgten, aber auch aufgewühlten blauen Augen meines Chefs. Es schien, als spiele sich ein Gefühlschaos dahinter ab.

Ich schluckte und es tat weh, aber ich schüttelte den Kopf. Jetzt blickte ich hinter mich. Dort wo eigentlich William hätte sein müssen, befand sich Teppich, aber kein Mann. Ein paar rote Tropfen hoben sich wie Makel von dem weißen Teppich ab.

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