Adam gab mir am nächsten Tag extra eine Stunde länger Mittagspause, damit ich mir ein Kleid kaufen konnte. Was, in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um eine Veranstaltung im Kreise der High Society handelte, nicht sehr einfach werden würde. Also verabschiedete ich mich halb zwölf von Adam, der mich nur erwartungsvoll anlächelte und verließ das Büro. Ich fuhr mit einem Taxi in die Shopping-Mall, ließ aber die ganzen großen Einkaufshäuser links liegen und ging zu den teuren Boutiquen. Für gewöhnlich würde ich hier nie ein Kleid suchen, aber ich befürchtete, dass ich für die Benefizgala etwas Hochwertigeres brauchte. Ich fühlte mich schlecht, dass ich mir von Adams Geld ein Kleid kaufen sollte und als ich die ersten Preise sah, wäre ich am liebsten weinend wieder zurück ins Büro gefahren.
Ich lief durch die Straßen und schaute mir unzählige Kleider in den Schaufenstern an, aber ich betrat keinen einzigen Laden, da ich Angst hatte, dass man mich nicht wieder gehen lassen würde, ohne etwas zu kaufen oder sie mich gleich wieder rauswerfen würden.
Ich kam zu einer kleinen Seitenstraße und sah dort eine weitere Boutique. Langsam ging ich zu dem Schaufenster und sah ein unglaublich schönes Hochzeitskleid, das mit mehreren Strasssteinen und auch Diamanten besetzt war. Daneben trug eine Schaufensterpuppe ein kleines Schwarzes, aber es sah nicht billig aus, sondern durch den Wasserfallausschnitt und einigen Spitzenelementen sehr elegant.
Spontan beschloss ich, die kleine Boutique zu betreten. Ich öffnete die Tür und eine Glocke läutete über der Tür. Eine blonde, schlanke Frau in einem dunkelblauen Etuikleid kam auf mich zu. Sie war vielleicht Mitte vierzig, sah aber immer noch umwerfend aus.
„Schönen guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?", fragte sie. Ich schaute ihr ins Gesicht. Das Lächeln schien authentisch zu sein. „Ich brauche ein Kleid für eine Benefizgala am Freitag, also Morgen", sagte ich. „Leider habe ich keine Ahnung, was man dazu anzieht."
„Wir können durchaus etwas für Sie finden. Unsere Kleider werden von örtlichen Designern hergestellt und sind alles Unikate. Sie haben ihren Preis, aber sind einzigartig. Für eine Benefizgala werden wir das passende Schmuckstück finden", flötete die Frau.
„Mein Boss bezahlt, also, wenn wir nicht ganz die Stränge überschlagen würden, wäre ich Ihnen dankbar", bat ich lächelnd.
„Kommen Sie." Ich folgte der Verkäuferin gehorsam und wir schauten uns in ihrer Boutique um. Die Verkäuferin zeigte mir Kleider in kurz, lang, bunt, einfarbig, hell, dunkel. Es waren viel zu viele Eindrücke auf einmal. Als sie mir ein rückenfreies Kleid hinhielt, schüttelte ich den Kopf.
„Das geht leider nicht. Der Rücken muss bedeckt sein", sagte ich und biss mir auf die Unterlippe. Die Frau nickte lächelnd, ohne weiter nachzufragen und zeigte mir weitere Kleider. Wahrscheinlich kam ich ihr wie ein kleines nörgelndes Mädchen vor.
Ich war schon ziemlich deprimiert, da mir keines der Kleider wirklich gut zu passen schien und eines bis Morgen zu ändern, war unmöglich. Ich blickte mich hilflos in dem kleinen Laden um, bis mein Blick augenblicklich an einem weiteren Kleid hängen blieb.
„Was ist mit diesem?", fragte ich die Frau. Sie folgte meinem Blick und auf ihrem Gesicht breitete sich ein Lächeln aus.
„Das ist es!", rief sie begeistert aus und lief zu dem Kleiderständer, um das Kleid zu holen.
Sie drückte es mir dann in die Hand und schob mich voller Begeisterung in die Umkleide zurück.
Ich zog das Kleid an und strich den Stoff, der etwas zu lag war, glatt. Mit Absatzschuhen, hätte es aber die perfekte Länge, dachte ich. Benommen trat ich aus der Kabine. Die Verkäuferin seufzte und legte den Kopf schief. „Es ist für Sie gemacht worden." Sie schien wirklich begeistert zu sein oder aber sie freute sich gleich ein gutes Geschäft machen zu können.
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Reichst du mir deine Hand
Romansa„Wenn du dich hier wohlfühlst, warum zum Henker willst du dann kündigen?" „Ich will nicht, ich muss. Ich werde alles, was mich umgibt mit mir runterreißen. Das kann ich dir und deiner Firma nicht antun." „Dumme Ausreden. Nenn mir einen Grund, waru...
