Kapitel 22

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Die ganze Fahrt über hielt Adam meine Hand fest. Er hatte mir etwas zu trinken angeboten, aber ich hatte dankend abgelehnt. Zu sehr war ich mit all meinen Gedanken beschäftigt, als dass ich in der Lage gewesen wäre, ein Glas anständig zu halten und auch noch daraus zu trinken. Mir ging noch immer unser Gespräch in meiner Wohnung durch den Kopf. Ich war ja nicht blind. Ich hatte gesehen, wie Adam mich angesehen hatte, aber auch wenn es sich unglaublich gut angefühlt hat, wie er mich angesehen, wie er mich berührt hat, war ich noch immer stark am Zweifeln, dass wir es überhaupt so weit bringen würden, um es mit einer Beziehung versuchen zu können. Sollte Adam Gefühle für mich haben, dann hatte er sich in eine Frau verliebt, die es so nicht gab. Nicht zu 100 %. Er kannte meine Geschichte nicht und das bedeutete, dass er mich nicht kannte. Jede Begegnung, jeder Moment in unserem Leben beeinflusst uns. Die einen mehr, die anderen weniger. Ob sie uns gut oder schlecht beeinflussen, steht oft nicht genau fest. Man kann einen Menschen nicht anhand einer Situation festmachen. Man kann ihn mithilfe einer Situation beschreiben, aber man erhält kein vollkommenes Bild von der Person, wenn man sie nur aus einem starren Blickwinkel betrachtet. Es ist, als würde man eine ganze Nation, eine ganze Rasse über einen Kamm scheren. Und zu was das führt, hat die Geschichte der Menschheit schon oft genug gezeigt. Wenn man nicht genau hinsah und nicht auf die Feinheiten der Menschen achtete, dann würde man nie ihre Vielfalt sehen. Das bedeutete, dass ich nicht nur die April war, die er fünfmal die Woche zu Gesicht bekam. April Young hat mehr durchgemacht, als ihm bekannt war. Wenn man es genau nahm, so wusste nur noch ein Mensch von meinem Leben und wer ich wirklich war. Nur diese eine Person hasste mich abgrundtief.

All dies ging mir während der dreißigminütigen Fahrt durch den Kopf, also hatte ich wirklich keinen Nerv dafür gehabt, noch anständig Champagner zu trinken. Vielleicht hätte ich es aber tun sollen. Dann hätten sich diese ganzen Gedanken in den Hintergrund verzogen. Aber dafür war es zu spät.

Die Limousine hielt vor einem großen grauen Haus. Das Haus war eher schon riesig, als groß, aber in Anbetracht der Tatsache, dass hier eine Benefinzgala mit hunderten von Menschen stattfinden sollte, konnte ich verstehen, dass das Anwesen dementsprechend groß sein musste. Was mir nicht in den Kopf gehen wollte, war die Tatsache, dass die Familie, die die Benefizgala veranstaltete, hier in diesem Haus lebte. Keine Familie war groß genug, um nur annähernd genügend Zimmer zu füllen, damit man das Haus als bewohnt ansehen konnte.

Der Vordereingang des Hauses wurde von drei Säulen gestützt. Zwei Flügeltüren aus weißem Holz führten in das Innere, es war aber nur die rechte geöffnet. Ein fein säuberlich angelegter Vorgarten mit exotischen Sträuchern, die kunstvoll geschnitten waren, zogen an uns vorbei, als wir die Auffahrt hinauffuhren.

„Na holla", sagte ich. „Da wollte jemand sagen 'Ich habe Geld'."

„Ja irgendwie schon. Meine Häuser sind alle zusammen nicht so groß, wie das hier. Aber ich stehe auf diesen Kram auch nicht so", sagte Adam kopfschüttelnd.

„Wie viele Häuser hast du denn?", fragte ich überrascht. Manchmal vergaß ich, dass der Mann neben mir ein Millionär war und sich so ziemlich alles leisten konnte, was er wollte.

„Zwei Häuser und eine Wohnung, in der ich hauptsächliche lebe. Die Häuser sind in Long Beach und Frankreich."

„Frankreich, hm?" Ich schmunzelte.

Die Limousine hielt und wir schauten aus dem Fenster. Da die Scheiben getönt waren, konnte uns keiner sehen. Dafür sah ich die Horde Paparazzi wie wild von dem Auto Fotos machen. Als ich das Haus bestaunt hatte, waren sie mir nicht mal aufgefallen. Wie hatten sie mir nur entgehen können? Mir wurde schlecht. Adam drehte sich zu mir und sah mich an.

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