Sonntag 27.07
Langsam werde ich wach. Meine Augen öffnen sich und sehen nichts. Arden der neben mir ist, ist anscheinend auch schon wach, denn er bewegt sich hin und her und stößt des öfteren gegen mich. Ich reibe mir die Augen und schalte mein Handy an. ,,Fuck... ah ist das hell", fluche ich und mache schleunigst meine Bildschirmhelligkeit niedriger. Verdammt, das hat sich in meine Netzhaut eingebrannt. Nach ein paar Wimpern Schlägen ebbt der weiße Fleck auf meiner Linse ab und ich schaue nochmals auf mein Handy und realisiere, dass es gerade mal 2.22am ist. Wieso wache ich denn um diese Uhrzeit auf? Schon wieder werde ich angestupst. Ich drehe mich zu Arden, der ganz unruhig zappelt und atmet. ,,Nein lasst sie... verdammt... nicht sie", eine einzige Träne rollt ihm über seine zerquetschte Wange und landet auf seinen Lippen. Verwirrt versuche ich ihn zu wecken und schüttel ihn an seiner Schulter und summe leicht:,, Arden, wach auf", dabei, doch als er nicht aufwacht und sich mehr bewegt trifft er mich mit einem Schlag am Kehlkopf und tritt mir recht fest genug in meinen Bauch. Alles überschlägt sich. im ersten Moment wirkt alles sehr abgestumpft auf mich, so als wäre gar nichts. Mein Gehirn setzt aus und nur mein Herz versendet schmerzhafte Stiche in meiner Brustgegend. Kurz bleibt mir die Luft weg und im nächsten Moment zieht ein unsagbarer Schmerz durch meinen Brust und Bauch Bereich in meinen Kopf und macht mir Kopfschmerzen wie auch einen zerquetschendes Gefühl zwischen den Rippen. Schnappatmend halte ich mir meine Tränen zurück. Doch eine hat es geschafft sich frei zu kämpfen und nun folgen auch die nächsten. Meine Augen sind immer noch vor Schreck geweitet. Verzweiflung keimt in mir auf. Was ist los mit ihm? Habe ich etwas falsch gemacht? Oder noch wichtiger, was muss ich machen, damit es ihm besser geht? ,,Arden, wach auf du-...", setzte ich an, doch werde durch Arden unterbrochen, der tief durchatmet und sich aufsetzt. Wie ein verschrecktes Rehkitz schaut er sich um und zittert leicht am Körper. Ich habe ihn noch nie in so einem Zustand gesehen und daher Nacht es mir Angst, dass ich mir nicht zu helfen weiß.
Verwirrt schaut er sich um und fasst sich stöhnend an de Kopf. ,,Gwen was ist los?" Geschockt sieht er mich an, während ich mich ein wenig weiter weg gesetzt habe und mir meinen Hals halte und das flaue Gefühl in meinem Bauch. Verdammt tut das weh! ,,Oh Gott, nein, habe ich dich verletzt?" Für einen kurzen Blick schaue ich ihm in die Augen, bevor ich ganz schnell den Kopf Richtung Bett senke und mir meine nackten Knie ansehe. Ich fühle mich unwohl, den auch wen ich es ungern zu gebe, hat mich dieser unerwarteter Schlag aus meiner Bahn geworfen und das mehr als ich gedacht hätte.
Wieder und wieder flimmern die Bilder von ihm in meinem Kopf auf, sodass ich ihn einmal stark schütteln muss um die Bilder zu verdrängen. Meine Augen werden schon wieder feucht und ich versuche krampfhaft die Tränen aufzuhalten. Ich kann es nicht verhindern, dass mein Körper die Kontrolle über meinen Verstand nimmt, der dafür kämpft nicht zu weinen und verliere die ersten Tränen. Schnell drehe ich mein Gesicht zu meinen Händen, die sich in meinem Schoß befinden und versuche die Tränen aufzufangen. Es muss keine Träne die Bettwäsche nass machen. Keine. Keine. Keine einzige, ist dafür bestimmt. Sie waren nicht dafür bestimmt. Sie sollten es auch nicht. Stumm fange ich meine Tränen auf. Stumm. Stumm fechte ich einen Kampf im inneren von mir. Stumm setzt sich Arden zu mir. Stumm nimmt er mich in seine Arme und streichelt meine Arme. Auf und ab. Auf und ab. Auf. Ab. Auf. Ab. Immer wieder und wieder, bis ich mich wieder beruhigt habe und mich an ihn schmiege. Nach einer Weile legen wir uns wieder hin und ich liege immer noch in seinen Armen und lausche seinem langsamen und beruhigenden Herzschlag.
Was hat er geträumt, dass er so außer Kontrolle über sich war und nichts mehr gespürt hat. Arden, er.. er, oh Gott er hat eine einzige Träne während seines Traums verloren. Sie ist aus seinem Auge, über seine Wange geflossen und ist an seinen Lippen gestoppt. Und wie er gezittert hat. Angestrengt schließe ich meine Augen und hole tief Luft. Ein und aus. Ein und aus. Ein. Aus. Eins. Zwei. Drei. Vier. Fünf. Nach längerer Zeit flüster ich ihm noch ein leises und zaghaftes :,, Gute Nacht Arden."
Schaut auch mal bei meiner neuen Geschichte DUNCAN nach. Würde mich riesig freuen. Spread some love.
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Wolfsblut
VârcolaciOpen End bis jetzt. Die Geschichte hört mittendrin auf!! Ausschnitt: Schlagartig drehe ich mich in der Mensa nach Arden um und das ist das erste mal, dass ich mich nach ihm umsehe. Ich bemerke wie er gespannt zu uns sieht und ich könnte schwören, da...
