Kapitel 26:,,Wie, deine Eltern wissen noch nichts?"

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,,Arden. Ahh... es tut weh.." Doch wieder mal hilft es nichts gegen sein Unternehmen. Er verharrt immer mehr an einer Stelle und küsst und saugt weiter. Ich kann ihn nicht von mir weg schieben. Er ist zu stark. Ich bin wie eingefroren. Kann mich nicht bewegen. Nur erstarrt. Er fährt noch ein paar mal über meine rechte Halsseite und küsst diese, bevor er von mir ablässt und den Hals mehr als zufrieden beobachtet. Wie groß mag der Knutschfleck wohl sein? ,,Wunderschön.", sagt er und sieht mir in die Augen. Mal sehen wie schön dir ein Veilchen steht! Bei der Größe wird bestimmt mein ganzes Makeup drauf gehen. ,,Und noch nicht markiert, das ist doch das wichtigste für dich.", er grinst mich an. Er bittet doch schon um das Veilchen! ,,Ja nicht markiert. Lass das noch weg, dass passiert nie!", erwidere ich nun, nach dem ich meine Fassung wieder gefunden habe. ,,Solange du nicht markiert bist, was nach deiner Meinung nie passieren wir, müssen wir das hier wiederholen." Geschockt sehe ich ihn an. Das hier wiederholen? Nein! ,,Es wird ganz klar kein nächstes mal geben, sonst schubse ich dich weg.", gebe ich nun von mir. ,,Du hast es ja gerade eben nicht geschafft.", gibt er von sich und schaut auf meinen Hals. ,,Ja gerade eben nicht, da war ich ja auch geschockt." ,,Ja ja ja klar, das gerade hat dir gezeigt, dass du dich nicht immer befreien kannst." Ja klar als ob.

Mein Blick schnellt zu seinem Wecker der neben dem Bett steht. ,,Wir müssen zur Schule. Arden, ich wollte zur Schule gehen und nicht flüchten!", platzt es aus mir raus. Plötzlich werde ich traurig, weil ich bemerke wie er meinen angeblichen Fluchtversuch ausgenutzt hat. Traurig und verletzt sehe ich ihn an und versuche ihm Schuldgefühle zu machen. Was ein tollen Geburtstags Geschenk. Ach ja, happy birthday to me! Ich gehe nun runter in die Küche und mache mir dort was zu essen und warte, bis Arden fertig ist und wir zur Schule fahren können. Wobei er mich eher fahren wird, al sich fahren werde. Genüsslich beiße ich von meinem beschmierten Brot ab und dann noch mal und nochmal. Natürlich schlucke ich auch, doch viel zu schnell ist das Brot weg. Ich checke mein Handy solange ich unten warte und schaue noch mal nach, ob der Knutschfleck wenigstens halbwegs gut abgedeckt ist. Nach etlichen Minuten schafft es Arden dann auch nach unten zu kommen und sich in Rekordzeit was zum essen zu machen und einen Teil davon schnell auf zu essen, bevor ich in das Auto von ihm steige.

Dieses mal ganz steige ich ganz bewusst hinten auf die Rückbank anstatt auf den Beifahrersitz wie sonst immer, doch nach der Aktion von heute morgen, bleibe ich auf sicherem Abstand. Wir fahren still schweigend den Weg zur schule und ich bin froh drüber nicht mit ihm reden zu müssen. Immer noch spüre ich das leichte ziehen wenn ich daran denke und was für eine Angst ich hatte, weil ich dachte er würde mich nun gegen meinen willen markieren. Ich hatte in dem Moment so eine Angst! Wir biegen nun gerade auf dem Parkplatz ein, als ich schon nervöser und auf vor Vorfreude den Po voller Hummeln bekomme, weil ich nicht weiß was iill und Ivor für mich geplant haben. Ungeduldig rutsche ich hin und her und ich könnte jede einzelne Sekunde zählen. Kaum hält der Wagen an, schnalle ich mich in Windeseile ab und springe aus dem Auto und laufe auf die beiden stürmisch zu.

Wir umarmen uns lange und sie erzählen mir von Ihrem Geschenk, doch verraten nichts genaueres. Sie haben nur gesagt, ich solle es doch erst zu Hause oder einfach nach der Schule öffnen. Ich sage den beiden zu, dass ich das Geschenk von den beiden erst nach der Schule öffnen werde. Ein Windstoß lässt meine Haare in mein Gesicht wirbeln. Schnell werfe ich meine Haare mit einer Bewegung nach hinten. Kurz darauf guckt mich Jill mit einem geschockten Blick an. Mein Blick wandert zu Ivor, der mich anguckt als hätte er einen Geist gesehen. Was ist denn?, frage ich die beiden, weil ich nicht weiß was los ist. ,,Du hast da was ganz ganz ganz großes an deinem Hals brennt. Möchtest du uns irgendwas sagen?", kommt es von Ivor etwas leise flüsternd, damit die Umstehenden Schüler die in der Nähe von uns sind nichts mitbekommen können. Oh Mist! Als ich meine Haare nach hinten geworfen habe damit sie mir nicht mehr ins Gesicht fliegen habe ich ihnen wahrscheinlich meinen Hals zu geschmissen, so könnte ich es mir denken. Dabei habe ich doch den Knutschfleck abgedeckt! Verdammt! ,,Nun ja also, das ist so ja... Also das ist wie gesagt... Also...", druckse ich rum und versuche mir einen Ausweg aus dieser Situation zu überlegen. Fieberhaft schaue ich mich um, ob es nichts gibt was gerade die beiden ablenken könnte. ,,Gwen!", kommt es jetzt auch eindringlich von Jill. ,,Ach ist ja gut! Ich sage dir schon. Das ist ein Knutschfleck.", sage ich etwas leiser und nuschelt den letzten Teil in meine Haare, die ich reflexartig gegriffen habe und mir vor den Mund halte. Immer noch perplex schauen die beiden mich an. ,,Hast du das denn gewollt? Und warum ist der so groß?",  ist ja klar, dass die Neugierde sofort mit Jill durchgeht. Irgendwie verstehe ich, denn ich würde auch gerne wissen wenn Jill ein Knutschfleck hätte ob sie ihn selber gewollt hätte, doch andererseits irgendwie auch nicht. Da ich meine Freunde nicht belügen will, erzähle ich Ihnen nur ein Teil der Geschichte, da sie nun auch nicht einen zu großen Hass auf allen haben sollen. Warum ich einen anderen Teil verschweige? Das weiß ich selber nicht. Ich weiß auch nicht warum ich ihn ein wenig verteidige, doch ich weiß dass ich es eigentlich nicht tun müsste. ,,Hey Gwen! Alles Gute zum Geburtstag. Jetzt bist du süße 18 Jahre alt! Juhu.", höre ich Brenda neben mir glücklich rufen, während Helene und ich uns umarmen. Danach ziehe ich Brenda auch sofort in eine Umarmung. Sie geben mir noch mein Geschenk, welches die für mich geholt haben. ,,Ivor Jill, das sind Brenda und Helene. Brenda Helen, das sind Jill und Ivor.", Ich zeige auf die jeweilige Person, während ich sie miteinander bekannt mache und die Namen nennen. Sie muss dann sich einmal und nicken sich dann einmal zu. ,,Und wie geht's?", kommt es von Helen. ,,Mir geht es gut." ,,Ja mir auch. Und mir erst mir geht's richtig gut.", antworte ich Helen.

Wir alle quatschen noch ein bisschen miteinander, bevor die Schulklingel uns aus unseren Gesprächen raus reißt und wir uns in den Unterricht begeben. Die ersten beiden Stunden des heutigen Unterrichts geht sehr schnell vorbei. Wir machen die ganze Zeit nur irgendwelche Experimente schreiben dazu uns Notizen auf und haben als freiwillige Arbeit sozusagen auf, diese noch mal ausführlicher zu beschreiben. Also die Experimente. Politik verlief etwas schleppend. Wir habe nicht viel gemacht, und wenn ja dann habe ich nicht aufgepasst. Der Lehrer, jedenfalls der Vertretungslehrer war heute irgendwie ziemlich zum einschlafen. Er hatte langsam geredet und die Stimme war einfach nur zum einschlafen. Wie schon gesagt. Sport war cool, da konnte ich mich austoben. Ich glaube die Wut von heute morgen wegen Arden hat sich noch ein bisschen bei mir angestaut. Ich kann es einfach nicht fassen, er hätte mich einfach fast markiert. Vielleicht aber auch nicht, vielleicht wollte er mir Angst machen. Nach Sport geht's dann in die große Mensa Pause, wo wir uns mit Brenda und Helen an einen Tisch setzen und noch ein bisschen über meinen Geburtstag quatschen, oder einfach über die ganze Welt. Danach habe ich Fremdsprache Deutsch, jedenfalls eine Stunde lang. Da ich aber Deutsch recht gut kann verläuft diese Stunde sogar sehr gut. Danach habe ich nur noch Geschichte. Dieses Fach war wirklich nicht anstrengend, da der Lehrer nach einigen Minuten aufgehört hatte zu reden sondern einen Film angemacht hat. Der Tag verlief ziemlich okay.

Heute will ich nach Hause gehen, das heißt ich möchte mit meinen Eltern meinen Geburtstag feiern. Schließlich ist es der 18 Uhr und den werde ich mit meinen Eltern jedenfalls hier ein bisschen feiern, bevor es dann mit meinen Freunden richtig losgeht. Auf jeden Fall muss ich Arden noch Fragen, denn wir weiß was er noch machen wird wenn ich ihm das nicht sage. Es ist nicht mal ein richtiges fragen, ich werde ihm einfach sagen von wegen, dass ich dahin gehen werde und fertig ich und meine er kann mich nicht von meinen Eltern trennen. Also gehe ich zum Parkplatz und halte nach Aalen an seinem Auto Ausschau, als ich an dem ankomme. Nach wenigen Minuten des Wartens, sehe ich Adern auf das Auto zu laufen. Ich warte bis er ankommt bevor ich ihm Bescheid gebe. ,,Ich feiere heute Abend meinen Geburtstag noch mit meinen Eltern. Also werde ich dann gleich nach Hause gehen. Du brauchst mich nicht fahren das sind nur fünf Minuten.", informiere ich ihn und warte auf eine Antwort. ,,Okay weiß dein Geburtstag ist und deine Eltern nie mit Dir feiern sollen, kann ich das dir nicht nehmen." ,,Ach ja, und ich würde gerne mal wieder bei meinen Eltern schlafen, weil die einfach nur nichts davon wissen und ich nicht immer die Ausrede bringen kann, dass ich bei Ivor oder bei Jill schlafe." Er guckt mich etwas wütend an. Was habe ich denn jetzt falsch gemacht? Ich habe gar nichts gesagt was gegen ihn ist. ,,Wie, deine Eltern wissen noch nichts?", fragt er mich leicht gereizt. ,,Ja ich war die ganze Zeit bei dir. Wie soll ich denen das denn sagen? Am Handy per Telefon mache ich es ganz bestimmt nicht!"  Arden nickt mir einmal zur Bestätigung zu und ruft mir dann noch ein 'tschüss' zu, bevor er das Auto einsteigt und ich meinen Weg gehe.

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