Kapitel 17: ,,Können wir jetzt gehen?"

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Wieder muss ich mir den Weg durch die tanzende Mengen erkämpfen, dieses mal mit zwei gefüllten Bechern. Angekommen stupse ich Ivor mit meinem Kinn an und halte ihm mit einem breiten Grinsen seinen Becher hin. „Hier Probier mal, für mich war das viel zu sauer, das müsste für dich perfekt sein." Er nimmt den Becher und hebt ihn zum trinken an, als er unterbricht. „Ist das eine Gurke in meinem Becher? Gwen was hast du vor?" Lachend muss ich mir den Bauch halten. „Nein, nein trink. Da stand ein Glas mit Essiggurken und die sind bekanntlich sauer. Jetzt los, probier schon. Ich habe auch davon getrunken und stehe immer noch.", beteuere ich und nicke meinen Kopf um ihn zu überzeugen. Er guckt mich skeptisch an, droht mir mit dem Finger und trinkt. Ivor nimmt noch einen Schluck und darauf noch einen. Zufrieden schaue ich ihn an. „Zu dem Punkt, dass du getrunken hast und immer noch stehen würdest. Wenn du nicht mehr hier stehen würdest, würde dein Aufpasser höchstwahrscheinlich alles in Bewegung setzten, damit es dir besser geht." Verwirrt schaue ich ihn an. „Aufpasser? Redest du von dir? Wenn es mir nicht gut geht hoffe ich wohl, dass du mir helfen wirst. Das zählt zu dem Kleingedruckten in unserem Freundschaftsvertrag.", scherze ich, doch Ivor schüttelt den Kopf. „Natürlich helfe ich dir, bei allem was du brauchst, aber er,", Ivor zeigt mit dem Becher hinter mich „würde wohl genauso viel tun." Ich drehe mich um und sehe was Ivor meint. Arden steht in der Küche und hat uns fest im Blick, als beobachte er jeden unserer Schritte. Tomatenrot drehe ich mich wieder zu Ivor der mich nur rechthabend anguckt und ein Zucken von sich gibt. Na hoffentlich konnte Arden das gerade wegen der viel zu lauten Musik nicht hören. „Ach du bist doch doof, das glaube ich nicht. Hast doch gesehen wie wir uns in der Schule immer anmeckern. Das ist einfach gerade nur ein glücklicher Zufall, dass wir beide uns nicht ankeifen." Augenrollend schaut mich Ivor an und schnippst mir gegen die Stirn. „Au!" „Denk doch was du willst, wir sehen das Resultat dann. Bleibst du bei uns?" Verneinend schüttel ich den Kopf und werde wieder rot. Das bestätigt genau das, für was Ivor die Situation hier hält. „Ich habe gesagt, dass ich dir nur kurz dein Getränk gebe", ich nicke in Richtung Arden, der uns immer noch beobachtet „und dann wieder zu ihm gehe.", kleinlaut schaue ich ihn an, das ist doch doof. „Geh du ruhig, solange ich weiß, wo du bist ist alles cool." Mit einem „Mhmm.", verabschiede ich mich erstmal und gehe zurück zu Arden.

„Da bin ich wieder.", spreche ich das offensichtliche aus. „Ganz offensichtlich bist du das, ja.", murrt er. Was ist denn jetzt los. „Hey! Ich habe dir nicht getan, was ist los?" Die Küche hat sich während meiner Abwesenheit ein bisschen mehr gefüllt. Mit einem Blick von Arden verscheucht er die Jungsgruppe zu meiner linken. Die scheinen zu ihm zu gehören. Arden richtet sich auf und stellt sich zu mir. Meine Güte ist der groß, angelehnt an den Platten wirkte er viel freundlicher. „Worüber hast du mit ihm geredet?" Ihm? Kennt er wirklich nicht Ivor's Namen? „Ihm? Wer?" „Ja ihm halt." „Ivor?" „Ja Ivor. Worüber hast du mit Ivor geredet?" Was sage ich denn jetzt? Dass Ivor sich ziemlich sicher ist, dass Arden mich mag und umgekehrt auch? Vielleicht ist es auch gar nicht so. Wieso musste er so offensichtlich mit seinem Becher auf Arden zeigen? Mein Herz schlägt schneller und eine Antwort habe ich immer noch nicht. Von dem einen Fuß verlagere ich mein Gewicht auf den anderen. Schnell trinke ich noch ein paar Schlucke, mein Hals ist so trocken. Wieder verlagere ich mein Gewicht auf den ursprünglichen Fuß. Ich sollte mal antworten. „Achso, über nicht wirklich wichtiges. Wir haben uns kurz ein Update gegeben, was er so gemacht hat und was ich so gemacht habe." „Und, was hast du ihm gesagt, was du gemacht hast?", er dreht sich zu mir und verschränkt seine Arme vor der Brust. Oh man ist das warm hier. Einen Punkt für ihn, mich so schnell aus dem Konzept zu bringen. „Naja das offensichtliche eben. Dass ich ihm ein Getränk gemacht habe, du auch in die Küche gekommen bist, wir geredet haben und, dass ich ihm kurz das Getränk gebracht habe. Achso und dann meinte ich, dass ich wieder zu dir gehe. Mehr nicht.", ich setze mein größtes unschuldiges Lächeln auf und nippe noch ein paar mal am Becher. Was hätte ich ihm auch sagen sollen, aber schließlich habe ich nicht ganz gelogen, nur eine andere Interpretation erzählt. Wieder trinke ich was von meinem Getränk. „Wieso hat er auf mich gezeigt?" Schnell schlucke ich und kippe den restlichen Inhalt des Getränks gleich hinterher. Während ich überlege greife ich nach der Malibu Flasche und mache mir ein neues Getränk. Malibu habe ich früher auch immer getrunken. „Wo ist denn nur der Orangensaft, wo habe ich den nur gesehen?", murmel ich vor mich hin. „Suchst du das hier?", fragt Arden und wedelt mit dem Orangensaft vor meinem Gesicht herum. „Ja, zufällig genau das. Kann ich das bitte haben?" „Beantworte mir erst meine Frage." „Ok.", sage ich und gehe langsam auf ihn zu. Nah an ihn ran und ziehe ihn an der Schulter zu mir herunter, so als würde ich ihm was ins Ohr flüstern. Allerdings bin ich nur auf den Orangensaft aus und schnappe mir diesen in Arden's Moment der Unachtsamkeit. Schnell fülle ich mir meine Mische auf und trinke einige Schlücke. „Wir haben auf dich angestoßen, schließlich ist das deine Geburtstagsfeier. Oder gibt es hier noch einen anderen Jungen, der auch Arden heißt und dem ich meine Gesellschaft schenken kann.", antworte ich ihm, hebe mein Glas um erneut zu trinken. Ein Punkt für mich, für die geniale Idee, also Ausgleich. „Nein es gibt hier keinen anderen Jungen und auch keinen anderen Arden, dem du Gesellschaft leisten kannst." Er nimmt sein volles Getränk in die Hand und leert es komplett, während ich gerade mal bei der Hälfte angekommen bin. Ein paar Schlücke trinke ich auch, aber definitiv nicht alles. Mit großen Augen schaue ich ihm zu während er sich was nachfüllt und auf mich zu kommt. Sehr nah an mich herankommt. Mein Herzschlag wird wieder schneller und ich spüre, wie meine Ohren und Wangen warm werden. Bitte werde ich nicht rot. Arden steht genau vor mir und blickt mir direkt in die Augen. Oh Gott, was wird das hier! Er streicht eine meiner Strähnen hinter mein heißes Ohr. Die Wärme muss er gespürt haben. Er trinkt nochmal einen Schluck, guckt mich an und geht weg. Einfach so. Verwirrt fasse ich mir an den Kopf und lache konfus auf. Was war das denn.

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