Part 5 - Eine Chance?

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Newts POV

Gerade, als ich Thomas nochmal meine Gefühle darlegen wollte, sah ich ihn und Brenda sich innig umarmend an der Gedenkstätte stehen. Wo die Namen all unserer toten Freunde drauf stand. Was hatte das zu bedeuten!? Thomas sagte doch vor einiger Zeit, dass er nicht das geringste (im romantischen Sinne) für Brenda empfindet! Hatte er mich belogen? Oder hatte er sich jetzt doch noch in sie verliebt!? Vielleicht wollte er mir ja genau DAS sagen, als ich ihm meine Liebe gestand, aber so schnell verschwunden bin... Es musste so sein.. Er liebt mich nicht, sondern sie! Warum sollte er sich auch plötzlich in einen Jungen verlieben, nachdem er vorher nur Augen für Teresa hatte... Ich weiß, man sollte sich nicht selbst bemitleiden, aber warum eigentlich immer ich!? Durfte ich nicht auch einmal glücklich sein?

Aber im nächsten Augenblick fiel mir wieder das Gespräch mit Minho ein! Er ist schlau und hat eine gute Menschenkenntnis! Er ist sich sicher, dass Thomas etwas für mich fühlt und ich deshalb kämpfen soll. Aber nach diesem Anblick jetzt.. Was sollte ich nur tun??

Ich trat von einem Bein aufs andere. Rieb meine linke Hand an meinem Hinterkopf. Ich lief auf und ab und schaute immer wieder zu Brenda und Thomas hinüber.. Ich war definitiv kein feiger Mensch. Aber wenn es um Gefühle geht...

Doch dann sah ich wie die beiden endlich die Umarmung abbrachen, Brenda ihm noch was zuflüsterte und er nickte und streichelte kurz ihre Wange. Das tat weh! Als wenn jemand mir wieder ein Messer ins Herz rammt. Ich sah wie er zurück in seine Hütte ging und ich war nervös. Schließlich fasste ich meinen Mut zusammen und ging ihm hinterher.. Hatte ich denn noch was zu verlieren?

Thomas POV

"Und du kommst wirklich damit klar, dass wir Freunde bleiben?" fragte ich Brenda mit hochgezogenen Augenbrauen. "Ja es wird schon gehen" sagte sie mit einem halben Lächeln. "Ehrlich gesagt, dachte ich mir ja irgendwie, dass aus uns nichts werden wird oder kann.." Ich sah sie fragend an. "Thomas, also... Ich dachte ja es liegt an Teresa, dabei gibt es da jemand ganz anderen, der dein Herz besetzt hält!" Ich schluckte... Woher wusste sie..? Moment was denke ich hier. Wie kommt sie auf sowas?? Und wer soll das sein?

"Was meinst du damit? Wer?" ich war total verwirrt, doch mein Herz war sich sicher. Sie lächelte mich aber warm an. "Du weißt das bereits! Und ich gebe dir einen Rat. Warte nicht zu lange! Stehe zu deinen Gefühlen und lebe sie aus! Warte nicht, bis es vielleicht zu spät sein könnte.. Ich wünsche dir nur das Beste!" Dann nahm sie mich lange in den Arm. Ich erwiderte die Umarmung. Als wir uns schließlich lösten flüsterte sie mir ins Ohr: "Er liebt dich und wartet auf dich! Ich wünsche euch alles Glück der Welt!" ich sah sie etwas besorgt an, aber auch dankend. Ich streichelte zum Abschied noch kurz ihre Wange. Als ich allein zurück in meine Hütte ging, drehten meine Gedanken regelrecht durch. Ich wusste, dass es genauso normal ist als Junge in einen anderen Jungen verliebt zu sein, wie wenn man in ein Mädchen verliebt ist. "Homosexualität" nannte Vince das. Ja ich hatte mich mal mit ihm darüber unterhalten. Ob sowas wirklich sein kann usw. Da unsere Gedächtnisse gelöscht wurden, konnte ich mich daran natürlich auch nicht mehr erinnern.. Natürlich sagte ich zu Vince nicht, dass es dabei um mich geht. Was er sich nach dieser Frage allerdings bestimmt denken konnte... Aber wie dem auch sei, ich brauchte jemanden zum reden! Minho war natürlich auch ein wahnsinnig guter Freund, aber ich brauchte jemanden mit Erfahrung und.. naja.. Erinnerungen! Das Gespräch mit Vince half mir sehr! Ich wusste jetzt, dass diese Gefühle normal sind und nicht falsch. Ich kann dadurch besser damit umgehen. Jedoch weiß ich noch nicht, inwieweit ich bereit bin mit Newt zu gehen. Das heißt... falls er mich wirklich liebt! Nachdem ich ihn nämlich mit diesem Mädchen sah... Aber Newt ist der wundervollste Mensch und beste Freund den ich kenne! Warum sollte er mich anlügen? Brenda hatte recht. Ich war ihr sehr dankbar für alles und froh, dass sie alles zu akzeptieren schien. Ich sollte wahrscheinlich einfach mal mit ihm reden...

Gerade, als ich die Hütte verlassen und zu Newt gehen wollte, kam eben dieser direkt durch die Tür. Wir standen eine Weile einfach nur so da, schauten uns tief in die Augen und erst jetzt hatte ich das Gefühl zu erkennen, wie wunderschön er eigentlich war! Warum hab ich das nie bemerkt!? Seine schlanke Statur, diese dunklen braunen Augen, die fast schon schwarz wirkten. Die ebenen, zarten Gesichtszüge. Ein wunderschönes lächeln (wenn er denn mal lächelte, was leider nicht sehr oft bisher passierte) und sein Haar! Diese blonden, kurzen und verwuschelten Haare... Obwohl sie seit dem Labyrinth ein klein wenig länger wurden.

Ich konnte nicht aufhören ihn anzusehen. Meine Augen wanderten immer wieder auf seinem Körper nach oben und unten. Sie blieben nur ab und zu auf seinen Augen und seinem Mund kurz stehen. Er machte das auch. Mein Herz schlug mir bis zum Hals! Was sollte ich sagen? Was sollte ich tun? Ich hatte vorher nie Probleme damit, mit Newt zu reden. Und jetzt.. Plötzlich war alles anders!

Er kam auf mich zu. Oh mein Gott! Er sagte kein Wort, er schaute nur sehnsüchtig und voller Liebe in meine Augen, während er immer weiter auf mich zu kam. Ganz langsam. Mein Atem ging schwer. Wir standen jetzt fast Nasenspitze an Nasenspitze. Es sagte immernoch keiner etwas. Es war so, als wenn wir gar keine Worte brauchten! Dann nahm Newt seine rechte Hand hoch. Was hatte er vor? Er setzte sie oben am Haaransatz auf meine linke Gesichtshälfte. Ganz zärtlich streichelte er mit seinen Fingern von meinen Augenbrauen bis runter zu meinen Lippen und zum Kinn. Ich bekam eine unbeschreibliche Gänsehaut! Ich schloß meine Augen und wartete was passieren würde. Dann spürte ich seinen Atem auf meiner Haut. Er war mir GANZ nah! Unsere Lippen waren nur einen Millimeter voneinander entfernt. Kaum merklich legte er sanft seine Lippen auf meine.. Und wir küssten uns! Er nahm seinen Mund ein kleines Stück zurück, machte ihn leicht auf (ich machte das selbe) und unsere Lippen verschmelzten wieder zu eins. Immernoch alles sehr zärtlich. Dann wurde es etwas fordernder und ich legte meine Hände auf seine Hüfte und er seine rechte Hand auf meine Brust und die linke an meinen Hinterkopf. Dieses Glücksgefühl dabei war kaum in Worte zu fassen!

Ich hatte mich erfolglos dagegen gewehrt. Der Himmel ist mein Zeuge. Ich war unsterblich in Newt verliebt und konnte und wollte es nicht mehr leugnen...

Newtmas - Para siempreGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt