„Vielleicht sind noch andere Einbrecher hier?" überlegte ich. „Doch nein. Dann wäre die Krähe unruhig."
Rob schaute mich mit den wunderschönen, blauen Augen nachdenklich an.
„Soll ich das Mittel holen?" lächelte ich.
Er nickte. Ich lief nach oben und zog etwas Kochsalz in Rob's Insulinspritze. Wieder zurück in der Küche, packte ich den Typen am Hinterschopf und hielt die Nadel an seinen Hals.
„Ein Wahrheitsserum. Entweder du redest freiwillig, oder ich mache, dass du redest." zischte ich.
Nun, das war eine ganz neue Erfahrung für mich und Rob, aber es war, als wären wir immer schon ein Team gewesen. Er hatte sofort verstanden, was ich vorhatte.
„Holen sie die Verrückte von mir weg!" jaulte der Typ.
Rob hatte sich mittlerweile auf den Küchenstuhl gesetzt, zum Glück hatte er die Beine nun übereinander geschlagen und betrachtete die Pistole.
„Ich denke nicht daran! Deine Waffe, wo hast du die her? So eine kann sich kein einfacher Junkie leisten, der..."
Plötzlich schoss der Typ nach vorne und ergriff die Waffe. Ich reagierte genauso schnell, oder schneller, und drehte seinen Kopf um die eigene Achse. Ich hatte mich nicht mal anstrengen müssen, trotzdem knackte es laut, der Körper des Mannes erschlaffte sofort und die Waffe fiel auf den Tisch. Erschrocken schaute ich Rob an, der grinsend das Magazin hochhielt.
„Tut mir leid!" hauchte ich. „Ich wollte ihn nicht umbringen..."
„Ist schon gut, meine süße Superheldin. Ich kenne ein paar Leute, die mir bestimmt Auskunft geben."
„Rob, ich glaube nicht, dass der Kerl hier war, um dich auszurauben. Kein kleiner Einbrecher wäre so dämlich. Er wollte dich töten!"
„Krah!" stimmte meine gefiederte Freundin zu.
„Wie konnte er den Code knacken?" seufzte Rob und begann, den Leichnam zu untersuchen.
Dann hob er den Arm des Einbrechers und deutete auf eine Tätowierung. Ich zischte. Der Code! Jedoch war es ein abwaschbares Tattoo, Rob wischte drüber und schon verschwand die erste Zahl.
„Da haben sie nicht gerade den hellsten Stern am Nachthimmel geschickt!" kicherte ich.
„Heißt, die Leute vom Mob waren es nicht, die hätten sich Profis leisten können." seufzte Rob. „Wir sollten die Leiche verschwinden lassen."
Ich nickte und hob die Leiche auf meine Arme.
„Wohin, Boss?" grinste ich.
„Zu den Kois!" grinste Rob zurück.
„Willst du unseren wunderschönen Teich verschandeln?"
Rob nickte traurig.
„Das alles hat keine Bedeutung mehr für mich. Ich werde die Villa verkaufen und mich in die Berge zurückziehen."
„Unsere Hütte in Alaska?"
„Genau."
„Nein, Rob, da wärst du völlig ungeschützt!" protestierte ich.
„War ich hier geschützt?" brummte er und begann, aufzuräumen.
Ich stopfte die Leiche mit meinen Hanteln aus, umwickelte sie mit Paketklebeband und entsorgte sie in unserem riesigen Teich. Als ich wieder ins Haus kam, war Rob dabei, den Code neu zu programmieren.
„Nimm aber nicht unser Todesdatum!" seufzte ich.
Sein Blick! Oh.
„Tut mir leid. Natürlich nicht." hauchte ich nun und er stand auf, um mich zu umarmen.
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Night Creatures
HorrorEine Sammlung von unheimlichen Geschichten, abstoßenden Kreaturen und Liebe.
