Dying in a dream

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Zuerst eine Warnung:

Hier geht es  gleich ziemlich ekelig und krank zur Sache, denn dies ist nicht nur eine Horrorstory, obwohl hey, die anderen waren es auch nicht, ihr kennt mich 😬Trotzdem möchte ich hier anmerken, dass, wer nicht so auf  Reptilien und Tentakeln steht, sich eine andere Story suchen sollte. Wer es mag, darf mir nun in die Sümpfe folgen... 

                                                             🐸

Im Traum zu sterben war Horror, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Im Traum nicht zu sterben war schlimmer. Ich hoffte jedenfalls, dass ich träumte. Doch dass ich nicht nur einen, sondern mehrere kleine Tode sterben würde, hätte ich niemals auch nur erwartet!

 Doch dass ich nicht nur einen, sondern mehrere kleine Tode sterben würde, hätte ich niemals auch nur erwartet!

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Fangen wir von vorne an. Es war ein warmer, wunderschöner Herbsttag, ich saß auf einem Stein und drehte verträumt mein Amulett, dass meine liebe Tante mir zur Geburt geschenkt hatte. Es zeigte einen Lebensbaum und sollte mir ein langes Leben bescheren, doch ich wollte dieses lange Leben gar nicht- nicht so! Das Schicksal einer Frau war, verheiratet zu werden und Kinder zu gebären, damit unsere Gattung nicht ausstarb. Damit wir uns gegen die zahlreichen Feinde und dunklen Kreaturen behaupten konnten, denn wir hatten keinerlei Kraft oder Magie in uns, vielleicht waren wir gut darin, miteinander zu kommunizieren und in Gemeinschaft zu leben, aber das nützte uns nichts, wenn uns die Anderen überfielen. Und es gab viele andere. So viele todbringende Kreaturen, dass unsere jungen Männer rar geworden waren und wir jungen Mädchen nun die alten, aber wohl noch zeugungsfähigen Kerle heiraten mussten, eben so war mein Schicksal und ich versteckte mich gerade vor der Zeremonie meiner eigenen Vermählung. Wie es meine Tante getan hatte, nachdem sie mir den Lebensbaum umgehangen hatte, danach war sie nie wieder gesehen worden. Nein, da draußen überlebte man nicht! Jedenfalls nicht als Frau, mein angehender Onkel war ihr damals nachgegangen. Es hieß, er sei wirklich in sie verliebt gewesen und es hatte ihm das Herz gebrochen, dass sie ihn verschmähte und den Tod der Heirat vorzog. Von meinem angehenden Ehemann konnte ich das nicht sagen, er hatte schon drei junge Frauen, ich würde die jüngste sein und hatte schon den giftigen Blick meiner „Schwestern" bemerkt. Meine Tante war damals genauso alt, wie ich gewesen- sechzehn, immerhin hatten sie bewirkt, dass sie uns nicht mehr mit zwölf verschacherten. Wohl auch, weil die Männer gemerkt hatten, dass mit uns mehr anzufangen war. Die älteren Frauen schulten uns nun ab dem 13. Lebensjahr, was man alles als folgsame Ehefrau tun musste. Wir übten aneinander, so kannte ich bereits die körperlichen Genüsse und ich mochte es, nur nicht, wenn ich mir vorstellte, ein alter Mann würde es tun!

Ein Geräusch schreckte mich auf, es kam aus den mit Nebel verschleierten Sümpfen, die vor mir lagen. Nur noch wenige Schritte und ich würde dieses Land betreten, das verboten war. Natürlich würde ich meine Tante dort nicht finden, sie war tot, sie musste es sein, und er sowieso- ihr Zukünftiger war bereits zweiundvierzig gewesen. Und kaum einer schaffte heutzutage die sechzig. Ich hörte nun Stimmen und schaute mich ängstlich um, ja, ich sah, dass sie kamen, sie waren noch entfernt, aber kamen näher. Natürlich liessen sie nicht zu, dass so ein empfängnisbereites Goldstück wie ich ihnen entging und mein Zukünftiger hatte sehr viel Einfluss. Ich umfasste fest den Lebensbaumanhänger und stand auf. Atmete tief durch und rannte einfach los, immer weiter, bis die feste Weichheit des Grases endete und es feuchter wurde, rutschiger, jeder Schritt anstrengender, dann kam das Schilf. Die Grenze. Ein Libelle schoss auf mich zu, bereit, ihr Land zu verteidigen, oder mich zu warnen, ich duckte mich. Schaute ihr nach, sie flog ein wenig Richtung Land, aber dann drehte sie um und verschwand woanders im Schilf. Ich schloß die Augen, raffte den Rock und trat einen Schritt vorwärts, war mir sicher, gleich zu versinken, aber nein, es war nicht tief. Doch etwas kribbelte an meinen Unterschenkeln, die bis zur Hälfte im Sumpf versanken, ich wollte gar nicht wissen, was es war. Ich watete tapfer weiter, nicht wissend, wohin. Plötzlich tauchte die Libelle wieder auf und umschwirrte meinen Kopf, energischer als vorher. Eine andere kam hinzu und ihr Surren wurde immer lauter. Ich traute mich nicht, nach diesen hübschen Wesen zu schlagen, blieb einfach stehen und wartete, vielleicht gaben sie irgendwann auf. Die Stimmen meiner Verfolger wurden lauter. Wenn sie durch das Schilf brachen, würden sie mich entdecken, aber würden sie wie ich wagen, die Grenze zu übertreten? Die Libellen hielten inne und standen bewegungslos in der Luft, alles war still, bis auf die laut schnatternden Weiber, natürlich war mein Zukünftiger nicht selbst gekommen!

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