12. Kapitel

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"Du solltest mit ihr reden."

Ich erschrak mich, als ich diese bekannte Stimme hörte.

Ich konnte es nicht fassen. Wie lange hatte ich sie nicht mehr gehört?

Wie lange hatte ich sie nicht mehr gesehen?

"Deobra..."

Sie saß plötzlich auf der Bettkante. Sie hatte sich nicht verändert. Sie sah immer noch gleich aus. So wie ich sie in Erinnerung hatte.

Ich setzte mich schnell auf und schob die Decke von mir weg.

"Ja, du siehst schon richtig. Ich bin hier. Aber nicht lange." Ich konnte den Wut in ihrer Stimme hören.

Was hatte ich falsch gemacht?

"Rebecca ist ein wundervolles Mädchen. Du erzählst mir, dass es dir mit ihr besser geht und jetzt grenzt du dich nicht nur von ihr ab, sondern von jeden, ignorierst deine Freunde. Weißt du eigentlich wie verletzt sie ist?"

Das war also der Grund. Sie war nicht sauer, weil ich etwa Rebecca küsste, oder versuchte über sie - über Deobra hinweg zu kommen.

Sie wollte natürlich, dass es mir es mir besser gehen würde, verstand aber nicht, dass ich dafür Deobra brauchte. Klar, Rebecca machte mich auch glücklich, doch es fühlte sich falsch an.

"Du verstehst das nicht. Es ist kompliziert." versuchte ich zu erklären. Doch bevor ich weiter etwas sagen konnte, war sie weg.

Und ich wachte auf.

Alles war nur ein Traum.

Aber vermutlich hatte sie recht.

Rebecca war wirklich ein wundervolles Mädchen und mir war bewusst das es auf gar keinen Fall okay war.

Ich nahm mein Handy von den Nachtisch neben meinen Bett und schaltete gleich die kleine Lampe an.

Das Licht im Traum war natürlich nicht echt und ich lag immer noch unter meiner Decke im Bett.

Die letzte Nachricht die ich gelesen hatte war:

"Ich hab gerade deine Notiz gefunden
Cal, du machst mich so glücklich, ich bin froh, dass ich dich kennen lernen durfte ♡"

Diese Nachricht hatte sie mir ein Tag nach dem Konzert geschrieben.

Seit dem waren zwei Wochen vergangen und ich hatte mal wieder viele ungelesene Nachrichten auf meinem Bildschirm.

Beccy:
Heute schon was vor?

Beccy:
Cal?

Beccy:
Calum?

Beccy:
Hallo?

Beccy:
Wieso gehst du nicht an dein Telefon?

Beccy:
Ist alles okay?

Beccy:
Calum, was ist passiert?

Beccy:
Ich mache mir Sorgen.

Beccy:
Calum bitte.

Beccy:
Bitte mach die Tür auf

Beccy:
Ich flehe dich an

Beccy:
Ashton und ich machen uns Sorgen

Beccy:
Und Michael und Luke auch

Beccy:
Calum...

Beccy:
Alles wird wieder gut, okay?

Beccy:
Ich verspreche es dir!

Beccy:
Ich will dir doch nur helfen

Beccy:
Hab ich was falsch gemacht?

Beccy:
Ich hab sicherlich was falsch gemacht

Beccy:
Etwa wegen dem Kuss?

Beccy:
Cal wenn ich damit überfordert habe oder so dann tut es mir leid

Beccy:
Wenn du noch nicht bereit bist dann ist das okay. Ich gebe dir alle Zeit der Welt.

Ashton, Luke und Michael hatten es erst gar nicht versucht.

Genau in diesem Moment bekam ich eine neue Nachricht, was mich stark verwunderte, da wir erst zwei Uhr morgens hatten.

Beccy:
Ich kann nicht schlafen
Ich muss an dich denken

Nur wenige Sekunden kam das:

Beccy:
Du hast meine Nachrichten gelesen

Beccy:
Du bist online!

Beccy:
Calum, ist alles okay?

Beccy:
Bitte lass uns miteinander reden!

Calum:
Okay

Calum:
Kann ich jetzt kommen?

Beccy:
Wann immer du möchtest
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Es war 2.20 Uhr und ich fuhr schneller als erlaubt durch die leere Straßen, mit einer Zigarrete in der Hand.

Sie wohnte nicht sehr weit weg von mir, dennoch musste ich 15 Minuten fahren, und die Straßen waren leer, und ich schneller als normalerweise.

Sie saß vor ihrer Eingangstür, wartete auf mich mit einem dicken Mantel und ihrem Pyjama an sich.

Sobald sie mein Auto in die Einfahrt kommen sah, stand sie auf und schloss schon mal auf.

Dann wartete sie auf mich.

Sie zögerte gar nicht lange und schloss mich in ihre Arme.

Ich erwiderte die Umarmung und legte meine Arme um ihre Hüfte.

"Calum, was war nur los?" fragte sie mich schluchzend.

"Ich hab versucht dich zu hassen." war alles was ich sagte.

Disconnected // c.h.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt