26. Kapitel

22 2 9
                                        

Calums Sicht

Ich wachte auf. Desorientiert und mit Schmerzen richtete ich mich in dem fremden Bett auf und sah mich um. Schnell wurde mir klar, dass ich in einem Krankenhaus war. Ich fühlte mich extrem schwach, mein Hals war kratzig und in meinem Bauch hatte ich ein komisches Gefühl gemischt mit Schmerzen.

Sofort sah ich meine Schwester Mali, die neben meiner Mutter saß. Ich hatte sie schon lange nicht mehr gesehen.

"Wie geht es dir Calum?" fragte mich meine große Schwester.

"Gut, schätze ich. Wisst ihr warum ich hier bin?"

Meine Mutter antwortete: "Laut den Ärzten bist du in Ohnmacht gefallen und deine Freundin..."

Ich unterbrach sie. "Rebecca? Wo ist sie? Wie geht es ihr?" Sie musste sich wohl Sorgen machen und war dabei die Nerven zu verlieren.

"Wir haben sie noch nicht gesehen. Die Besucherzeiten haben aber auch erst vor einer halben Stunde begonnen." sagte mir Mali.

"Das ist auch nicht wichtig. Du bist wichtig, Calum. Sie haben dir den Magen ausgepumpt. Sie meinten du hattest eine Tablettenvergiftung und wollen dich in eine Psychiatrie bringen. Warum wolltest du dich umbringen? Wir machen uns Sorgen."

Umbringen? Ich wusste ja nicht was alles passiert ist, was ich aber noch wusste war, dass ich zwar gesagt hatte, dass ich nicht mehr leben wollte, dennoch war das bis jetzt noch nicht meine Absicht.

Bevor ich überhaupt antworten und mich verteidigen konnte, klopfte es an der Tür und keinen Moment später kam Rebecca zusammen mit Duke rein. Duke hatte viel mehr Privilegien als ESA als andere Hunde.

Sobald sie sah, dass ich wach war, fiel ihr sichtlich ein Stein vom Herzen und sie seufzte ein: "Gott sei Dank." bevor sie mich küsste, was ich erwiderte. Nicht nur sie war froh. Auch ich war glücklich sie zu sehen, vor allem zu sehen, dass es ihr gut ging.

"Wie geht es dir?" fragte ich sie.

Sie schüttelte lachend den Kopf. "Wie es mir geht? Calum, wie geht es dir? Was ist passiert und..."

Als sie nach langem meine Mum und meine Schwester bemerkte, hörte sie auf zu reden und ging stattdessen auf die beiden zu.

"Du bist also Calums Freundin Rebecca." Meine Mum und Rebecca gaben sich die Hand, genau so wie Mali und sie.

"Ja, und sie sind Calums Mutter? Und Calums Schwester?"

Beide nickten kurz. Rebecca setzten sich an meine Bettkante und nahm Duke hoch, damit auch er mich begrüßen konnte.

Ich hatte nicht sonderlich viel Kontakt mit meiner Mutter in letzter Zeit, außer mit Mali. Allerdings hatten wir uns nur geschrieben und mehr nicht.

Rebecca hatte ich nie viel von meiner Familie erzählt und wir alle dachten vermutlich, dass das nicht die beste Gelegenheit war, uns alle kennen zu lernen.

"Also, wie geht es dir? Und was ist passiert? Was haben die Ärzte gemacht?" wollte Rebecca wissen.

Immer noch besorgt, aber nicht ängstlich sah sie mich an. Erst jetzt fiel mir auf, wie müde sie aussah. Ich wollte gar nicht wissen, wie es ihr ging.

"Mir geht es gut, wirklich. Ich hab scheinbar eine Tablettenvergiftung gehabt."

Sie wurde sofort hellhörig. Wir beide wussten von was das kam. Nur meine Mutter und Mali hatten immer noch keinen blassen Schimmer.

"Sie wollen Calum in eine Psychiatrie bringen, wegen seinem Suizidversuch." erklärte mein Mutter.

Rebecca wusste doch, dass das kein Suizidversuch war und wenn nicht, würde sie mir doch glauben, oder?

"Ich weiß was passiert ist und ich denke es war kein Suizidversuch, dennoch finde ich die Idee einen Arzt oder einen Psychologe aufzusuchen, ist keine schlechte Idee Cal."

Zustimmend nickte auch meine Familie. Ich allerdings war überhaupt nicht überzeugt von dieser Idee.

Disconnected // c.h.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt