Kapitel 5

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Astoria war wohl noch nie so nervös auf einen Ball gewesen, was wohl daran lag, dass sie nicht nervös war wegen des Balles. Sie war nervös wegen Malfoy. Selbst Daphne hatte heute bemerkt, dass mit ihr etwas nicht stimmte, als sie sich zu Recht gemacht hatte für den Ball. Sie trug ein Kleid im Meerjungfrauenstil. Es war eigentlich in altrosa gehalten, was man aber kaum sah, durch den feinen schwarzen Spitzenstoff der darüber lag. Das Kleid ging unten etwas auseinander. Es wird edel und simpel. Sie hatte sich auch nur für eine einfache schwarze Maske entschieden. Ihre Haare waren nach hinten geflochten und endeten in einem kunstvollen Knoten.
„Mit dir stimmt doch etwas nicht. Wieso benimmst du dich, als wäre es dein erster Ball?", klangen Daphnes Worte immer wieder in Astorias Kopf.
Nun weil es vielleicht nicht ihr erster Ball werden würde, aber das erste Mal mit einem Mann das Bett teilte. Merlin, sie klang schon wie ihre verstorbene Großmutter. Sie griff nach einem Champagnerglas und leerte es recht zügig, während sie sich durch die Menge schob. Sie hatte schon einige Bekannte ausgemacht und das trotzt Maskenball. Malfoy konnte sie bis jetzt aber nicht entdecken und das obwohl sie bestimmt schon zwei Stunden hier war.

Sie wollte nach einem weiteren Glas Alkohol greifen, um ihre Nerven zu beruhigen, als jemand nach ihrem Arm griff und sie fast schon erleichtert war, als sie William erkannte.
„Will.", keuchte sie und William lachte.
„Ich suche dich in diesem Getümmel bestimmt schon seit einer Stunde.", sagte er deutlich durch das Reden der Leute und die Musik. Der Lärmpegel war hier in diesem riesigen Festsaal gewaltig. Er zog sie Richtung Tanzfläche. „Komm schon. Ich möchte unbedingt mit dir Tanzen und Angeben."
„Ich will aber gar nicht.", warf sie japsend ein.
„So ein Unsinn. Du tanzt doch so gerne."
Ja tat sie. Aber nicht wenn sie das Gefühl hatte bald keine Luft zu bekommen und mit Sicherheit bald Paranoid wurde. Das interessierte nur William nicht viel, weil er davon nichts wusste. Sie hingen ständig an solchen Veranstaltungen zusammen ab. Er lächelte sie verwegen an, als sie begannen zu tanzen, so wie gut der anderen vierzig Pärchen.

„Ich muss schon sagen, Tori. Du siehst wie immer unglaublich aus.", strahlte er sie an und Astoria murmelte ein
„Danke.", während sie sich umsah.
Versuchte Malfoy irgendwo zu erhaschen, was ihr nicht gelang. Vielleicht war er gar nicht hier. Vielleicht... hatte er es sich anders überlegt? Sie schluckte hart. Sie hatte das Gefühl angeschaut zu werden von jedem. Als würde auf ihrer verdammten Stirn irgendwo stehen, was sie vorhatte. Was völliger Quatsch war, dass wusste sie selbst.
„Nach wen hältst du Ausschau?", fragte William und Astoria sah zu ihm auf.
„Verzeih. Ich bin..."
„Mit deinen Gedanken ganz wo anders.", vervollständigte William ihren Satz und führte sie weiterhin elegant über die Tanzfläche. „Du wirkst leicht abgehetzt. Geht es dir gut?", fragte er besorgt und sie sah zu ihm lächelnd auf.
„Natürlich geht es mir gut."
Damen aus ihren Kreisen ging es immer perfekt, sollte er das nicht wissen? Wie es den Menschen wirklich ging, interessierte keinen oder in ihrem Fall, ging es niemanden etwas an.
„Na dann.", meinte er knapp und lächelte wieder.

Als das Lied endete, hielten sie wie alle anderen an und klatschte und William wollte sie offenbar auch zum nächsten Tanz nötigen, als jemand hinter ihm auftauchte und gelassen fragte
„Darf ich ablösen?".
William sah fast irritiert auf den Mann, denn er genauso erkannte, wie Astoria selbst.
„Sicher.", meinte William und machte Platz für Draco Malfoy.
Sie sah gerade noch wie William eine andere Dame um den nächsten Tanz bat, als Malfoy ihre Hand genommen hatte. Sie zuckte zusammen, als Dracos andere Hand sich in ihren Rücken legte und sie näher zog. Sie musste aufhören so schreckhaft zu sein. Er würde sie vermutlich noch an ganz anderen Stellen anfassen und dann dabei kein Kleid tragen.
„Ich bin schon seit zwei Stunden hier.", warf sie ihm fast vorwurfsvoll vor und sah dabei zu ihm hoch, während er offenbar seine Augen über die Menge schweifen ließ, während er mit ihr tanzte.
„Danke für die Erinnerung. Ich auch. Ich habe mir das irgendwie leichter vorgestellt, dich zu finden."
Ganz verdammt England war hier auf den Ball. Nun das war übertrieben, aber zum Teufel was hatte er geglaubt? Das sie auf einem verdammten privaten Geburtstag waren mit zwanzig Leuten?

Der DealWo Geschichten leben. Entdecke jetzt