Er war eigentlich schon lange nicht mehr der Typ, der groß Weihnachten feierte. Geschweige sich daraus etwas machte, aber Astoria tat es. Also unterstützte er sie. Er glaubte das Manor bestimmt schon seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr so herausgeputzt und dekoriert war. Aber wenn es das war, was sie glücklich machte und vor allem ablenkte, dann half er gerne dabei. Und sie steckte mit ihrer Laune auch irgendwie an. Sie war völlig in einem Weihnachtsrausch verfallen. Anders konnte Draco es schon gar nicht mehr bezeichnen. Aber wenn es ihr half, war es ihm recht. Und offenbar half es genug, damit sie durchschlief und aufhörte sich ständig Sorgen zu machen über die Geburt. Natürlich durfte man sich Sorgen machen, das war menschlich. Aber zur Hölle nochmal hätte Daphne sich ihren ausführlichen Bericht über die Geburt ihrer Tochter nicht sparen können? Offenbar nicht und seitdem hatte Astoria regelrechte Panikattacken. Doch seit ein paar Tagen gab es nur die Vorbereitung auf Weihnachten und das schien sie gebraucht zu haben.
Er blieb in der Tür zum Salon stehen und legte den Kopf schief. Astoria stand vor dem Weihnachtsbaum, mit gezücktem Zauberstab und schien Kugel für Kugel an den Baum anzubringen. Ihr Bauch wurde deutlich durch den grünen Pullover betont und doch wirkte sie so zerbrechlich unter dieser Last. Das dachte er auch immer, wenn sie miteinander Sex hatten oder er neben ihr schlief und sie im Arm hielt. Sie wirkte dann immer klein und zerbrechlich und das trotz ihrer Schwangerschaft. Sex, er musste klar denken. Er dachte eigentlich das, damit mit fortlaufender Schwangerschaft Schluss sein würde, doch er hatte sich getäuscht. Im Gegenteil, Astoria schien in der Hinsicht unersättlich zu sein, was Draco natürlich ganz und gar nicht störte. Wobei er nicht verhindern konnte, sich dabei immer ein wenig Sorgen um das Baby zu machen.
Aber dem Kind ging es gut. Zumindest laut den Kontrolluntersuchungen. Das einzige was er immer noch nicht wusste war, ob er eine Tochter oder einen Sohn bekommen würde. Nicht dass es für ihn eine Rolle spielte. Wichtig war das seine Erbin oder sein Erbe gesund auf die Welt kam. Aber er war neugierig. Er wollte wissen auf, was er sich einstellen musste und er wollte sich endlich auf einen Namen festlegen. Wie sollte er das tun können, wenn er nicht wusste, was es wurde? Aber an den Untersuchungstagen lag sein Kind immer ungünstig. Das letzte Mal war man sich deshalb im Mungo nicht eindeutig sicher und Draco gab einen Dreck auf eine unsichere Antwort. Es gab die Möglichkeit einer magischen Bestimmung, aber die lehnte er ab. Er wollte dem Kind nicht schaden. Sicher, dass Risiko war Minimal, kaum vorhanden. Aber er wollte trotzdem nichts riskieren. Nie hätte er gedacht, dass sich dieses Geschäft so entwickeln würde.
Ein Geschäft, das offenbar zu seinem Vorteil ausfiel. Er bekam sein Kind, das er eigentlich nie vorgehabt hatte zu zeugen und jetzt in Astoria Leib heranwuchs. Er hatte Astoria bei sich und das war schon sehr, sehr viel wert. Er mochte ihre Nähe. Er liebte es mit ihr intim zu werden und sie machte sich gut an seiner Seite. Als seine Ehefrau. Auch wenn vermutlich die Hälfte der Frauen Englands sie deshalb am liebsten verfluchen wollten. Als sie eine neue Kugel aus einen der Kartons heraus schweben ließ, räusperte er sich und trat ein.
„Das ist der letzte Karton, den ich gefunden habe.", erklärte er und hob die kleine Schachtel hoch. Er war am Dachboden gewesen. „Es sind aber keine Kugeln, sondern Holzanhänger.", erklärte er und öffnete die Schachtel.
Er hatte die Anhänger seit Jahren nicht mehr gesehen.
„Die sind ja niedlich.", sagte Astoria und griff nach einem bemalten Schaukelpferdchen.
„Meine Großmutter hat die schon immer benutzt.", sagte er stirnrunzelnd und ließ sich die Schachtel aus der Hand nehmen.
„Das sind dann die Letzten."
Er lachte. „Nun mehr passt wohl auch an den Baum nicht mehr rauf."
Sie ließ die Anhänger auf den Baum schweben. „Denkst du es ist übertrieben?"
Er schüttelte entschieden den Kopf. „Nein. Nein mit Sicherheit nicht." Sie sah ihn skeptisch an und er grinste schief. „Nun ja, vielleicht. Ein klein wenig." Er griff nach dem letzten Anhänger und hing ihn per Hand auf. „Aber der Baum sieht toll aus. Also mach dir keine Gedanken." Sie musterte den Baum skeptisch und er nahm sie in den Arm und küsste sie kurz auf den Mund. „Die werden ihn toll finden. Glaub mir." Sie plante alles ins Detail für das morgige Essen. Seine Hand strich über ihren Bauch und er lächelte, als er die Bewegung des Kindes wahrnahm. „Geht es unserem Baby gut?"
Sie nickte. „Ja. Ganz gut.", meinte sie sanft und er sah sie prüfend an.
„Und dir? Wird dir das nicht zu viel? Weihnachten? Das Essen? Die Übersetzung für das Ministerium?"
Sie schüttelte den Kopf. „Alles bestens. Mach dir keinen Kopf."
Machte er sich aber ständig.
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Der Deal
Storie d'amoreHyperion Greengrass hat sich verspekuliert. Die Familie und das Unternehmen stehen vor dem finanziellen Ruin. Doch eine Möglichkeit steht offen, Draco Malfoy, der zu den reichsten Männern Englands gehört, um Hilfe zu bitten. Doch Draco Malfoy ist ke...
