Astoria schreckte auf, als ein Donnergrollen sie aus dem Schlaf riss. Ein heller Blitz erhellte den Raum und sie hörte das Klopfen des Regens. Sie griff neben sich und fand nur leere. Sie war alleine. Wo war Draco? Sie stand hastig auf und schob die Terrassentür des Schlafzimmers zu und zuckte erneut zusammen, als es Blitzte und wieder donnerte. Es stürmte regelrecht draußen. Ein Unwetter. Wer hätte das gedacht. Als sie eingeschlafen war, war es draußen noch so klar gewesen. So schön. Sie zuckte zusammen, als es irgendwo im Haus krachte. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Was zum Teufel war das? Sie zuckte erneut zusammen, als es wieder krachte und sie eindeutig Draco brüllen hörte. Als sie eindeutig das splitternd von Glas hörte, lief sie in dem kurzen Nachthemdchen einfach los. Sie wollte Licht machen, doch es ging nicht. Ob der Blitz irgendwo eingeschlagen war? Sie überlegte einen Augenblick zurück ins Schlafzimmer zu gehen, um ihren Stab zu holen, als wieder ein lautes Poltern zu hören war.
„Draco?", fragte sie ängstlich und ging weiter. Sie betrat die Küche und entdeckte ihn. Ihn, offenbar Alkohol und eine zerdepperte Flasche. Vielleicht waren bei den Scherben auch zwei Gläser dabei. Das konnte man schlecht sagen in dem schwachen Licht der Kerze, die er offenbar angezündet hatte. „Was tust du den da?", fragte sie und er wirbelte kurz zu ihr herum.
Seine Augen wirkten dunkel und glasig. „Ach du.", sagte er mit schwerer Zunge.
Ach du? Wenn hatte er erwartet? Sie waren alleine.
„Was hast du gemacht?", fragte sie und sah auf die Scherben, die im Raum lagen.
„Ich habe die Flasche nicht aufbekommen.", warf er ein und leerte sein Glas in einem Zug.
Er war eindeutig betrunken. Man hörte es nicht nur. Sondern roch es auch. Was zum Teufel war mit ihm los? Sie hatte ihn noch nie so erlebt. Niemals.
„Warum trinkst du?", fragte sie und ging näher auf ihn zu, als er sich erneut das Glas auffüllte.
„Weil der Schmerz nicht aufhört."
„Welcher Schmerz?", fragte sie.
„In meinem Kopf.", brummte er. „Und in meinem Arm.", fügte er hinzu und ballte seine linke Faust und schien auf das verblasste Mal zu blicken. „Dieser verfluchte Arm."; knurrte er ungehalten.
„Komm wieder ins Bett. Du bist betrunken.", sagte sie leise. Sie berührte ihn zögerlich und zuckte zusammen. Er glühte regelrecht. „Du hast Fieber."
Sie wich etwas zurück, als er ihr energisch den rechten Arm entzog.
„Lass mich. Das brauche ich nicht." Er nahm einen neuen Schluck aus dem Glas. „Ich brauche niemanden."
„Du hast Fieber. Du bist bestimmt krank. Ich mache mir nur Sorgen.", versuchte sie zu erklären.
Warum war er manchmal so ein Sturer Idiot?
Ein Hauch Kälte schien in seine Augen zu wandern, die Astoria Angst machte.
„Dazu brauche ich dich nicht.", sagte er lauter. „Dazu brauche ich niemanden und erst recht nicht dich!" Sie kniff die Augen zusammen, als er das Glas gegen die Wand schlug und es dort zersprang. „Verschwinde! Na los!", verlangte er und sie atmete stockend, rührte sich aber weiter nicht. „Ihr denkt doch ohnehin, dass ich so verrückt werde wie mein Vater. So krank. Jeder glaubt das."
„Was glauben die?", fragte sie belegt und ihre Finger krallten sich in ihr Nachthemd.
„Dass ich mich umbringen werde, so wie Lucius. So wie Abraxas." Sie verstand nicht. „Alle glauben das.", murmelte er und trank aus der Flasche. „Selbst meine Mutter denkt das."
„Ich denke das nicht.", sagte sie gedämpft, obwohl sie keine Ahnung hatte.
Überhaupt keine.
Er lachte lustlos auf. „Du hast keine Ahnung." Hatte sie wirklich nicht. Sie wich zurück, als er den wenigen Abstand so schnell überbrückte, dass sie schon glaubte, er wäre appariert. Er umfasste ihr Gesicht. Seine Haut schien zu glühen. „Du solltest laufen, kleine Tori. Ich bin dein Verderben. Das sagt zumindest sie. Das ich dich verderbe. Dich manipuliere. Dein Untergang sein werde."
Sie schluckte hart. „Wer sagt das?"
„Professor Hunt.", spuckte er regelrecht vor und ließ sie wieder los, nur um an ihr vorbeizugehen und den Küchenblock zu umrunden. „Diese dumme nutzlose Frau, die überhaupt nichts bringt. Wozu gehe ich zu dieser inkompetenten Hexe, wenn die Schmerzen und Albträume dann wieder da sind?" Wollte er darauf wirklich eine Antwort. „Es wäre so leicht?", sagte er leise und griff nach einer der Scherben.
„Draco.", sagte sie entschieden, damit er sie wieder ansah.
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Der Deal
RomantikHyperion Greengrass hat sich verspekuliert. Die Familie und das Unternehmen stehen vor dem finanziellen Ruin. Doch eine Möglichkeit steht offen, Draco Malfoy, der zu den reichsten Männern Englands gehört, um Hilfe zu bitten. Doch Draco Malfoy ist ke...
