Kapitel 10

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Mit William in den Urlaub zu fahren, war das Beste was sie tun konnte. Weg von England und dem Gerede. Warmes Wetter, wunderbares glitzerndes Meer und eine unbeschreiblich schöne Aussicht auf die Landschaft auf Monaco. Sie verbrachten meistens den ganzen Tag mit der Yacht im offenen Meer und legten erst immer am Abend an, um irgendwo in der Nähe der Anlegestelle Essen zu gehen. Wenn es nach ihr ginge, könnten sie hier gut den ganzen Sommer verbringen. Scheiß auf England oder das Studium. Sie fühlte sich ein klein wenig rebellisch. Vermutlich weil es sich so leicht anfühlte und einfach.
„Du hast immer noch nicht gesagt, wo wir hingehen.", warf sie ein, als sie in den Wagen stieg und neben William Platz nahm, der in einen teuren Anzug steckte.
„Auf eine Party eines guten Freundes.", erklärte er und sie sah auf sich hinab.
„Bin ich denn überhaupt passend angezogen?" William grinste sie an. „Das Motto ist Gold und Schwarz. Da dein Kleid Gold ist, denke ich, ja."
Ein Kleid, das sie aus welchen Gründen auch immer eingepackt hatte. Es war ein kurzes Cocktailkleid, das tatsächlich goldfarben war. Der Rockteil bauschte sich ein klein wenig.

„Darfst du mich den einfach mitnehmen?"
„Louise hat sogar darauf bestanden.", erwiderte er neben ihr, während der Fahrer des Wagens eine Straße hinauf fuhr, zu einer Anhöhe.
„Louise?"
Ihr sagte der Name nichts.
„Louise Lambert. Er ist so was Ähnliches wie ein Graf und ein alter Freund von mir." Astoria wirkte unruhig und William griff nach ihrer Hand. „Du wirst ihn mögen und du wirst diese Party lieben. Das ist nicht wie in England, wo alles so steif abläuft. Hier kann man ohne Bedenken feiern, ohne dass jemand etwas sagt. Wir werden unter uns sein."
Das hörte sich definitiv interessant an.
„Na dann werden wir wohl heute Abend viel Spaß haben."
„Ich passe auf dich auf. Versprochen."
Die Fahrt dauerte nicht lange, aber Astoria kam aus dem Staunen nicht raus, als sie ein goldenes Tor passierten und einen langen angelegten Weg entlang fuhren, der zu einem Haus führte, dass eher einem Schloss ähnelte.
„Du meine Güte.", murmelte sie, als sie im Hof stehen blieben und William ihr die Hand reichte, um auszusteigen.
Das Haus war hell erleuchtet und die Musik hörte man sogar hier draußen und es schienen sich gerade ein Haufen Menschen ins Haus zu drängen.

William legte ihr den Arm um. „Keine Sorge. Das wird lustig. Versprochen.
Sie sah zu ihm auf und lachte unsicher auf. „William York, ich bin gespannt, in welche Schwierigkeiten du uns wieder bringst."
Er lachte und sie stiegen die Treppe nach oben mit den anderen Gästen. Die große Eingangshalle schien zu platzen an Leuten. Überall standen Gäste, die sich unterhielten, lachten und an Drinks nippten. William griff nach zwei Martini Gläsern, die von einem Kellner getragen wurden, von denen sicher gut ein Dutzend alleine im Eingang herumrannten. Er gab Astoria eines der Gläser und sie hakte sich mit der anderen Hand bei ihm ein. Sie nippte an dem Trink und sah verwundert auf das Glas. Es schmeckte nach Granatapfel mit einem Alkohol vermischt, denn sie nicht herausschmecken konnte. Es war das Beste was sie jemals getrunken hatte. Sie sah nach oben, als goldene Konfetti auf sie runter rieselten, nur um zu verschwinden, bevor die Schnipsel den Boden erreichten. Sie hatte so was noch nie gesehen.

Sie betraten offenbar einen Ballsaal, indem wild getanzt wurde und die Musik am lautesten war. Die großen Fenstertüren in dem Saal waren geöffnet, um wohl nicht nur kühlere Luft in den Raum zu lassen. Astoria erhaschte einen Pool draußen und ebenso viele Leute wie in dem Raum. Es war... verrückt.
„Komm.", rief ihr William durch den Lärm zu und zog sie mit nach draußen.
Sie gingen auf eine Gruppe junger Menschen in ihrem Alter zu und ein Mann mit goldblondem Haar blickte auf und in seinen blauen Augen regte sich etwas, als sie näher kamen.
„William.", begrüßte er ihn und die beiden umarmten sich leicht, bevor William sich zu Astoria wandte und die blauen Augen des unbekannten Mannes auf ihr ruhten. „Und das muss die berühmte Astoria sein." Sie wurde leicht rot und reichte ihm die Hand, worauf er einen Handkuss drückte. „William redet fast nur über Sie, wenn er hier ist."

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