Kapitel 6

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Dieser Deal, war das Beste, auf das er sich jemals eingelassen hatte. Das beste Geschäft in seinem verdammten Leben. Sie war unerfahren, gewiss, aber der erste Sex war gut. Sehr gut und das obwohl sie keinerlei Erfahrung hatte. Eigentlich war sein Plan gewesen, sich zurückzuziehen in einer der Gästezimmer nach dem Akt. Er schlief nie neben einer Frau. Viel zu intimer Kontakt denn er nicht brauchte und wollte. Besonders weil sich die meisten Frauen darauf sofort etwas einbildeten. Aber er war in zufriedener Stimmung gewesen und immerhin war es ihr erstes Mal gewesen. Er wollte kein komplettes Arschloch sein. Immerhin hatte er dafür etwas bekommen, was niemand anderes mehr beanspruchen konnte. Er war stolz auf sich, auch wenn das eingebildet klang. Es war ihr erstes Mal gewesen und er hatte sie dabei zum Orgasmus gebracht. Sie war himmlisch. Er Körper ein Traum. Ihre Haut warm und zart. Merlin, und dieser Mund gehörte verboten. Wusste sie eigentlich, wie himmlisch sie küssen konnte? Wie unglaublich attraktiv sie war? Vermutlich hatte sie keine Ahnung.

Im Nachhinein Betracht, war es eine gute Idee gewesen, bei ihr zu schlafen. Denn als er im Morgengrauen aufgewacht war und sie so nahe bei ihm gelegen war, nackt nur mit einem Laken bedeckt, hatte er ungewöhnlich schnell Stimmung auf Sex gehabt. Er hatte angefangen sie küssen und zu streicheln, bis sie aufgewacht war, nur um mit ihr erneut zu schlafen und sie war wesentlich bereiter gewesen, als zu Beginn. Hatte keine Angst gezeigt oder Unsicherheit. Sie lernte also schnell dazu. Er hatte sie beide zu einem grandiosen Ende gesteuert, nur um wieder vor Erschöpfung einzuschlafen. Er war zufrieden. Zufrieden mit ihr. Zufrieden mit dem Deal und zufrieden mit sich selbst. Er hatte gute Laune, weil er guten Sex hatte, das wusste er genau als er lautlos aufstand, sich duschte und anzog. Er überlegte einen Augenblick, ob er sie wecken sollte, aber sie wirkte so friedlich und schön anzusehen, dass er sie weiterschlafen ließ.

Sie wirkte irgendwie... zerbrechlich, in dem großen Bett. Sie hatte sich zusammengerollt und ihre Haut wirkte noch heller, durch die dunklen Laken. Ihre Haare waren weich und glänzend auf dem Kissen ausgebreitet. Sie war wirklich schön. Nicht dieses aufgesetzte schön, dass sich viele Hexen einbildeten, weil sie sich aufdonnerten und in Wirklichkeit nichts von wahrer Schönheit verstanden. Sie war eine gute Wahl. Es war ein guter Deal. Er hinterließ ihr eine Nachricht. Dass sie bleiben konnte, solange sie wollte. Dass er in der Arbeit war. Dass er sich melden würde. Wenn es nach ihm ginge, so schnell wie möglich, das schrieb er allerdings nicht. Er machte sich auf den Weg in seine Firma, denn er wollte auch seine Abmachung einhalten. Sie sollte auf gar keinen Fall auf die Idee kommen, dieses Geschäft zu bereuen.






Als sie aufwachte, war sie alleine. Sie starrte einige Minuten lang die Decke an, bevor sie sich auf die Seite rollte und einen Zettel entdeckte. Sie umschlang das Laken fester und setzte sich auf, bevor sie nach dem Pergamentfetzen griff. Eine Nachricht von ihm. Sie rollte mit den Augen, als er ihr anbot, dass sie solange bleiben könnte, wie sie wollte. Sie war vermutlich schon viel zu lange hier. Sie konnte froh sein, wenn Daphne noch nicht ihr verschwinden bemerkt hatte bzw. dass sie heute Nacht nicht nachhause gekommen war. Sie gähnte und fuhr sich durch ihre Haare. Als sie sich streckte, zog sie schwer die Luft ein. Sie fühlte sich nicht nur müde und erschöpft, sondern auch furchtbar verspannt und wund.

Sie hielt inne und wurde bei dem Gedanken an die Nacht wieder rot. Sie hatte Sex gehabt und das gleich zweimal. Sie hatte solche Angst vor den Schmerzen gehabt und das völlig umsonst. Sie biss sich auf die Unterlippe. Es war... schön gewesen. Er hatte sein Versprechen gehalten. Er war vorsichtig gewesen. Hatte versucht ihr so wenig Schmerzen wie möglich zu bereiten. Es war seltsam gewesen, so etwas Intimes mit einem... nun fast völlig Fremden zu erleben. Was wusste sie schon? Nun bis auf das was alle wussten von ihm? Sie wusste so gar nichts von ihm. So Dinge wie, was er gerne hatte. Oder was er gerne aß. Seine Lieblingsfarbe. Unsinnig, es war ein Geschäft. Sie sollte sich für solche Dinge gar nicht interessieren.

Sie stand leicht schwankend von dem Bett auf und tapste nackt zu einer der beiden Türen. Der erste Raum war offenbar sein Ankleidezimmer. Sie sah vor allem Anzüge. Hatte er eigentlich irgendwelche bequeme Sachen? Sie schloss die Tür und fand im zweiten Zimmer das Badezimmer. Selbst hier waren kaum Sachen von ihm zu finden. Sie suchte in den dunkeln Schubladen des Badezimmerschrankes nach etwas zum Waschen und entschied sich für einfache Seife. Wenn Daphne Männerduschgel riechen würde, wäre es dahin mit ihren Ausreden. Sie duschte sich ausgiebig. Wusch die Spuren der letzten Nacht hinfort und spürte dabei noch, wie empfindlich sie war. Vermutlich gewöhnte man sich mit der Zeit daran. Zumindest nahm sie das an.

Als sie fertig war, tapste sie mit einem Handtuch um, zurück ins Schlafzimmer. Sie griff nach ihrem Kleid, das er offenbar auf den Sessel gelegt hatte und wühlte in dem Unterrock umher, bevor sie die eingenähte Tasche fand und nach ihrem Zauberstab griff. Sie trocknete ihre Haare und sah sich dann um. Sie sammelte ihre Unterwäsche vom Nachtkästchen auf und zog sie an. Ihre braunen Augen huschten wieder zu dem Kleid. Sollte sie es anziehen? Sie atmete schwer aus, bevor sie zu dem Ankleidezimmer ging. Sie brauchte ein paar Schubläden und Schranktüren, bevor sie ein Shirt vom ihm fand und es anzog. Sie würde ins obere Gästezimmer flohnetzen und somit schnell in ihr Zimmer kommen und das hoffentlich so, dass man sie nicht dabei sah.

Ihr Blick glitt zum Bett und sie griff nach den Decken und Lacken, um es zu machen, als sie Spuren der letzten Nacht fand. Es war seltsam es wahrhaftig zu sehen, was sie gestern Nacht verloren hatte. Ein wenig Blut, nicht mehr. Irgendwie ein lächerliches und geringes Opfer. Seit gestern wusste sie eigentlich nicht mehr, warum darum so ein Aufsehen gemacht wurde. Sie zog das Bett ab und musste feststellen, dass es in der Wohnung offenbar keine Waschmaschine gab. Aber dafür einen Korb mit Schmutzwäsche, wo auch die Bettwäsche landete. Vermutlich wurde sie abgeholt oder Hauselfen säuberten sie. Astoria brauchte fast eine halbe Stunde um herauszufinden, dass es einen versteckten Schrank im Schlafzimmer gab, wo die Bettwäsche lagerte. Sie überzog das Bett und machte es, bevor sie ihre Sachen raffte und ins Wohnzimmer tapste, um das Flohnetzwerk zu benutzen.

Es war still im Haus, was Astoria nicht wirklich verwunderte. Vermutlich war ihr Vater und Edgar bereits in der Arbeit und wenn sie Glück hatte, traf Daphne vielleicht eine Freundin oder war einkaufen für das Baby. Astoria schlich auf Zehenspitzen in ihr Zimmer, hing ihr Kleid in den Schrank und ging ins Badezimmer um sich die Zähne zu putzen. Sie schlüpfte aus Malfoys Shirt und griff nach einem Nachthemd, dass an der Badezimmertür hing. Sie zog die Vorhänge in ihrem Zimmer zu und war gerade mal einen Wimpernschlag in ihrem Bett, als die Zimmertür aufgerissen wurde und die Vorhänge von selbst sich wieder aufschoben. Daphne stand wie ein wütender Racheengel in der Tür.
„Wo bei Merlins Bart warst du verdammt?!"
Verdammt.

Daphne schmiss die Tür hinter sich zu, während Astoria aufrecht im Bett saß.
„Kannst du dir vorstellen, dass ich mir Sorgen gemacht habe?! Und keine Nachricht von dir, wo du steckst. Nicht einmal einen kurzen Patronus. Denkst du, ich mache mir keine Sorgen mehr um dich, nur weil du erwachsen bist?"
Astoria hatte keinen Nerv dafür. Sie war müde und erschöpft.
„Daphne...."
„Nichts Daphne. Ich will wissen, wo du warst, und zwar sofort."
Astoria sah sie ruhig an. „Bei einer Freundin."
Daphne schnaubte und setzte sich auf den Rand des Bettes. „Einer Freundin?"
Astoria überlegte schnell. „Bei Delia. Ich habe sie auf den Ball getroffen. Wir haben bei ihr gequatscht und als es so spät war, hat sie vorgeschlagen, dass ich bei ihr schlafen kann." Daphne schien sich zu entspannen und Astoria griff nach ihrer Hand. „Ich wollte dich nicht beunruhigen. Ich... habe nicht nachgedacht."
Sie hatte wirklich an viele Dinge gedacht, aber nicht daran Daphne Bescheid zu sagen.

Astoria schnappte überrascht nach Luft, als Daphne zu ihr aufrückte und ihre Arme fest um sie schlang.
„Ich habe einfach Angst noch jemanden aus unserer Familie zu verlieren."
Astoria erwiderte die Umarmung. „Du verlierst mich nicht, Daphne."
„Ich könnte es einfach nicht ertragen.", murmelte die Blondine und Astoria verstand es.
Sie hatte zuerst ihre leibliche Mutter verloren und gerade als sie dachte, eine neue Mutter gefunden zu haben, war auch Astorias Mutter von ihnen gegangen. Astoria ließ sie los und strich ihrer Schwester sanft über die Wange.
„Hab keine Angst, Daphne."
Daphne umarmte sie wieder. „Ich habe dich lieb.", nuschelte sie und Astoria lächelte.
„Ich habe dich auch lieb." Astoria schob ihre Schwester erneut weg. „Aber so lieb ich dich auch habe, ich will jetzt schlafen."
Daphne schmunzelte. „Na schön."
Die Vorhänge schoben sich wieder zu und Astoria kuschelte sich in ihre Kissen. Sie spürte, wie Daphne ihr erneut über das Haupt fuhr und noch bevor sie das Zimmer verließ, war Astoria schon eingeschlafen.

Der DealWo Geschichten leben. Entdecke jetzt