Kapitel 30

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Irgendetwas stimmte mit ihm nicht und Astoria glaubte nicht daran, dass er verrückt wurde, so wie Draco es zurzeit ständig prophezeite. Astoria hatte nur noch nicht herausbekommen, an was es lag. An was es lag, dass Draco kaum traumlos schlief, trotz der Heiltränke, die er jetzt zur Unterstützung nahm. Dass er düstere Gedanken hatte und manchmal Panikattacken bekam. Astoria wusste den Grund noch nicht wirklich und auch Hunt konnte es sich nicht erklären. Sicher, Draco hatte schlimmes durchgemacht und ja, dass könnte ihn runterziehen, erklärte aber nicht, wieso er nicht schlafen konnte, trotz Schlaftrank. Astoria zerbrach sich darüber langsam den Kopf, weil sie nicht wusste, was sie tun sollte. Es war seltsam, wenn er einige Tage zuhause war, ging es ihm gut, sehr gut sogar. Vor vier Wochen hatte er fünf Tage freigenommen. Der erste Tag war noch schlimm gewesen, aber die restlichen Tage waren entspannt und schön gewesen. Keine Albträume. Keine Schlafstörungen und Angstzustände.

Ob es an der Arbeit lag? Aber Draco war gut in seiner Arbeit und er fühlte sich auch nicht gestresst. Sie hatten das letzte Mal in der Sitzung darüber gesprochen und er hatte das verneint. Im Gegenteil, umso aufregender seine Arbeit war, umso zufriedener schien er zu sein. Er sollte jetzt alles protokollieren, was er aß und trank. Wozu das nützen sollte, wusste Astoria nicht, aber er tat es, weil Hunt das sagte. Sie zweifelte nicht an der Heilerin, aber verdammt nochmal, sie mussten endlich herausbekommen, was mit Draco los war. Dringend. Nicht weil sie Angst hatte vor Draco, nein weil sie Angst hatte, dass Draco etwas Dummes tat. Sie hatte Angst um ihn. Angst ihn zu verlieren, auch wenn er immer versuchte die Kontrolle zu behalten. Er hatte Heidenangst, furchtbare Angst, dass er etwas Dummes tat und damit Astoria und seinen Sohn verletzte.

Sie drückte Scorpius etwas fester an sich und wiegte ihn weiter auf dem Arm, damit er wieder einschlief. Der Kleine war etwas erkältet. Nicht schlimm, aber schlimm genug, dass er aufgewacht war. Sie hatte ihn mit Balsam eingecremt, damit ihm das Atmen leicht fiel und gab ihn nochmal etwas zum Trinken. Sie legte ihn vorsichtig wieder in sein Bettchen und strich ihm sanft über das Köpfchen und seinen kleinen Pausbacken. Er war wunderbar, ihr kleiner Sohnemann. Auch wen er überhaupt nicht geplant war. Er war ihr Goldstück. Schon alleine deshalb musste sie versuchen herauszubekommen, was bei Draco diesen Zustand auslöste. Ihr Blick wurde besorgt. Sie zweifelte langsam daran, dass es wirklich psychische Ursachen hatte. Irgendetwas stimmte nicht. Aber was? Was stimmte nicht? Sie übersah was und das war etwas, was ihr unheimliche Angst machte. Das ihr einfach etwas ... Entging. Nicht erblickte.

Sie verließ leise das Zimmer ihres Sohnes und betrat noch leiser das Schlafzimmer, nur um die Tür zuzumachen und sich umzuwenden, als Draco im Bett jammerte. Er bewegte sich abgehakt. Lege den Kopf hin und her, während er vor sich her murmelte. Sie war mit wenigen Schritten bei ihm und kniete sich aufs Bett.
„Draco.", sagte sie und rüttelte ihn leicht. „Draco, wach auf.", verlangte sie lauter und legte ihre Hand an seine Wange, als er aufschreckte und sich panisch umsah. Nur die Lampe an ihrem Nachttisch brannte, die sie eingeschaltet hatte, als sie nach Scorpius gesehen hatte. Sie umfasste mit beiden Händen sein Gesicht, als er sich angsterfüllt aufsetzte. „Es war nur ein Traum. Nur ein Traum. Du bist in Sicherheit." Er atmete schwer aus und sie musterte ihn besorgt. „Hast du das verstanden?", fragte sie nach und das nicht ohne Grund.

Das letzte Mal hatte er im Anschluss gleich eine Panikattacke bekommen. Er nickte schwerfällig, seine Stimme war brüchig.
„Ja. Ja, ich bin wach. Ich bin wach und weiß, dass ich hier bin mit dir." Sie küsste ihn und legte ihre Stirn an seine. Er schloss die Augen und schien sich langsam zu beruhigen. Sie kniete sich mehr aufs Bett und zog ihn fest an sich. Sie spürte, wie er ihr Schlüsselbein küsste. „Lass mich nicht alleine."
Sie schüttelte den Kopf.
„Niemals, Draco. Niemals." Sie hatte nur Angst, dass er sie alleine ließ. „Ich werde immer bei dir sein. Ich verspreche es.", sagte sie leise und strich ihm durchs Haar, während er sich an sie klammerte und er ruhiger wurde. „Ich liebe dich.", sagte sie leise. „Ich liebe dich, Draco und es wird alles gut. Glaub mir."
Zumindest hoffte sie das.

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