Kapitel 31

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Wir nähern uns dem Ende ^^ Danke für die Abstimmung <3







Draco hätte nicht gedacht, dass er jemals wieder hierherkommen würde. Jemals wieder in diesen Mauern sein würde. Wobei es nicht zu vergleichen war zu früher. Askaban wirkte heute recht harmlos im Vergleich zu damals nach dem Krieg und das obwohl es damals schon keine Dementoren mehr gegeben hatte. Askaban war nicht mehr das Gefängnis, was es mal war, was Potter und der neuen Regierung nach dem Krieg zu verdanken war. Sicher, es war ein Gefängnis. Aber unter sichtlich humaneren Bedingungen. Er war hier selbst gewesen, auf genau dem gleichen Trakt, als er in Untersuchungshaft gesessen war. Die ersten Tage nach dem Krieg. Er wirkte immer noch ein wenig schwach auf den Beinen und er war immer noch müde. Er hatte die letzten vier Tage fast nur geschlafen und als er heute entlassen worden ist, hatte er darum gebeten hierher zu kommen. Jeder war dagegen. Seine Mutter, Astoria und auch die Auroren. Doch Potter hatte es zugelassen. Hatte ihn hierher gebracht. So wie Draco das verstanden hatte, leitete er die Ermittlungen in diesem Fall.

Er hatte die ersten drei Tage wenig mitbekommen, als er im Hospital war. Sehr wenig sogar. Die meiste Zeit hatte er geschlafen. Viel geschlafen. Doch Astoria hatte recht behalten. Sobald das Zeug raus war aus seinem Körper, sich der Wirkstoff abgebaut hatte, ging es ihm gut. Keine Albträume. Keine Panikattacken. Sicher, er dachte mit Schwermut an seinen Vater, an seiner eigenen Vergangenheit, aber keine Selbstmordgedanken. Nicht die geringste Spur. Als wäre es ... Nie dagewesen, auch wenn es einmal da war. Das wusste Draco. Kurz nach dem Krieg. Aber er hatte an sich gearbeitet und tat es weiterhin. Er war nicht verrückt. Er war nicht selbstmordgefährdet, weil er depressiv war oder es erblich bedingt sein könnte. Nein. Ihm ging es gut.

Er hielt an, als Potter mit einem Wachmann sprach und sah den Dunkelhaarigen aufmerksam an, als er auf Draco zutrat.
„Du hast fünfzehn Minuten. Mehr Zeit kann ich dir nicht geben."
„Mehr brauche ich nicht."
Vermutlich brauchte er viel weniger Zeit. Der Wachmann öffnete die Tür und Draco war nicht wirklich verwundert, als die junge Frau aufsah. Sie saß vor einem Tisch und wirkte erstaunt. Sie hatte nicht mit ihm gerechnet.
„Draco?"
Draco blickte hinter sich, als der Wärter die Tür wieder schloss. Er sah die Brünette Frau an, die blass und verweint wirkte.
„Hallo Pansy."
Pansy schüttelte leicht den Kopf.
„Was machst du hier?"
Er zog den anderen Stuhl aus dem Tisch und setzte sich ihr gegenüber.
„Kannst du dir das nicht denken?"
Sie schniefte und senkte den Blick.
„Dich ergötzen an meinem Leid?"

Er atmete schwer aus.
„Könnte ich, oder? Das wäre zumindest eine Idee, nachdem du fast Schuld warst mit deinem Mann, dass ich nicht mehr unter den Lebenden weile."
„Ich habe keine Ahnung, von was du sprichst.", widersprach sie.
„Dein Mann hat bereits gestanden.", erwiderte Draco ruhig und in Pansys Augen regte sich etwas. Draco legte den Kopf schief. „Guter Plan, wenn ich sagen darf. Ich habe deine Großcousine nicht mehr erkannt. Es war schlau, sie als Praktikantin bei mir in der Firma einzuschleusen. Ich danke dir, deshalb. Das hat eine gewaltige Sicherheitslücke in meinen Unternehmen aufgedeckt. Ich muss eindeutig meine Angestellten besser überprüfen."
Sie sagte nichts und Draco sah seine ehemalige Klassenkameradin und Freundin an.

„Das einzige was man Robert wohl nicht nachweisen kann ist die Absicht zum Mord. Er redet sich raus, dass er meine Geschäfte verhindern wollte. Er wird wegen Körperverletzung angeklagt." Ihre Unterlippe bebte und sie senkte den Blick, als sich neue Tränen bildeten. „Was ist mit dir los, Pansy? Was hast du dir dabei gedacht?" Sie schüttelte den Kopf und atmete heftig ein und aus. „Sag mir, warum du das getan hast?"
„Ich weiß nicht.", murmelte sie. „Ich ... keine Ahnung. Ich war ... so wütend auf dich."
„Auf mich?", fragte er gereizt. „Was habe ich dir getan, dass es rechtfertigt, dass du mich tot sehen willst?"
„Ich wollte dich nicht tot sehen.", brach es aus ihr heraus. „Ich wollte nur ... dass du leidest."
„Leidest? Wieso?", fragte er böse. „Sag mir wieso?!"
„Weil du diese Miss Perfekt geheiratet hast."

Er schüttelte verständnislos den Kopf.
„Astoria? Wegen Astoria? Was ... was redest du für einen Schwachsinn? Wir beide waren nie zusammen, Pansy. Nie. Und ich habe dir damals deutlich gemacht, dass es dazu nie kommen würde. Oder?"
„Ja.", antwortete sie bitter. „Das hast du mir deutlich gemacht im sechsten Jahr. Deutlich genug." Er sah sie einfach nur an und die Brünette strich sich über die Wangen. „Und du hast es der ganzen Welt deutlich gesagt, dass du nicht an die Liebe glaubst und niemals heiratest und dann ... dann kommt Astoria daher mit ihrem perfekten Leben, ihrem perfektem Aussehen, ihrem perfekten Ruf und ihrer unschuldigen Art." War das ein Witz? Ein perfektes Leben? Astoria hatte sich praktisch an ihn verkauft, weil sie die Familie retten wollte. Sein perfekter Deal. „Du kennst sie kaum und dann heiratest du sie. Sie! Ausgerechnet sie. Und natürlich schenkt sie dir ganz schnell ein Kind. Einen kleinen perfekten Erben."

„Du hast aus Eifersucht gehandelt?", fragte er.
Sie wischte sich erneute Tränen weg.
„Ich weiß nicht. Wir haben uns da so hochgeschaukelt. Robert war sauer auf Astoria und ich auf dich. Keine Ahnung ... Wir wollten euch einfach nur verletzten."
Seine Stimme bebte.
„Ich bin fast verblutet. Wen Astoria und Edgar nicht so schnell gehandelt hätten. Ist dir das eigentlich klar? Mal davon abgesehen, dass ich auch Astoria oder Scorpius verletzten hätte können."
Er konnte sich nicht einmal erinnern, wie er sich den Arm aufgeschnitten hatte.
„Ich wollte nie, dass jemand ernstlich verletzt wird, Draco. Das musst du mir glauben. Ich ... keine Ahnung. Als ich gehört habe, was passiert ist ... bitte, du musst mir einfach nur glauben." Sie schluchzte und er zögerte, bevor er nach einem Taschentuch kramte und es ihr reichte. „Danke.", wimmerte sie und trocknete ihr Gesicht.

„Robert wird mit drei Jahren rechnen müssen.", begann Draco nach einer Weile. „Bei guter Führung, kann er nach einem Jahr schon wieder raus."
Sie sah auf.
„Er wird eingesperrt?"
„Was hast du erwartet?", fragte er gegen. Sie schluckte sichtlich. „Er hat ausgesagt und nimmt die Schuld auf sich. Er sagt, er hätte dich dazu angestiftet. Dich und deine Verwandte."
Sie schüttelte den Kopf.
„Aber das hat er nicht. Ich ..."
Sie brach irritiert ab und er atmete schwer aus.
„Er hat das gesagt, weil er weiß, dass er dir so das Gefängnis erspart. Also würde ich bei seiner Aussagen bleiben, wenn ich du wäre. Du wirst nur Bewährung bekommen." Sie blinzelte ihn überrascht an. „Das hat er mit Absprache unserer Anwälte getan. Er will nicht, dass sein Sohn im Gefängnis zur Welt kommt." Sie wurde rot und Draco atmete schwer aus. Man sah e ihr noch nicht an, dass sie ein Kind erwartete. „Und ich denke, damit wäre uns allen nicht geholfen."

Sie schwiegen eine Weile und Pansy schniefte.
„Was wird jetzt passieren? Die Presse..."
„Wird davon nichts erfahren. Kein Wort. Robert wird verkünden, dass er eine Auszeit braucht und er wird aus der Firma zurücktreten."
Das wäre das letzte was er wollte. Das in der Zeitung stehen würde, dass er das gleiche versucht hatte wie sein Vater. Ihre Stimme zitterte.
„Was?"
„Du wirst ins Ausland gehen für ein paar Monate. Vielleicht solange Robert im Gefängnis ist. Dann könnt ihr euch wieder sehen lassen in der Öffentlichkeit, wenn er entlassen wird. Wer weiß, vielleicht nutzt dein Mann die Zeit einmal sinnvoll und macht eine Therapie, damit er sein Leben auf die Reihe bekommt. Hyperion wird in der Zeit wieder die Firma leiten. Solange bis die Fusion stattgefunden hat."
„Du nimmst die Firma unter deine Fittiche?", stellte sie fest und er legte den Kopf leicht schief.
„Nicht wirklich. Nein. Ich bin mehr eine Art Verwalter. Ich werde die Geschäfte leiten, damit du und der Rest von Roberts Familie nicht in der Gosse landet."
Denn das würden sie alle, wenn Robert die Geschäfte leiten würde. Er verstand gar nichts von der Wirtschaft. Geschweige von guten Deals.

„Und eines Tages, wenn dein Sohn alt genug ist, er das möchte und seine Ausbildung abgeschlossen hat und genügend Erfahrung gesammelt hat, kann er, als Erbe, so wie Astorias Vorfahre das vorgesehen hatte, die Firma übernehmen."
Eine Firma die funktionierte und nicht vor dem Konkurs stand. Sie sah ihn fassungslos an.
„Das ... das würdest du tun?"
Er atmete schwer aus.
„Ich sage das jetzt nicht gerne, Pansy. Nicht nach allem was passiert ist. Aber wir sind eine Familie." Wie Bizarr sich das anhörte. „Familie hält zusammen. Also werden wir das so tun." Er blickte sie direkt an. „Du wirst jetzt Mutter, Pansy. Mach dir das bitte in der Zeit bewusst, die du noch hier bist. Es ist entscheidend für die Entwicklung deines Kindes, ob du eine gute Mutter sein wirst, die ihre Familie beschützt und dafür sorgt, dass ihr Kind in einer liebevollen Familie aufwächst. Oder ob du dafür sorgst, dass es deinem Sohn wie dir geht, mit deinen Eltern." Er stand auf und sie sah ihm dabei zu. „Und deinem Robert, scheinst du wichtig zu sein. Du und das Baby."
Auch wen er das immer noch nicht wirklich glauben konnte. Er war schon fast bei der Tür, als Pansy Stimme leise erklang.
„Danke Draco." Er sah sie an. „Und es tut mir wirklich leid. Ich ... Es tut mir leid."
Er nickte stumm und wandte sich von ihr ab, als die Tür aufgesperrt wurde. Er wollte nur noch Nachhause. Nachhause zu seinem Sohn und seiner Frau.

Der DealWo Geschichten leben. Entdecke jetzt