20. Issues

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ELEANOR

Ich hasste es.

Ich hasste es absolut.

Mit auf Tour zu gehen war der reinste Alptraum. Die ganzen Fotografen welche einem folgten und ganz zu schweige von der nicht vorhandenen Privatsphäre. Aber wenigstens hatte ich Louis bei mir, ah nein, dass hatte ich auch nicht.

Louis hatte nie Zeit auf Tour, da drehte sich alles für ihn um die Tour, ich war da Nebensache. Da brauchte er sich auch gar nicht zu wundern, dass ich extra paar Fotoshootings angenommen hatte, um bloß nicht nach Australien mitzufliegen. Und jetzt stand ich hier am Flughafen von Chicago, wartend darauf, dass mich Louis endlich abholte.

Er hatte es versprochen und mich nun vergessen. Mittlerweile war ich nicht mehr enttäuscht, ich war es gewohnt, an vierter Stelle zu stehen.

Denn vor mir kamen noch Freddie und Briana, die Jungs und die Musik. Demnach musste ich mich da ganz hinten anstellen.

Augen rollend wollte ich gerade mir ein Taxi rufen, als ich sah, wie Ella die Eingangshalle betrat. Sie hatte ihr Handy am Ohr und schien mit jemanden zu telefonieren. Ihr Blick fiel auf ihre Uhr und als sie ihren Kopf hob und mich endlich erblickte, fing sie an breit zu grinsen.

Mit schnellem Schritt näherte ich mich der Brünetten und schloss sie fest in meine Arme, als ich bei ihr ankam.

,,Es tut mir so so leid, dass ich dich abhole und nicht Louis", gestand sie und drückte mich noch fester an sich. Als ich mich von ihr löste, versuchte ich meine Traurigkeit mit einem Lächeln zu überspielen. ,,Das ist kein Problem. Ich weiß, dass er sehr beschäftigt ist", log ich und zwang mich zu einem halbherzigen Lächeln. Ellas Blick war skeptisch, doch statt was dazu zu sagen, half sie mir mit meinem Koffer. Wir gingen zu einem kleinen PKW, welchen Ella sich wohl gemietet haben musste.

Die ganze Fahrt verlief sehr schweigsam. Außer der Musik, welche im Radio lief, war es still. Wir fuhren an etlichen Häusern vorbei und ich lehnte mich mit geschlossenen Augen gegen den Sitz. Als plötzlich jedoch die ersten Töne von Just Hold on begannen, schaltete ich abrupt das Radio aus. Ellas Blick wich nicht von der Straße, doch ich wusste, was sie sich denken musste.

,,Okay, was ist los?", hakte sie nach einigen Minuten verwirrt nach.

,,Nichts ist los. Alles perfekt", log ich sie erneut an, doch diesesmal glaubte mir Ella kein Stück.

Ohne Vorwarnung bog sie plötzlich ab und parkte das Auto am Rande der Straße.

,,Wieso hälst du an?", entwich es mir und ich sah, wie Ella kurz inne hielt.

Doch dann platzte es aus ihr heraus: ,,Was ist das mit dir und Louis momentan?"

Ich hielt den Atem an und zögerte kurz. Alles in mir sträubte sich dagegen Ella die Wahrheit zu sagen, weshalb ich auch nichts sagte.

,,Nichts ist los. Alles ist gut", meine Antwort fiel kurz aus.

Ellas brauen zogen sich skeptisch zusammen: ,,El, ich kenne dich. Irgendwas stimmt nicht. Du warst schon so komisch im London."

Das Radio war ausgeschaltet, der Motor des PKWs lief immer noch und ich starrte nervös auf die Straße. Ein Kloß bildete sich in meinem Hals, den ich versuchte zu ignorieren.

,,Ella es ist alles gut. Du musst dir keine Sorgen machen."

Natürlich log ich erneut. Diesesmal schien Ella locker zu lassen. Sie glaubte mir immer noch nicht, aber merkte wohl, dass aus mir nichts rauszubekommen war.

Schließlich seufzte sie und lenkte das Auto wieder auf die Straße und es wurde wieder ruhig im Auto. Das Radio blieb immer noch ausgeschaltet und niemand sprach ein Wort.

Back to you 》N.hGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt