Fünfter Atemzug

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Komori Yui gab kein laut von sich und ließ es einfach zu, dass Sakamaki Ayato sie weg trug.

Ihr Kopf taumelte hin und her, trotzdem interessierte es sie kein bisschen. Sie war ja eh nur die Beute der Vampire und wurde ungewollt zu einem. ,,Hey, versinke jetzt ja nicht in Selbstmitleid!" Ayato schüttelte sie mit Absicht, aber da sie nicht darauf reagierte, hörte er auf, da es ihm zu langweilig wurde.

Schließlich ließ er sie auf ihren Bett liegen und verschwand ohne Weiteres aus ihrem Zimmer. Er schien nicht gerade gut gelaunt zu sein, was sie auch nicht anders hätte erwarten können. Für heute hatte Yui genug, und wollte einfach nur schlafen. Sie sah sich im runden Spiegel an und bemerkte, dass sie vollkommen dreckig geworden war. Kaltes, trockenes Blut klebte an ihrem Hals, Haare und sogar Teil ihrer Kleidung. ,,Da kann man wohl nichts machen..." sie gab einen lauten Seufzer von sich, nahm ihre Schlafgewand in die Hand und ging Richtung Badezimmer. Jetzt, da sie überlegte, fiel ihr ein, dass sie eigentlich morgen wieder zur Schule gehen musste. Bald würden sowieso die Sommerferien anfangen, weshalb sie es nicht gerade schlimm fand, hinzugehen, da der Unterricht somit kein richtiger Unterricht mehr war. Es war ja nicht so, als würde sie die Schule nur ungern besuchen. Sie war eigentlich eine Musterschülerin gewesen und hatte immer nur gute Noten geschrieben, aber momentan, war Schule, das Letzte, was ihr noch fehlte.

Als sie das Badezimmer betreten hatte, bemerkte sie nicht, dass jemand bereits in der Badewanne gelegen hatte, was sich später für sie als Fatal herausstellen würde... Langsam zog sie ihre Klamotten aus und bedeckte sich mit einem weißen Handtuch. Sie vergaß vorhin abzuschließen, also holte sie dies nach und zündete alsbald ein paar Kerzen an. Derart würde sie sich am besten beruhigen und den Alltagsstress hinter sich lassen können. Sie fing an ein Lied zu summen und wollte gerade das warme Wasser einlassen, als plötzlich Shu aus der Wanne stieg. Yui sprang erschrocken und zugleich beschämt zurück. ,,Du bist viel zu laut!" er ließ seine Kopfhörer an seinem Hals runterhängen und zog eine Augenbraue hoch, als er bemerkte, dass Yui fast nackt vor ihm stand. Ihr kam die Situation bekannt vor. Bevor sie ein Vampir wurde, nahm Shu ihr Blut zum ersten Mal als Raito gegen ihn beim Dartwerfen verloren hatte. ,,Es tut mir leid, Shu-san..." sie stotterte leicht und öffnete die Tür hinter sich. Sie konnte doch nicht unbekleidet zu ihrem Zimmer zurückgehen. Schließlich musste sie dann halbnackt durch die riesige Villa laufen, in der sich fünf weitere kranke Vampire wie er befanden.  Anziehen konnte sie sich jedoch auch nicht vor Shu, ohne ihr Handtuch loslassen zu müssen. Sie steckte jetzt in höllische Schwierigkeiten, stellte sie fest, auf ihre Unterlippe knabbernd.

Shu grinste belustigt und war kurz davor, auf sie zuzukommen, doch er hielt im Akt inne. Stattdessen ging er nun raus und ließ sie dort allein zurück ,,Nur dieses eine Mal!" er lächelte erneut und setzte seine Kopfhörer wieder auf. Yui atmete erleichtert aus und nahm entspannt ihr Bad, nachdem sie das Badezimmer auf das Genaueste ins Auge nahm, um sich zu vergewissern, dass sonst keiner sich irgendwo versteckte...

In der selben Nacht schlich sich jemand in Yuis Zimmer und legte sich vorsichtig, um sie nicht aufzuwecken, neben ihr hin. Er schüttelte seinen Kopf und somit seine roten Haare durch und ließ seinen linken Arm auf Yui ruhen, als er fertig war. Kleine Wassertropfen landeten auf der Bettwäsche, was ihn nicht sonderlich zu stören schien. Er liebte es, sich einfach neben sie hinlegen und ihre Gegenwart genießen zu können. Froh, atmete er aus. Wer verbringt denn nicht gerne Zeit mit seinem Lieblingsspielzeug? Sie hatte einen unruhigen Schlaf. Dies nahm er sofort zur Kenntnis, weshalb er sofort anfing, zu veruschen, sie zu beruhigen, indem er durch ihr Haar ihre Kopfhaut masierte. Ihre weiße, zarte Haut, die für einen kurzen Moment unter der Decke aufblitzte, ist das, was er am Meisten mochte. Ein flammendes Gefühl fand seinen Ursprung in seinem Kiefer, ebenso wie die langen, scharfen Eckzähne, die nun zu Fangzähnen heranwuchsen. Es kostete Ayato so viel Überwindung, sie nicht zu beißen und sich an ihr Blut zu laben. Sein ganzes Wesen schrie regelrecht danach- und gewann auch schließlich den Kampf.

Yui wurde gewaltsam aus ihren Schlaf gerissen. Ein stechender Schmerz durchfuhr ihren Körper. Als sie ihre Augenlider öffnete, war das Erste, was sie sah, Ayatos wuscheliger Kopfharbüschel, der sich in ihrem Hals vergrub.

Sie blickte ihn verwundert an. Er schien es zu bemerken, denn er hörte auf, ihr Blut zu trinken,um sie anzusehen. ,,Guten Morgen, Flachbrust!" er grinste sie frech an- seine Lippen mit ihrem Blut getränkt. Als Antwort schob sie ihn von sich runter und vergrub sich weiter unter ihrer Decke. Yui hasste es Flachbrust genannt zu werden... ,,Komm, hab dich nicht so! Meine Wenigkeit hat Durst." Sie ignorierte ihn weiterhin und schlief wieder ein. ,,Hey!" Ayato bemerkte, dass sie nicht sehr gut gelaunt zu sein schien, weshalb er sie in Ruhe ließ. Er hatte letzten Endes genug trinken können. Doch anstatt nun zu gehen und sie zu verlassen, machte er es sich bequem und huschte mit ihr unter ihre Decke, um einschlafen zu können...

Als ihr Wecker ertönte, stand sie auf, ohne Ayato zu bemerken und zog sich noch halb im Schlaf an. Er blieb Stumm und konnte sich das Lachen kaum verkneifen, schaffte es aber glücklicherweise noch. Nachdem, warf sich Yui wieder in ihr Bett und landete auf Ayatos Oberkörper- also bequem. Das Erste, was sie tat, war lautstark zu kreischen. Nun war sie hellwach und merkte, dass sie sich vor ihm freiwillig umgezogen hatte. ,,Neeeeein!!!" während sie schrie, warf sie Ayato ein Kissen entgegen, das er geschickt ausweichen konnte. Er lachte sehr laut und hielt sein Bauch fest. Es amüsierte ihn, denn Yuis Reaktion war schließlich noch die eines normalen Mädchens, auch wenn sie jetzt ein Vampir war. ,,Raus!" sie zeigte auf ihre Tür, während sie ihn regelrecht anfauchte. Ayato machte nicht den Eindruck, als ob er sich bewegen wolle. ,,Sei etwas leiser, du weckst sonst noch Reiji, und dann gibt's wirklich Ärger!" Yui verstummte und wurde knallrot. Sie spürte, wie das Blut in ihr ihre Wangen hochschoß und sie immer weiter färbte, sodass diese wie eine Ampel glühten, um Ayato zu signalisieren, zu stoppen. Bis jetzt hatte sie noch nie ein Junge so gesehen, außer Shu. Aber das war ein wenig Etwas Anderes gewesen.

Ayato warf sich auf Yui und hielt ihren Mund zu. Sie guckte ihn verdutzt an, er wollte wieder nur ihr Blut trinken. Er grinste weiterhin frech und ließ sie etwas rum zappeln, bis sie selber aufgab vor Müdigkeit.

,, Jetzt bleib doch mal ruhig, sonst wird es nur noch mehr weh tun..." Er biss mehrmals zu und trank soviel ihres Blutes, bis er sein Durst vollkommen sättigte. Yui bewegte sich mittlerweile nicht mehr, da sie sich seinen Arm geschnappt hatte und selbst nun davon trank. Letztendlich wollte er, dass sie das tat, wie sie mitbekam. Ayato hörte auf, trennte sich von ihrem Hals und nahm Yuis Gesicht zwischen seinen kalten Händen. ,, Du bist einfach nur süß, meine kleine Flachbrust." Nun hatte er vor sie zu küssen, doch er hielt inne. Er sah das Yui weinte, und irgendwo tief in seinen Herzen, versetzte ihm dies einen Stich. Er liebte sie, und wollte nicht, dass es ihr schlecht erginge. Aber gleichzeitig auch, wollte er sie für sich haben. Sie beißen, sie besitzen...
Und wie jeder wusste, tat Ayato immer das, was er wollte und was ihm Spaß bereitete. ,,Ayato, hör bitte endlich auf!" er küsste sie trotzdem, ihre Worte erstickend, und drückte sie gegen sich. Niemand könnte ihm je seine Yui entreißen.
Anfangs versuchte sie sich von ihm zu trennen und weigerte sich, aufzugeben, aber da sie schließlich merkte, dass es nichts brachte, ließ sie es auch sein. Anstelle davon sich nun zu wehren, erwiderte sie seinen Kuss zögerlich. Als er das bemerkte war er außer sich vor Euphorie. Der Kuss wurde von Minute zu Minute intensiver und Yui unruhiger. Zum Glück erklang die Uhr hinter ihnen, um zu signalisieren, dass eine Stunde soeben ihr Ende fand. Deshalb hörte er auf und trennte sich von ihr, traurig. ,,Wenn nur Reiji nicht da wäre..." er strich noch einmal durch Yuis Haar und stand auf. Beide mussten zur Schule gehen, und niemand wollte sich mit einem wütenden Reiji anlegen. Nein, nicht mal der verrückte Ayato. Er legte viel Wert auf die Ausbildung und kümmerte sich um seine Halbbrüder, obwohl er selbst noch zur Schule ging. Reiji war halt so einer.

Sie begaben sich Richtung Speisesaal, als sie nachdachte. Sie hatte Gefühle für die Brüder, und war sich ziemlich unsicher. Subarus und Ayato Auftreten, verwirrten sie nur noch mehr und schließlich wusste sie selber nicht weiter. Ihre Gedanken wurden von Kanato unterbrochen, der wie ein Wilder rumschrie. ,,Lass Teddy sofort in Ruhe!" Ayato, der das Kuscheltier seines Bruders weit entfernt von diesem hielt, machte sich über die Statur dessen lustig. ,,Bist du etwa noch so klein, dass du mit Kuscheltieren spielen musst?" Kanato fauchte regelrecht. In der Zeit, in der sich seine Miene verfinsterte, erschienen blaue Flammen, die den Teppich um Ayato herum anfingen zu versengen. Wie aus dem Nichts- Yui konnte nicht sehen, wie diese entfacht wurden, jedoch war sie sich ziemlich sicher, dass Kanato diese irgendwie verursacht hatte...

Das hier, was sich vor ihren Augen abspielte konnte nicht gut ablaufen...

Vampire Bride ~ Diabolik LoversGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt