Für UNS

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Endlich hatten wir uns ausgesöhnt. Allerdings kannte ich den Grund für seine "Stimmungsschwankungen" immer noch nicht richtig.
Er kann nicht mit mir, aber ohne mich erst recht nicht.

Es war wie als könnte er meine Nähe nie richtig ertragen, aber trotzdem suchte er sie. Etwas anderes was mir aufgefallen war: er schien mich in der Gegenwart der anderen regelrecht zu ignorieren.
Na ja was soll man schon erwarten...er ist bei der Nachtwache...er wird den Eid ablegen, er wird schwören NIE eine Frau zu haben oder Kinder. Er wird schwören NIE zu heiraten.
Er wird alles wegschmeißen, sein Leben verbauen, er wird sich isolieren.

Ich hatte von Onkel Tyrion erfahren, dass Jon selbst seine Geliebte Halbschwester Arya, seinen Halbbruder Bran (er hat noch mehr Geschwister) und seinen Vater verließ. Jon's wahrer Grund: er würde es nie ertragen, wenn ein Kind seinen Namen trägt. Er hat Angst. Angst davor geliebt zu werden.

Mir hatte er gesagt, er wäre hier weil ihm schwarz gut steht. Natürlich hatte ich ihm das nicht geglaubt, aber unseren Frieden von je her zu unterbrechen wollte ich auch nicht. Also beließ ich es dabei.

Nur noch zwei Tage.

Dachte ich mir, als ich eines Abends die Tische säuberte.
Zwei Tage. Dann muss Jon, mein Jon, den Eid der Nachtwache  ablegen und ich werde ihn endgültig verlieren...ich werde uns verlieren, denn ich muss meinen Eid auch noch leisten...
"Hey alles in Ordnung mit dir?" fragte mich ein besorgter Sam. "Äh ja....ich habe bloß nachgedacht..."

Sam war vor kurzer Zeit zu uns gekommen. Er ist etwas pummelig und unbeholfen mit Waffen, aber er ist eine gute, eine treue Seele. Jon hatte sich sofort für ihn eingesetzt und den Schikanen ein Ende gesetzt. Seitdem war wir ein eingespieltes Team, denn wir halfen uns gegenseitig.

Sam's Geschichte war grausam. Traurig. Nicht zu verstehen.

"Du bist meiner Ländereien und meiner Titel nicht würdig. Entweder du legst morgen das Schwarz an oder wir gehen jagen. Du wirst bei einem Unfall sterben, zumindest werde ich es so deiner Mutter erzählen." Das hatte SEIN VATER gesagt. SAM'S VATER WOLLTE IHN TOT SEHEN!

"Nachgedacht? Über was?" holte mich Sam aus meinen Gedanken zurück.

"Über die Zukunft." Antwortete ich schlicht.

"Hast du es dir etwa doch anders überlegt?" "Himmel, nein!" rief ich lachend. "Keine Sorge ich bleibe." Sam lächelt bei meinen Worten.

"Sag mal wo ist Jon eigentlich? Der war doch auch eingeteilt." Fiel es mir ein.

"Stimmt, du hast recht. Wo bleibt er nur? Schnee war noch nie unpünktlich."

"Er bereitet sich bestimmt auf seinen Eid vor." Mutmaßte ich. "Möglich." Antwortete er.

Zum Glück waren wir schnell mit abräumen fertig und so machte ich mich auf die Suche nach Lord Schnee.

"Ich gebs auf!" fluchte ich vor mich hin, als ich Jon nach einer geschlagenen Stunde immer noch nicht gefunden hatte.

Doch dann kam mir eine Idee. "Destiny!" rief ich quer über den Trainingsplatz.

Sie kam wenig später mit GEIST. Kurz kuschelte ich mich an die schwarze Wölfin, dann wandte ich mich an den Albino. "Geist,mein Lieber, bring mich zu Jon. Ich muss ihn sehen." Er rannte sofort los, dicht gefolgt von Destiny und mir.

"Hier bist du also, ich hab dich gesucht." Ich ging in sein Zimmer, was er mittlerweile wieder allein bewohnte, da ich sozusagen vor drei Tagen umquartiert worden war. Wegen der Sache mit dem Eid: keine Frau bei ihm, kein Sex, absolut gar nichts durfte passieren (insofern es was mit dem anderen Geschlecht zu tun hat), sonst hat er riesen Ärger am Hals.

"Ja?"

"Ja." Er sah mich immer noch nicht an.

"Jon?"

"Mmh." Entgegnete er abwesend.

"Erde an Jon, bist du anwesend?" wie eine Irre fuchtelte ich mit meinen Händen vor seinem Gesicht herum.

Keine Reaktion.

Ich machte kehrt, schloss die Tür und ging zurück zu ihm. "Rede, was ist los?" begann ich ruhig. Ich hob sein Kinn an, sodass er mir, wenn auch nur gequält, in die Augen sah. "Ich hör dir zu, ich bin da. Ein Bastard ist immer für einen anderen Bastard da." Versuchte ich die Stimmung aufzulockern.

Auf einmal zog er mich in eine so feste Umarmung das mir die Luft kurz wegblieb. "Jon....Luft....ich krieg keine...Luft..." japste ich. Aber anstatt locker zu lassen, drückte er noch fester zu. "Wieso?" wie aus dem nichts hatte er seine Stimme wiedergefunden. "Wieso was?" "Wieso ist die Welt so ungerecht?"

"Die Welt ist nicht ungerecht. Das siehst nur du so mein lieber Schnee." Er löste sich von mir.

"Das meinte ich nicht. Ich rede von dem Eid. Wieso dürfen die obersten Kommandanten ihn brechen und wir niederen werden bestraft."

"Jon so wird das hier nunmal gespielt. Es ist nicht gerecht, ja, aber das wussten wir doch alle schon vorher."

"Ich will die Menschen dir mir wichtig sind nicht verlieren."

"Ist bei dir alles in Ordnung Jon? Oder seit wann bist du denn bitte so emotional veranlagt?" lachte ich.

"Seitdem DU da bist."

"Ich? Ja immer auf die kleinen." Diesmal lachte Jon. "Nein du bist perfekt, so wie du bist." Sagte er und ich musste unwillkürlich grinsen. "Danke."

"Das war es also? Du findest die Welt ungerecht und deshalb hast du mich die letzten Tage ignoriert?" fasste ich unser Gespräch zusammen. "Nein deswegen nicht." "Dann rede mit mir. JETZT."

Er holte tief Luft.

"Für uns."

"Bitte was?" fragte ich verdutzt.

"Für uns." Wiederholte er.

"Ich wollte und will uns doch nur schützen. Ich weiß was du empfindet...." "....bin ich wirklich so offensichtlich...."seufzte ich.

"Nein. Dein Onkel war bei mir."
Danke Tyrion. Er kann aber auch nie still bleiben.
Na gut ich sollte es positiv sehen. ICH muss es ihm nicht mehr sagen....
"....nun ja...jedenfalls geht es mir nicht anders..."
Ich weiß....dachte ich breit grinsend.

"...ich wollte kein Risiko eingehen, dass wir etwas tun was wir bereuen."

"Jon ich würde nichts bereuen. Solange es mit dir zu tun hat, ist es, für mich, stets positiv. Ich würde NIE etwas bereuen, was ich mit dir getan hätte." Er lächelte. Seine Augen begannen zu strahlen.

Glück. Freude. Erleichterung. Hoffnung. Liebe.

All das lag in seinen Augen.

"Trotzdem das musst du mir verzeihen, ich kann es nicht länger unterdrücken..." "Was soll ich dir...." setzte ich an, doch da lagen Jon's Lippen schon auf meinen und brachten mich vorerst zum schweigen.

Für uns.

Dachte ich und grinste in den Kuss hinein.

Hoffnung besteht immer, so lange die Person die man liebt einem den Atem raubt. Oder man einfach durch den Kuss zum schweigen gezwungen wird.
Liebe ist UNSER ALLER GRÖSSTES GUT auf Erden.

Danke an ellie_18_love  und sardip  
Ihr zwei seit so meeeeeegggggaaaa klasse und ich bin glücklich euch zu kennen ^^
hab euch ganz sehr lieb meine zwei "irren" :***     

In schwarz - Jon Schnee/Game of Thrones #Wattys2016Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt