"Ja. Natürlich geht es mir gut. Hier ist die Klippe nur kleiner als erwartet, aber ich habs noch geschafft", antwortete ich ihm beruhigend und blieb weiterhin, mit ruhigen Flügelschlägen, in der Luft "stehen". Jeffrey blickte neugierig zu mir auf und fragte:" Was wolltest du mir eigentlich zeigen?" Peinlich berührt, weil ich vor ihm so krass meine Verwandlung im Flug verkackt hatte, sagte ich leise:"... Den Himmel." Verwirrt starrte er in meine großen Augen:" Aber den sehe ich doch auch von hier." Danach blickte er mich prüfend und etwas beleidigt an:" Denkst du etwa ich wär blind?" Ich musste innerlich leicht lächeln. Ohne etwas zu sagen, landete ich auf der Klippe etwas entfernt von ihm, winkelte dabei unauffällig meine linke Hinterpfote an, und legte mich flach auf den Bauch. Spielend mürrisch sagte ich:" So meinte ich das doch gar nicht." Endlich schien er es zu begreifen, denn er starrte mich schockiert und etwas beleidigt an und sagte dann:" Meinst du das etwa ernst? Nein! Niemals!" Jetzt musste ich wirklich laut loslachen, was sich in meiner Drachengestalt eher wie ein amüsiertes Schnauben anhörte. Witzelnd fragte ich ihn:" Hast du etwas Angst?" Beleidigt sah er mich an:" Was?! Ich doch nicht!" "Wenn das so ist, gibt es ja auch nicht, das dagegen spricht", zog ich ihn auf. So wie es aussah gab er auf, denn er ging auf mich zu und hielt sich an einem meiner Rückenkammzacken fest. Er blickte mich unsicher an, doch ich schnaubte nur noch einmal amüsiert. Schließlich seufzte er, zog sich an meinem Rücken hoch, und setzte sich in eine Kuhle, die sich ungefähr dort befand, wo als Mensch mein Nacken wäre. Langsam, um ihn nicht komplett zu verschrecken, richtete ich mich auf. Vorsichtig breitete ich meine Flügel aus und lockerte diese etwas. Ich schlug meine Flügel auf und ab, und hob langsam ab. Zuerst nur ein paar Centimeter, doch später gewannen wir immer mehr an höhe. Nach nur kurzer Zeit, war ich ungefähr an den Spitzen der riesigen Bäume angelangt, und blieb etwas auf dieser Höhe, damit sich Jeffrey daran gewöhnen konnte. Der Wind strich über meine Schuppen, und ich war froh darüber, dass mein Drachenkörper so warm war. Während ich noch entspannt auf den von Kiefernadel und Blättern bedeckten Boden blickte, lockerte sich Jeffrey's verkrampfter Griff um meinen Rückenzacken etwas und ich merkte wie seine Anspannung etwas wich. Ich näherte mich etwas den Baumkronen und fragte Jeffrey mit vorsichtiger Gedankenstimme:" Geht das so?" "Ja. Kannst du noch näher dran?", fragte er sichtlich entspannter als vorher. Ich tat worum er mich bat, und schon merkte ich wie er sein Gewicht verlagerte. Er lehnte sich immer näher an den Baum und strich dann mit einer Hand über die Spitze. Aus seinen Gedanken nahm ich ein leises ehrfürchtiges "Cool." und ein Gefühl, dass schien als wäre er beeindruckt war. Vorsichtig richtete er sich wieder richtig, und gab mir ein stilles ok. Ich freute mich, dass er nun doch nicht mehr so viel Angst hatte und stieg noch etwas höher. Leider wusste ich, der er den steigenden Sauerstoffmangel, je höher ich flog, nicht so gut aushielt wie ich, deshalb flog ich nicht noch viel höher. Ich glitt durch die Luft und drehte Kreise. Der Wind strich mir seicht über die Schnauze. In diesem Moment war alles gut. Die Sterne schienen grell auf uns herab, der noch nicht ganz volle Mond hatte sich hinter ein paar Wolken verkrochen und ich entspannte mich endlich, nach dem ganzen Mist mit Amelia und Charles. Das Gewicht auf meinem Rücken wurde ein bisschen schwerer und sackte in sich zusammen. Dies deutete ich damit, dass Jeffrey wohl eingeschlafen war. Ich flog noch ein paar Runden, dann verlor ich absichtlich langsam wieder an höhe. Als ich landete, wachte Jeffrey immer noch nicht auf. Ich versuchte ihn mit einem meiner Flügel zu erreichen, doch schaffte es nicht. Schließlich entschied ich mich dazu, mich leicht auf die Seit zu lehnen, und schon rutsche Jeffrey von meinem Rücken herunter. Es war schon etwas seltsam, dass Jeffrey immer noch nicht wach wurde, doch daran ließ sich nichts ändern. Ich schlich, so gut es als Drache ging, hinter einen Baum und verwandelte mich in einen Menschen. Dann zog ich mich an, und drehte mich zurück zu dem schlafenden Jeffrey auf der Lichtung. Ich ging zu ihm und versuchte ihn zu wecken, doch leider war ich echt nicht gut in sowas. Zuerst stupste ich ihn mit meinem Fuß an, doch das brachte ungefähr soviel, wie wenn man einem Stachelschwein Zahnstocher schenkt. Nach einigen weiteren Versuchen gab ich auf, und hob ihn hoch. Ich war als Mensch sowieso ungefähr einen Kopf größer als er, weshalb, dass hochheben nicht so das Problem war. Es blieb nur eine Frage: Wie zum Menschen, schaffe ich den Typen auf meinen Rücken? Mittlerweile trug ich ihn in einer Mischung von Bridge-Style und irgendwas anderem. Nach gefühlt einer Stunde schaffte ich es dann doch endlich, und konnte losgehen. Der Weg zur Clearwater High, war ziemlich leicht zu finden, da ich nur der Witterung nach vielen verschiedenen Tieren folgen musste. Mit Jeffrey Huckepack und der kalten November Luft, wurde es doch irgendwann anstrengend. Was auch nicht half, war mein linker Fuß, der bei jedem Schritt unglaublich schmerzte. Doch ich wollte mich nicht geschlagen geben, und noch einmal die Clearwater High sehen. Unter meine Füßen knackten vereinzelt Äste und ab und zu klatschte mir ein Ast, der noch an einem Baum hing, ins Gesicht. Doch im großen und ganzen ging es gut voran. Leise raschelte das Laub unter meinen Füßen. Immer wieder blieb ich stehen und genoss einfach die Atmosphäre. Es war eine perfekte Herbstnacht. Nach wieder ca. 50 Metern verstärkte sich die Witterung nach vielen Tieren und enthusiastisch lief ich etwas schneller darauf zu. Schon stand ich vor der großen Eingangstür der Clearwater High. Schon wieder war ich überwältigt von dieser Ästhetik. Der grobe Granit, mit Pflanzen überwachsen und der Wald darum herum. Ich seufzte einmal, doch das lenkte die Aufmerksamkeit eines Mädchens auf mich.
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Die Drachin Afrikas
FanfictionSkylar ist gefangen zwischen zwei Welten in denen sie beide nicht Zuhause ist. Menschen und Woodwalker dürfen nichts von ihrer wahren Identität als Morpher wissen. Doch nicht nur mit der nicht vorhanden Zugehörigkeit in einer der Realitäten hat sie...
