An einem vollkommen unbekannten Ort aufzuwachen war immer wieder ein seltsames, befremdliches Gefühl.
Dieser Moment, wenn man aufwacht, ungewohnter Weise vom Licht, statt vom Wecker, geweckt, und an eine dunkle Decke starrt, ganz anders als die weiße Zuhause, aber dennoch die unzähligen Unterschiede nicht realisiert.
Wenn man gedankenlos den Blick nach oben richtet und für ganz wenige Sekunden in dieser wundervoll angenehmen Wolke aus Nichts schwebt, eine Art Vergessen, eine Unwissenheit, die einen einhüllt und unsterblich macht.
Doch etwas klopfte an, immer wieder, wenn man ausgeglichen und im reinsten Frieden ohne einen einzigen Gedanken an die Decke starrte. Man dachte nichts, denn man konnte nicht denken. Die allgegenwärtige Stimme im Kopf schwieg und kämpfte heftig darum, endlich sprechen zu können.
Dann wunderte man sich. Für weniger als einen halben Augenblick nur. Weil man nirgendwo ist.
Wo war man? Dann kamen die Fragen und mit ihnen die Erinnerungen, die Antworten.
Und alles schoss auf einen ein, ein gesamtes Menschenleben, und aus der Schwerelosigkeit wurde ein schweres Gewicht, selbst wenn es nichts Physisches gab, das einen belasten konnte.
Nichts.
Und dann blinzelte man und begann seinen Tag wie immer, mit den gleichen Entscheidungen, was man zum Frühstück essen und wie man den Nachmittag verbringen würde. Man erinnerte sich und beschäftigte sich mit Gedanken.
Aber wenn man an einem Ort aufwacht wie ich, ist es anders. Eigentlich waren die ersten Momente der ruhigen Unwissenheit identisch. Denn nichts kann sich nicht unterscheiden.
Aber dann, dann brach es über mich herein wie eine Welle, wie Wasser, das mich zu ertränken drohte.
Ich war nicht in meinem Bett, nicht Zuhause.
Ich war auch nicht bei Lilian zum Übernachten oder meinetwegen auch am See. Nein.
Erdrückt von all der Last schloss ich die Augen. Wenige letzte Sekunden Ruhe. Die Last der Erinnerungen und Sorgen drückte mich tiefer in die Laken und sollte von meinen Schultern verschwinden.
Ich erhob mich ächzend und versuchte meine ersten Gedanken direkt zu verdrängen. Ich konnte mich nicht mehr entsinnen, was ich geträumt hatte, aber das brauchte ich auch nicht.
Das hier, alles um mich herum, das war ein Traum.
Und ich vermochte nicht zu sagen, ob er gut oder ein reinster Albtraum war.
Ich durchforstete verschlafen meine Tasche, die ich unordentlich neben dem Bett hatte fallen lassen.
Eine leicht zerknitterte Jeans kam zum Vorschein und ein schlichtes schwarzes T-Shirt. Zumindest unauffälliger als mein Outfit gestern.
Jetzt, da helles Tageslicht durch ein großes, mit blassen Vorhängen zugezogenes Fenster fiel, konnte ich das Zimmer, in dem ich geschlafen hatte, endlich genauer betrachten.
Es war nicht groß, aber durchaus geräumiger als das dunkle Zimmer, in dem ich gestern aufgewacht war.
Boden und Decke, wie zu erwarten, Holz. Die Wände hatten eine angenehme cremefarbe, vielleicht waren sie auch einfach nur vergilbt, bis auf die ersten Anzeichen leichter Rußflecke in der Nähe der Kerzen, die letzten Abend das Zimmer erleuchtet hatten.
Es gab keinen Strom. Das Jahr mochte Zweitausendundvierzehn sein, aber garantiert nicht auf meinem Planeten.
Die Redewendung nahm eine grauenhafte, reale Seite an. Gar nicht mal so abwegig, diese Planetensache.
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Golden Fairytale
FantasyDiese fremde, neue Welt sprengte alle Grenzen der Realität. Der Wissenschaft. Der Grausamkeit. Der Wunder. Der Unendlichkeit. Meines öden Alltags. Diese Welt überstieg sogar die Ausmaße meiner eigenen Phantasie. Wie oft hatte ich hiervon geträumt? E...
