Joshuas Worte hatten mich überrascht. Positiv überrascht, natürlich.
Wir waren kurz danach wieder unter die Leute gegangen, die uns herumführten, überall vorstellten und auffällig unauffällig Joshua ausquetschten. Auszuquetschen versuchten, denn er begriff es sofort, und verriet ihnen kein Wort über seinen Beruf. Die drei Musiker von der Feuerstelle waren auf uns zugegangen, als wir gerade versuchten, die Orientierung im Lager zu finden.
"Hey. Du bist die Neue, richtig? Und du von der Garde?", sprach der Eine, der vor dem Keyboard gesessen hatte, uns an. Lachend streckte er uns die Hand entgegen. "Conner."
"Joshua", erwiderte er, schüttelte seine Hand.
"Hey, ich bin Mayra." Ich lächelte freundlich, nahm seine Hand ebenfalls.
Kaum hatte Conner uns begrüßt, standen auch schon die anderen beiden um uns herum. Der mit der Akustikgitarre stellte sich als Nikolas heraus, aber verschwand auch direkt wieder, ohne sich weiter mit uns aufzuhalten.
Und dann kam die Hübsche. Gespannt wartete ich auf ihren Namen. Sie stand vor uns, schaute zu Joshua hoch, mit Liona auf der Schulter sitzend, die leise vor sich hin pfiff.
"Hey, na ihr Beiden? Was bringt euch zu uns?" Sie starrte weiterhin in Joshuas Augen.
"Ein Versehen. Ich bin aus Versehen in dieser Welt gelandet und er hat mir von den Weltenwandlern erzählt - damit ich wieder zurückkann", antwortete ich direkt, auch wenn sie mich kaum eines Blickes würdigte.
Sie schaute von Joshua zu mir. "Ach, Schade, dann musst du ja bald schon weg? Lässt du deinen hübschen Freund dann ganz alleine?"
Autsch - wie ins Gesicht. Und schon hatte sie mir das Mundwerk verboten. Denn was sollte ich sagen, wenn ich alles gleichzeitig wollte? Er war nicht mein Freund. Aber es klang abweisend. Warum machte ich mir Gedanken darüber, wie es klang? Sie hatte schließlich recht - ich würde bald weg sein. Aber ich ließ niemanden alleine! Schließlich war ich es, die hier allein verloren war. Joshua kam super ohne mich klar. Aber das wollte ich auch nicht sagen.
Sie hatte mich in das Netz meiner eigenen Gedanken verheddern lassen, gesponnen von mir selbst und mich selbst fesselnd. Ich blieb zu lange still bis ich wieder klar dachte, zu lange, sodass ich raus war aus der Konversation. Sie sprach mit Joshua. Stellte sich vor, als Joana, schüttelte viel zu lange seine Hand und machte Anspielungen auf ihre ach so perfekt zueinanderpassenden Vornamen. Lächelnd warf sie ihre gewellten, dunklen Haare zurück.
Ich hatte verloren. Nein, zu ungenau - ich hatte bei Joshua verloren. Warum machte ich mir so viele Gedanken? Was ihn anging gab es für mich eh keine Hoffnungen. Warum tat ich das? Warum machte ich mich selbst verrückt? Und war ich wirklich so ein negativer Mensch, dass ich Joana jetzt schon nicht leiden konnte, meine Laune im Keller war, und ich das Bedürfnis hatte, zickig wegzugehen? Innerlich seufzte ich auf.
Äußerlich lächelte ich herzallerliebst und dachte brennend darüber nach, wie ich hier wegkam. Ich konnte Joshua gerade nicht sehen. Ich warf viel zu schnell mein Auge auf Menschen - oder eher auf Joshua - aber letztendlich war ich dennoch die Einzige, die trotz ihrer siebzehn Jahre einsam blieb. Ich brauchte wieder einen klaren Kopf. Am liebsten wäre ich jetzt am See.
"Ich will euch nicht unterbrechen, aber... ich gehe schonmal, mich ein bisschen umsehen, Leute kennenlernen... ihr wisst schon, der ganze ich-bin-neu-Kram." Ich grinste, winkte, verschwand. Rückzug, immer noch das Beste.
Planlos drehte ich mich weg, lief zwischen den Zeltreihen hindurch, in ein kleines, bewaldetes Viertel hinein. Ich durchwanderte den hügeligen, voll Moos bewachsenen Wald von dünnen, hohen Bäumchen bis zu einer bestimmten Stelle. Wie konnte man hier nicht stehen bleiben?
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Golden Fairytale
FantasyDiese fremde, neue Welt sprengte alle Grenzen der Realität. Der Wissenschaft. Der Grausamkeit. Der Wunder. Der Unendlichkeit. Meines öden Alltags. Diese Welt überstieg sogar die Ausmaße meiner eigenen Phantasie. Wie oft hatte ich hiervon geträumt? E...
