Genervt rollte ich in meinem Bett hin und her, ich wollte schlafen, aber meine Gedanken waren viel zu sehr an John fixiert. Wieso zum Teufel war er so gut? Ich wälzte mich seufzend auf den Bauch und drückte mein Gesicht in das Kissen. Mein Körper war komplett müde, nur mein Kopf war hellwach. Die Sonne schien mittlerweile und mein freier Tag stand nun endlich an, weshalb ich eigentlich einfach nur schlafen wollte.
Danke Bonez MC.
Ich merkte wie ich langsam weg driftete, mein Körper schwer wurde, ebenso meine Gedanken immer leiser wurden. Nur schreckte ich auf, denn mein Handy klingelte und genervt sah ich auf das Display. Ich atmete tief ein und nahm ab.
„Hey Papa." gab ich müde von mir und gähnte.
„Hallo, sag mal wie arbeitest du die nächsten Tage?" ich hörte wie mein Vater mit Papier raschelte. „Ich habe ab Morgen vier Tage Dienst auf dem Revier in Altona, kann ich so lange bei dir unter kommen?"
„Ja klar, ich hab sowieso frei." murmelte ich und rieb mir die Augen.
„Klasse, ich komm heute Abend." Ohne sich zu verabschieden legte mein Vater wieder auf. Ich schüttelte den Kopf und legte mich wieder bequem hin.
Völlig verklatscht wachte ich auf, es war Nachmittag und das sortieren meiner Gedanken machte mich völlig fertig. Mein Traum handelte von John, wem auch sonst. Das war Punkt eins was mich völlig kirre machte. Punkt zwei war, dass mein Vater in nicht mal drei bis vier Stunden zu mir kam und Punkt drei war, dass ich meinen Haushalt völlig vernachlässigt hatte in den letzten Tagen. Also machte ich das was ich am besten konnte und legte mich einfach auf die Couch. Ich startete den Fernseher, öffnete Youtube und ließ Musik laufen. Während Trettmann im Hintergrund vor sich her rappte, tippte ich in social media rum, hier und da ein Katzen Video, Schminktutorials und memes. Ich hatte keine Motivation, mich zu bewegen, jedoch störte mich das Chaos viel zu sehr, also rollte ich mich wie ein Walross von der Couch und rappelte mich vom Boden auf.
Während ich grade die Küche putzte, ertönte eine Stimme die mir eine Heiden Gänsehaut verursachte. Gott, warum war Bonez nur berühmt? Es war ja schon schwer genug ihn aus meinen Gedanken zu vertreiben, da schleicht sich dieser Mann auch durch das Internet, die Musik sowie in den Medien.
„... Und wär' ich du, dann wär' ich immer für mich da.
Faule Schlampe, geh zum Sport.
Und mach dein'n Hintern mal zum Arsch (los!)
Bonez, Air Max, wer ist Millionär jetzt?
Immer noch aus Hamburg-West, wer will Stress? Wir klär'n es.
Ruf die Polizei, doch fliegt Blei, bleibst du liegen.
Es ist eins-acht zur sieben, weil wir Haifische lieben."
Ich fuhr mit einer Hand genervt über mein Gesicht, fasste mir an den Hintern, ich machte kaum Sport, ich hasste es. Aber ich würde behaupten, er war Rund genug vom vielen laufen auf der Arbeit. Ich seufzte, wenn die Jungs wüssten das mein Vater Polizist ist, würden sie mich vielleicht meiden. Auch mein Vater würde mir mit 25 Jahren noch Hausarrest geben, wenn er wüsste das ich auf deren Party war.
Meine Stimmung sank weiter in den Keller, weshalb ich mich dazu entschied die Musik zu wechseln.
Als die ersten Töne von The Offspring durch die Boxen dröhnten, fühlte ich mich gleich besser. Ich tanzte mir den Stress aus, wohlmöglich sah es komplett bescheuert aus, doch durch das rum hopsen und wackeln fing ich an zu lachen und fühlte mich definitiv gelöster. Während meine Playlist für Rock und Metal durch lief, putzte ich weiter und tanzte dabei meine Laune in die Höhe. Solange, bis die Klingel mich wieder einholte.
Grinsend ging ich an die Freisprechanlage und öffnete meinem Vater die Tür, während er die Treppen hinauf ging, machte ich die Musik leiser und sah mich noch einmal um, nur um sicher zu gehen dass ich auch nichts vergessen hatte weg zu räumen und öffnete meinem Vater nun die Wohnungstür.
„Hallo Papa!" rief ich fröhlich und er lächelte mich warm an. „Hallo mein Kind." ich schob ihn ins Wohnzimmer und lies ihn platz nehmen während ich seine Tasche in mein Schlafzimmer stellte. „Hast du Hunger?" fragte ich ihn und lehnte mich an den Türrahmen zum Wohnzimmer. Mein Vater schüttelte den Kopf, „Habe schon gegessen, mach dir ruhig was." ich nickte und verschwand in der Küche und machte mir aus den Restlichen Nudeln vom Vortag einen Nudelsalat.
Als ich mit meiner kleinen Schüssel wieder ins Wohnzimmer kam, hing mein Vater ganz entspannt am Handy und lauschte nebenher der Musik. Ich setzte mich neben ihn auf die Couch und wir fingen an uns ein wenig zu unterhalten.
Es tat gut ihn mal wieder bei mir zu haben, durch unsere Berufe war es schwer mal Zeit zu finden um sich zu sehen, um so schöner war es ihn im Moment hier zu haben um wenigstens etwas Zeit mit ihm verbringen zu können. „Wie läuft es in der Notaufnahme?" fragte dann mein Vater und ich verschluckte mich an meiner Nudel. „Gut soweit, die Nächte sind in letzter Zeit erstaunlich ruhig, aber irgendwie gibt es immer was zutun." sagte ich nach meinem Hustenanfall und versuchte meine Gedanken nicht auf einen gewissen Moment schweifen zu lassen, ich würde nur unnötig rot anlaufen. „Und wieso bist du hier in Altona eingesetzt?" fragte ich dann neugierig und aß meine letzten Nudeln auf. „Die Kollegen dort brauchen etwas Unterstützung, weswegen ich aushelfe." antwortete er und streckte sich. „Ich glaube ich lege mich mal schlafen." ich nickte daraufhin. „Du weißt ja wo mein Schlafzimmer ist." sagte ich ihm und lächelte ihn dabei an. Er wünschte mir eine gute Nacht und verschwand. Ich blieb auf der Couch zurück und überlegte was ich nun machen könnte. Natürlich schrieb ich zu allererst Rina an, jedoch bezweifelte ich dass sie Zeit haben würde, da ich ihr am Nachmittag eigentlich für den Abend schon abgesagt hatte. Wahrscheinlich hatte sie nun ihre Zeit mit Maxwell eingeplant, doch ich brauchte nicht lang zu warten, da bekam ich gleich eine Antwort.
›Klar, ich komm mit Max. In 15 Minuten unten.‹
Ich huschte schnell in mein Badezimmer und checkte ob noch alles saß, mein Eyeliner war nicht verschmiert und meine Haare waren noch immer perfekt im Pferdeschwanz zusammen gebunden. Bevor ich meine Wohnung verließ schob ich mir einen Kaugummi zwischen die Backen und hinterließ meinem Vater einen Zettel, falls er mich mitten in der Nacht suchen oder ich bei Rina die Nacht verbringen sollte.
Ich hüpfte die Treppen hinunter, öffnete überschwänglich die Tür und setzte mich dann auf die Treppe und wartete dort auf meine beste Freundin, welche sich sehr viel Zeit ließ.
Ich sah immer wieder in den Chat und das letzte mal als sie geschrieben hatte war um 20:43 Uhr, mittlerweile war es schon viertel nach neun und ich saß noch immer wie bestellt und nicht abgeholt auf der Treppe.
Ein lautes bekanntes Lachen hallte durch die Straße, sie hatten Gazo mitgenommen. Ich sah also in die Richtung aus der das Lachen kam und entdeckte im halbdunklen mehrere Köpfe. „Hey Miesepeter! Heute mal gut gelaunt?" rief Joe und lachte wieder laut. Ich verdrehte die Augen, grinste aber. „Ja, das liegt aber daran, dass ihr mir im Moment nicht meinen Job versauen könnt." antwortete ich ihm und er grinste schief. „Ja sorry." er kam vor mir zum stehen, breitete seine Arme aus, was eine Einladung auf eine Umarmung war, jedoch zögerte ich einen Moment, doch ließ es dann zu. Als ich über seine Schulter sah, kribbelte es sofort zwischen meinen Beinen. Etwas abseits der Truppe stand John und grinste mich frech an, ich wusste genau woran er dachte und er fasste sich kurz an seinen Schritt. John musste gemerkt haben, dass es mir unangenehm war, denn er kam nach dem alle weiter liefen mit einem provokanten grinsen auf mich zu und kam neben mir zum stehen, legte einen Arm um mich was mich völlig überforderte. Als er mich wieder los ließ, fuhr er mir unauffällig über den Hintern und lief voraus zu den anderen. In dem Moment hätte ich ihn am liebsten eine übergebraten. „Ey Ly, du siehst aus als hättest du einen Geist gesehen." Lx lachte und legte einen Arm auf meine Schultern und führte mich den anderen hinterher, welche schon gutes Stück voraus waren. „Nö, alles gut." ich versuchte es zu überspielen, dass sein Kumpel mich mehr an machte als es mir lieb war. „Wohin gehen wir eigentlich?" fragte ich Alex dann als wir wieder in die Richtung zurück liefen aus der sie her kamen. „Wir fahren ein bisschen rum und machen wahrscheinlich eine Parkplatz Party so wie immer." Lx zog an seinem Joint und lief grinsend weiter, ich betrachtete John unauffällig von hinten, welcher längst wieder in seinem Smartphone vertieft war.
An einer Seitenstraße hatten die Jungs an einem Parkverbotsschild geparkt, dort stand Anton lässig mit einer Frau angelehnt an einem der Wagen. Er grinste breit als er uns entdeckte. „Lyra, darf ich vorstellen: Hannah, die bezaubernde Freundin von Sa4." beantwortete Alex nun meine unausgesprochene Frage und die hübsche Blondine musterte mich nun für einen Moment, lächelte dann aber. „Freut mich dich kennenzulernen. Dann wären wir ja schon mal zu viert zwischen diesen ganzen Chaoten." „Zu viert?" etwas verwirrt über ihre Aussage zählte ich noch einmal im Kopf nach, aber ich schien nicht verrückt zu sein. „Lisa, die Freundin von Joe. Die kann aber selten dabei sein, da sie ja das Kind zuhause hütet." als es bei mir endlich klickte, fing sie an zu lachen. „Du wirst sie auch bald kennenlernen, wenn du weiterhin an Lx Seite gehörst." ich machte ganz große Augen und Alex fing an zu husten wie ein bekloppter, während alle anderen in schallendes Gelächter ausbrachen. „Wir... wir sind nicht zusammen." gab ich von mir und klopfte Alex den Rücken ab, welcher sich schnell wieder beruhigte. „Da hast du was Missverstanden Schatz." sagte Anton zu seiner Freundin und wischte sich eine Träne weg. „Oh... naja ich dachte, weil er Lyra einen Arm umgelegt hat." „Häschen, glaub mir Lx würde keine Woche mit der aushalten." warf John nun ein und ich warf ihm einen giftigen Blick zu. „Okay, da das geklärt wäre, bin ich jetzt dafür dass wir los fahren." Jonas stellte sich an sein Auto und öffnete die Tür, ebenso Anton. Während Rina und Maxwell sich zu Anton und Hannah ins Auto setzten, musste ich mich natürlich mit Lx zu Gzuz und John ins Auto setzen. Während die kleine Autokolonne mit dröhnenden Bass durch die Hamburger Straßen fuhr, nahm mich der Duft von John, welcher vor mir saß, vollkommen ein.
Das würde ein verdammt langer Abend werden.
DU LIEST GERADE
Kopfgeficke. || Bonez Mc FF
Fanfiction!Triggerwarnung! Enthält Beleidigungen, Drogenmissbrauch, Sexuellehandlungen. Lesen auf eigene Verantwortung. ____________________________________________ „Du fickst einfach meinen Kopf! Ich hab keine Ahnung was du gemacht hast, aber ich denke an n...
