33. 💎

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Ich wachte mit Hundefutteratem im Gesicht auf. Verschlafen blinzelte ich Choppers Schnauze an, welcher mir zufrieden ins Gesicht hechelte. „Guten Morgen kleiner." murmelte ich leise und kraulte ihm hinter den Ohren. Gähnend streckte ich mich ausgiebig, ich war noch immer total müde. Wirklich geschlafen hatte ich nicht, jedoch fühlte ich mich hier sicher genug um wenigstens etwas die Augen zu machen zu können, auch wenn Marten mich Mitten in der Nacht geweckt hatte in dem er aus der Wohnung getreten war. Ich hatte keine Ahnung wieso er gegangen war, ich hörte ihn aber nur zu Chopper flüstern: „Pass gut auf sie auf mein dicker! Bin bald wieder zurück."
Seit dem hatte ich nicht mitbekommen ob er zurück gekommen war oder nicht. Ich trottete müde ins Badezimmer und erschreckte mich vor meinem eigenen Spiegelbild. Dicke Lippe, blaues Auge und tiefe Augenringe zierten mein Gesicht. Die Emotionen trafen mich wie eine Welle und gleich darauf schossen die Tränen aus meinen Augen. Ich hörte ein Tapsen und wie die Tür aufgestoßen wurde, Chopper sah mich mit seinen treuen Augen an und stupste mit seiner feuchten Nase gegen mein Bein. Ich hockte mich auf den Boden und lehnte mich gegen die Wand, Chopper legte seinen schweren Kopf auf mein Bein und verleitete mich zum kraulen, was mich gleich etwas beruhigte.

Ich hatte keine Ahnung wie lange ich hier mit dem Rüden saß, aber irgendwann hörte ich das Schloss der Tür knacken und schwere Schritte betraten den Flur. „Lyra? Chop?" rief er und ich konnte deutlich Verwirrung raushören. Sein Hund ließ weiterhin den Kopf auf meinem Bein, aber hatte die Ohren gespitzt. „Sind im Bad." rief ich leise und hörte die Schritte näher kommen. „Kann ich rein kommen?" Fragte er gleich und wartete auf meine zustimmende Antwort. Er öffnete die Tür und sah verwirrt, aber auch erleichtert zu uns herunter. „Alles in Ordnung?" ich nickte auf seine frage hin und setzte ein lächeln auf. Marten setzte sich mir gegenüber auf den Boden und schob mit seinem Fuß Choppers Hintern bei Seite damit seine langen Beine platz hatten. Wir saßen nun einfach da, stumm und hörten Chopper beim schnarchen zu.

Ich stand mittlerweile wieder alleine im Badezimmer, Marten konnte mich überreden mit ihm und Chopper spazieren zu gehen. Ich versuchte mein blaues Auge abzudecken, jedoch gelang es mir eher schlecht als recht. Da sowieso die Sonne schien, entschied ich mich dazu die Sonnenbrille aufzusetzen, dann würde man es nicht sofort sehen.
Als ich fertig war, standen Marten und Chopper schon im Flur und warteten auf mich. Zusammen gingen wir raus in die Stadt und wir steuerten zuallererst eine Eisdiele an, an dem wir uns Eis holten. „Hat sich John mal gemeldet?" fragte mich Marten plötzlich der längst schon sein Eis verschlungen hatte. Ich schüttelte den Kopf und blickte enttäuscht mein schmelzendes Eis an. Marten machte einen undefinierbaren Laut und blickte nachdenklich in die Ferne. „So lieb ich diesen Spast auch hab, aber er macht mich grade wirklich sauer. Er sollte für dich da sein." brummte er und zog seinen Hund etwas zurück weil ein anderer Hund uns entgegen kam. „Hast du ihm was erzählt?" fragte ich, doch er schüttelte direkt den Kopf. „Nein. Nur dass du bei mir bist die nächsten Tage. Auch wenn er es dir nicht zeigt, macht er sich Sorgen um dich und ich will nur das er weiß, dass du in Sicherheit bist." ich fing an zu lächeln, ich wusste diese Geste zu schätzen und Marten konnte ich definitiv als einen richtigen Freund abstempeln.
Ich hatte nie viele Freunde, schon von klein auf, aber irgendwie schien sich das Blatt gewendet zu haben und ich war wirklich froh drüber.
Das Eis war verschlungen und die Sonne brannte auf uns herunter. Marten hatte mir die Leine von Chopper in die Hand gedrückt und ging in einen Kiosk um uns was zutrinken zu holen, da wir beide mittlerweile verdursteten. Wir gingen weiter in den nächstgelegenen Park, wo Chopper schon richtig aufgeregt war und freudig mit seiner Rute wedelte. Als ein Hund an uns vorbei jagte war vorbei. Der Rüde preschte dem Hund hinter her, ich konnte ihn nicht halten und innerhalb von Sekunden lag ich auf meiner Nase. Natürlich rannte Marten seinem Hund hinterher, damit dort nichts passierte während ich mich aufrappelte.
Wieder bei mir angekommen begutachtete er mich genau und sah mich besorgt und entschuldigend an. „Dein Kinn ist aufgeschürft." murmelte er und hielt mein Gesicht ein wenig höher. Ich konnte nicht nur auf meinem Kinn gelandet sein, ich musste mir so hart den Kopf gestoßen haben, denn Marten sah von diesem Winkel und vor allem so nah verdammt gut aus. „Was ist denn?" fragte er mich grinsend und ich schüttelte den Kopf, zog meine Sonnenbrille wieder auf und senkte den Kopf damit er nicht sehen konnte wie rot ich wurde.
Wir machten also eine kleine Runde durch den Park ehe wir wieder zurück in Martens Wohnung gingen.

Ich wusste nicht ob das nun Promo war oder nicht, aber als John dann wohl endlich von den Toten erwacht sein muss, hatte er ein Bild gepostet, was mir direkt das Herz zerfetzte. Zusehen waren zwei paar Frauenschuhe, Handschellen und ein Puschelplug. Alles was wir im Bett nicht benutzten, einfach weil ich nicht bereit dazu war.
„Hey Ly, bock auf Burger? Ich hab... Was ist los?" Marten stand plötzlich vor mir und sah erneut an diesem Tag besorgt auf mich herunter. Mit zitternden Händen drehte ich mein Handybildschirm zu ihm. Fassungslos schüttelte er den Kopf. „Ich rede nachher mal mit ihm. Jetzt hör auf zu weinen, ich hab dich schon viel zu oft weinen sehen. Komm schon, lass uns essen gehen." Marten war eindeutig ein guter Freund. Er trocknete mir mit einem schlechten Witz die Tränen und schon konnten wir los zum Essen. „So gefällt mir die zukünftige von meinem Cousin schon viel besser!" sagte er als ich wegen einem erneuten schlechten Witz anfing zu lachen. „Zukünftige ist wohl noch weit entfernt." sagte ich mit einem schiefen Lächeln, wurde aber umso trauriger. „Ach, der braucht nur ein bisschen." sagte er mit einem grinsen und steuerte einen Burgerladen an. „Lass uns draußen Essen." sagte er und ging zielstrebig auf einen Platz im Schatten zu. Dort bestellten wir als wir bedient wurden und unterhielten uns ein wenig.
Ich sah für einen kurzen Moment zur Seite und mir lief ein Schauer über den Rücken. Auf der anderen Straßenseite lief Ibo mit einem Kollegen. Hastig sah ich mich nach seinen Kollegen um, doch weit und breit keine anderen Polizisten. Ich atmete tief durch und versuchte mich zu beruhigen. Marten schien gemerkt zu haben dass etwas nicht stimmte und sah sich auch um. Er erblickte Ibo und seinen Kollegen, seine Aura wurde düster und sein Blick wurde kalt. „Sind das die?" knurrte er und ließ sie nicht aus den Augen. „Nein. Nein sind sie nicht." flüsterte ich heiser als hätte ich meine Sprache verloren. Marten entspannte sich wieder und lehnte sich zurück. „Ich war letzte Nacht auf der Suche nach ihnen, wir kennen die Polizisten hier gut." ich riss meinen Kopf in die Höhe als er das erwähnte. „Was? Wie? Nein, bitte Marten. Wenn die herausfinden das wir... ich will nicht dass dir was passiert." murmelte ich fassungslos, doch Marten fing an zu lächeln. „Alles gut, mir wäre nichts passiert." so wirklich zufrieden geben konnte ich mich nicht mit der Antwort, doch konnte dazu nichts mehr sagen da unsere Burger ankamen.

Mein Burger war der Wahnsinn. Marten hatte nicht übertrieben. Ich lehnte mich entspannt zurück und strich zufrieden über mein Foodbabybauch. „Noch ein Nachtisch?" fragte er mich und ich überlegte, doch winkte ab, ich war zu voll. Marten gönnte sich tatsächlich noch ein Eis und löffelte es entspannt. In meinem Augenwinkel stellten sich plötzlich zwei Polizisten neben mich. Mein Herz fing an zu rasen und ich glaubte gleich umzukippen, so schlecht wurde mir. Doch als ich in das Gesicht von Ibo sah beruhigte ich mich gleich wieder. Er fing an klassisch Smalltalk zu führen, Marten hingegen blieb ruhig und beobachtete das ganze. „Sag mal Ibo... kannst du mir verraten wer die beiden Herren waren die mich vorletzte Nacht nachhause gebracht hatten?" ich hatte all meinen Mut zusammen gekehrt um ihm genau diese Frage stellen zu können, doch die Antwort ließ lange auf sich warten. „Ich weiß im Moment nicht wen du meinst." sagte er nachdem er lange überlegt hatte. „Sie meinten sie kennen mich von dir." sagte ich nun doch Ibo schüttelte den Kopf. „Sorry, keine Ahnung. Aber ich muss jetzt los. Wenn es mir aber einfällt gebe ich dir Bescheid." sagte er freundlich und lächelte mich zum Abschied an.
„Wasn das fürn Otto?" fragte Marten mich misstrauisch und sah ihm hinterher. „Er ist der Halbbruder von Jana, ich glaube er steht ein bisschen auf mich." murmelte ich und sah ihm genauso hinterher. Ich war enttäuscht dass ich mit meiner Frage nicht weiter kam, aber er hatte nunmal viele Kollegen.

Am Abend ließ Marten mich erneut mit Chopper alleine in der Wohnung, da er zu einem Meeting musste. Wir lagen also entspannt auf der Couch und sahen uns Harry Potter an welcher schon zum gefühlt 1000ten Mal im Fernsehen lief.
Als die Wohnungstür auf ging, hatte ich erwartet dass Marten nun um die Ecke kam, jedoch erstarrte ich zu Stein als plötzlich John im Wohnzimmer stand und mich anstarrte.

„Was verdammt nochmal ist passiert?"

Kopfgeficke. || Bonez Mc FFGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt