17 Tage aufgeschoben

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Es sind 17 Tage, die ich Zeit gehabt hätte mich auf eine Stelle zu bewerben.
Es sind 17 Tage, in denen ich keine Ruhe gefunden habe.
17 Tage, von denen sich vier verschwendet angefühlt haben.
Es sind 17 Tage, in denen ich mich nicht beworben habe.

Es ist der 19. Tag im Monat und ich habe Zeit.
Es ist der eine Tag, der mich von meinen Qualen befreit,
Doch ich finde mich lustlos meiner Selbst gegenüber
Wie geht das Denken nochmal?
Ist mein Kopf hinüber?

Ich darf mich übeall damit schmücken die Beste zu sein.
Mit meiner Zuverlässigkeit,
Mit meinen vielen Einsen
Und meiner ständigen Pünktlichkeit

Sie denken es macht mir Spaß so zu sein
Der Lehrerliebling mit kühlem Kopf
Der Streber mit einem Herz aus Stein
Aber Nein!

Ich muss die Beste sein.
Ich muss zuverlässig,
Ich muss pünktlich sein.
Ich muss Einsen schreiben.
Ich muss leise sein.
Weil es das Bild ist, das sie von mir haben.
Weil meine Person für sie klar zu lesen ist,
Obwohl der Spiegel in meinem Angesicht zerbricht.

Es sind 17 Tage, die ich die Bewerbung aufgeschoben habe.
Nicht, weil ich mein Problem des Unwissens nicht lösen kann,
Nicht, weil mir die Zeit fehlt,
Auch nicht, weil ich keine Ruhe finden kann.
Es ist das Müssen, das mich verschreckt,
Weil der Inhat dieses Wortes sich über die Linie meines Lebens streckt.

Kunst der WorteWo Geschichten leben. Entdecke jetzt