Von Federn, Steinen und Scherben

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Manch einer würde behaupten ich sei eine Feder,

Dabei kann ich nicht mal mehr schreiben, 

Weil Worte sich schon lange nicht mehr reimen

Und schon gar nicht das Leben.


Noch vor kurzem wurde mir gesagt:

"Du musst mehr geben"

Und dann wurde ich gefragt,

Ob es okay ist, was zu nehmen.


Noch vor nicht all zu langer Zeit,

Redete ich von einem Teufelskreis

Und dachte ich: "Endlich hab ich ihn durchbrochen."

Liegen Scherben am Boden

Und jedes Versprechen wurde gebrochen.


Nein, ich bin ganz sicher keine Feder,

Die weder fliegt noch schreibt,

Nicht einmal schwebt, 

Wenn es um zwischenmenschliche Gefühle geht.


Ich bin ein Stein.

Ich wiege schwer in jeder Hand

Und wenn man mich erstmal aufgehoben hat,

Ist der einzige Sinn,

Der einzige Zweck für den ich bin,

Eine Mauer einzureißen

Und mich dann zu verstecken

Hinter, neben und unter lauter anderen Steinen.


Ich bin ein Spiegel,

So wurd' es mir gesagt,

Doch statt die Schönheit zu reimen,

Werde ich nur Makel aufzeigen

Und es werden Wunden reißen,

Die schon lange am Verheilen war'n.


Ich bin jede Scherbe,

Die trostlos am Boden liegt,

Ich bin jeder Vogel,

Der nie wieder durch die Lüfte fliegt,

Ich bin alles, was du sagst,

Bis dann zu jenem Tag,

An dem meine Schauspielkunst heillos versagt.


Wer bin ich?

Hab ich hier schon so oft gefragt


Wer bin ich, wenn ich niemand bin und zugleich alles?

Wer bin ich, wenn ich denke, dass ich fliegen könnt'

Und dann im Sturzflug zu Boden falle?

Wer bin ich, wenn ich nur spiegle?

Wer bin ich, wenn ich nur trage?

Wer bin ich, wenn ich nichts gebe,

Außer eingeriss'ne Mauern?

Wer bin ich, wenn ich zu schnell los lass,

Aus Angst mich zu verbrennen?

Und dann ganz einfach los lauf,

Nur, um mich am Ende zu verrennen.


Bin ich dann noch ein Mensch

Oder bin ich die grelle Flamme selbst?


Warum muss jeder ständig wollen,

Wenn ich nur überleben will?

Warum muss jeder ständig reden

Als wär' der Schrei im Herzen nicht schon zu schrill?

Wann darf ich denn endlich Dornen zeigen?


Sieht sich denn niemand an den Blüten satt?


Ich kann auch keine Rose sein.

Die Rose hatte ihren Platz.

Ich bin auch kein Planet.

Zu gerne schwebte ich im All.


Ich bin die Feder eines alten Vogels,

Der diese Feder nicht vermisst.

Ich bin die Feder die fiel,

Die sich an ihren Worten misst.

Ich bin die Feder, die mal schrieb,

Wenn man sie in Tinte tauchte.

Ich bin die Feder, die es nie,

Niemals einfach so aufgibt.


Kunst der WorteGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt