Ich wollte nicht und tat es doch, dann wollte ich und tat es nicht

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Ich wollte nicht.
Damit fängt das alles an.
Und mit einem Brief,
Mit dem eine Geschichte endete
Und eine andere begann

Ich wollte das klare Weiß des Papiers,
nie mit Druckertinte und diesen unbeholfenen Worten beschmutzen lassen.
Ich wollte nie, dass es abgegeben wird,
denn da war dieser stechende Schmerz;
Dieses brennende Gefühl, das mir zeigte:
Ich wollte es nicht,
Aber ich tat es doch.

Ich wollte nie, dass sie dachten, ich hätte den Brief verfasst.
Ich wollte nie, dass es endete;
Das, was sie und ich hatten.
Ich wollte nie zulassen, dass unsere Freundschaft uns verlässt.
Ich wollte nie, dass sie mich hassen.
Und dennoch ging ich auf sie alle zu,
mir klar, dass es der Freundschaft Ende nun bedeutete
Und gab zu, was sie alle hören wollten.

War es doch das erste Mal, dass Astern wucherten,
War es doch der erste Stein, den ich für meinen Turm setzte,
Als ich zum ersten Mal in meinem Leben,
die Glocken auf dem Turm der Lügen leutete,
weil ich um des Schutzes des Verfassers sagte,
dass ich es war, die das Hassgelöbnis zu Papier gebracht hat.

Ich wollte nicht.
Damit setzte sich die Geschichte fort.
Und mit des ersten Herzens Stich,
auf den noch viele weitere folgten.

Ich wollte nie, dass das Opfer meiner Taten,
Die, zu unschönen Worten geformten, Tintentropfen vor ihnen vorlas
Ich wollte nie, dass die Zuhörer mich hassten
Und dennoch waren sie es, die dachten,
Dass ich es war, die diese Worte zu Papier gebracht.
Ich wollte den Verfasser des Briefes nie verraten,
War da dann doch wieder dieses Ziehen da,
Als meine Lehrerin mich anklagend ansah,
Bis ich den Namen und deren Taten gestand.
Ich wollte nicht,
Aber ich tat es doch.
Erfuhr nur niemand, außer dem Opfer davon,
Das meinen Worten keinen Glauben schenkte.

Ich wollte die Zeit zurückdrehen und den Brief zerreißen,
Den Verfasser abhalten, diese Worte zu schreiben,
Das Opfer nicht weinen lassen, weil diese Worte es nicht wert waren,
Und den Frieden und die Freundschaft zwischen ihr und mir wahren.
Ich wollte nicht und tat es doch und dann wollte ich und tat es nicht,
Weil es Zeitmaschinen noch nicht gibt
Und ich trotz all des Leidens, das ich verursacht habe,
Wieder ihre Freundschaft berge.
Weil das Opfer mir verziehen hat
Und die Narben des Verfassers nicht mehr meine sind

Lieber Verfasser,
nun ein Brief von mir an dich,
im Namen aller, die du verletztest,
Was du getan hast, hat Schaden angerichtet
Und dennoch will ich, dass du lachst,
Weil man auch mir vergeben hat,
Auch wenn ich nicht vergessen werde.

Kunst der WorteGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt