Einhörner und Feenstaub

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Wir waren noch im Kindergarten

Klein und unbedarft

Lachend und durch die Welt tanzend

Du erzähltest mir magische Geschichten

Über Feen und andere Fabelwesen

Du erzähltest du seist eine von ihnen

Und als ich fragte 

Ob du mich nicht verwandeln könntest

So erzähltest du mir, dass du durch das Türschloss fliegen würdest


Das ging bis zur Grundschule so

Und ja, inzwischen wusste ich ganz tief in mir

Dass das was du erzähltest nicht wahr sein konnte

Doch ich klammerte mich daran

Was gab es denn sonst zu tun?

Ich stand zwischen Streit und Trauer

Weshalb ich mich in meiner Fantasie verlor


Du erlaubtest mir zu träumen 

Und wo ich später dachte du hättest mich angelogen

So glaube ich heute, dass es dir ähnlich ging

Und dass du nicht logst, sondern flüchtetest 

Als du sagtest, ich müsse vor dem Fenster stehen

Als du sagtest, ich müsste den hellsten Stern anflehen

Als du sagtest, du würdest mich verwandeln

Als du sagtest, wir können dann zusammen in die Welt der Feen


Als du sagtest, du würdest ein Einhorn haben

Als du sagtest, ich könne auch eins haben, wenn ich es nur wollte

Als du sagtest, du würdest mir Feenstaub mitbringen

Als du sagtest, Feenstaub gemischt mit Apfelsaft und Mehl würden mich zur Fee machen

Du gabst mir eine Welt voller Träume

Denn du wolltest sie mit mir teilen

Und ich mag es damals nicht verstanden haben

Doch umso mehr tue ich es jetzt


Deswegen tut es mir leid

Dass ich mich lange Zeit einfach nicht meldete

Denn du gabst mir die Fantasie

Denn du gabst mir die Kraft

Die Kraft daran zu glauben, dass alles besser wird

Denn die Magie war immer ein Teil von dir

Und auch wenn deine Magie nicht darin bestand eine Fee zu sein

Sie bestand darin anderen Mut zu machen

Denn Einhörner und Feenstaub können existieren

Wenn man nur an sie glaubt

Kunst der WorteWo Geschichten leben. Entdecke jetzt