28. Teil

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Rikus Sicht

Ich schaute gerade mein Handy ungläubig an, nachdem ich mit Leevi Niinistö telefoniert hatte. Er erzählte mir am Telefon, dass seine Familie im Urlaub war und auf dem Rückflug, der in dieser Nacht war, mit der Privatmaschine abstürzten. Seine Mutter hatte diesen Absturz schwer verletzt überlebt. Sie lag momentan im Krankenhaus mit einer Gehirnerschütterung und Knochenbrüchen, aber sie war bei Bewusstsein. Leevi würde später mit seiner Haushälterin zu ihr ins Krankenhaus fahren, ihr davon erzählen, dass er Vater geworden war und danach würde er zu uns nach Hause kommen. Ich gab ihm natürlich die Adresse von Samu. Immerhin wollte Leevi seinen kleinen Sohn kennenlernen.

Der Präsident und Matias kamen bei diesem Absturz ums Leben. Leevi war nicht bei diesem Urlaub dabei, weil er krank war und somit ließen sie ihn zu Hause. Das hatte somit sein Leben gerettet. Matias war nur bei dem Urlaub dabei, weil er mal raus aus Helsinki wollte. Er dachte einfach zu oft an mich. Das hatte Leevi mir so erzählt. Leevis Mutter überlebte den Absturz nur, weil Matias wohl schützend über seiner Mutter lag. Matias hatte seine Mutter sehr geliebt, davon erzählte er mir öfters. Sie war immer für ihn da, aber von seinem Vater erzählte er mir nie was und es war doch sehr komisch, dass der Präsident nicht schützend über seiner Frau lag. Ich legte mein Handy auf dem Tisch ab, nahm die Fernbedienung an mich und machte den Fernseher an.
Die Nachrichten waren voll mit dem Flugzeug Absturz von der Präsidenten Familie. Ich schaute mir einen Bericht an und erschrak, als plötzlich mein Handy klingelte. Samus Nummer blinkte auf und ich nahm das Gespräch freudig an.

{"Hallo, Babe. Wir haben alles zusammen. Wir kommen jetzt nach Hause. Schläft der Kleine? Und hast du dir mal den Fernseher angemacht? Im Radio läuft die ganze Zeit die Nachricht, dass die Präsidenten Familie diese Nacht abstürzte."}
{"Hallo, Honey. Ja, der Kleine schläft und ich habe den Fernseher angemacht, nachdem ich mit Leevi Niinistö telefoniert hatte. Er war nicht in der Privatmaschine und seine Mutter hat den Absturz überlebt, aber lass uns doch gleich zu Hause darüber reden."}
{"Das machen wir, Babe. Bis gleich."}
{"Bis gleich, Samu und fahr vorsichtig."}
{"Mach ich, Riku."}, sagte er noch dazu und dann legten wir auf.

In diesem Moment wachte Lenni auf und fing mitweinen an. Ich strich ihm über sein Köpfchen und sagte zu ihm: "Deine Mami kommt gleich und dann bekommst du eine frische Windel. Deswegen weinst du bestimmt, weil hungrig kannst du noch gar nicht sein." Am liebsten hätte ich ihn hochgenommen, aber mein Arm machte da überhaupt nicht mit. Wie sollte das alles in den nächsten Tagen funktionieren, wenn Henna in der Schule war und Samu auf Arbeit? Darüber mussten wir uns noch unbedingt unterhalten. Lenni beruhigte sich ein wenig und nach 5 Minuten hörte ich, wie die Haustür aufgeschlossen wurde.

Henna kam gleich mit einer Packung Windeln zu mir und Lenni. Sie wickelte ihn und Samu räumte in der Zeit alles vom Auto ins Haus. "Hast du etwa das ganze Kaufhaus leer geräumt?", sagte ich grinsend und er grinste mich auch an. Anschließend schloss er die Haustür, nachdem alles vom Auto im Haus war, kam zu mir, küsste mich und sagte: "Ich habe alles eingekauft, was Lenni braucht. Babysachen, Windeln, Wickelkommode, ein Babybett, eine Babywippe, ein Babyfon und noch vieles mehr. Du weißt ja, was Babys alles so brauchen und ich weiß es auch. Immerhin habe ich zwei Nichten.", ich lächelte und er küsste mich erneut. "War er brav?"
"Sehr brav. Er hat die ganze Zeit geschlafen.", er schmunzelte und strich Lenni auch übers Köpfchen. Henna hatte ihn fertig gewickelt und jetzt stillte sie ihn. Anschließend setzte sich Samu zu uns und sagte:

"So und nun erzähl uns mal von dem Gespräch mit Leevi Niinistö.", ich nickte und fing Miterzählen an und Samu sagte dazu: "Jetzt brauchst du keine Angst mehr vor Matias zuhaben.", erneut nickte ich und Henna sagte: "Papa, wann kommt Leevi zu uns?"
"Am Nachmittag. Er wollte erst mal seine Mutter besuchen und mit ihr darüber sprechen."
"Okay, ich freue mich schon riesig auf Leevi. Ich liebe ihn noch immer und er mich auch. Er durfte damals von seinem Vater aus nicht mehr mit mir Zusammensein, weil er sich auf seine Schule konzentrieren musste und später soll er mal das Amt von seinem Vater übernehmen. Sein Vater war echt streng zu ihm. So hatte er es mir vor 9 Monaten erzählt und dann sahen wir uns nie wieder. Er geht ja in eine private Schule. Leevi ist genauso wie ich in der 10. Klasse."
"Oh Gott, wie war denn sein Vater drauf?", sagte Samu geschockt und ich schaute Henna auch geschockt an.

Wie konnte er nur die Liebe zwischen Henna und Leevi verbieten? Sowas ging gar nicht. Der Präsident war wohl ein sehr strenger Vater und Ehemann. "Sein Vater war echt streng, Samu, aber Leevi wird uns nachher sicherlich einiges darüber erzählen", sagte Henna und wir nickten dadurch. Nach dem Gespräch standen wir alle auf, Samu holte die Babywippe aus dem Karton und Henna legte den Kleinen darein. Anschließend liefen wir in die Küche. Dort stand noch das Frühstück auf dem Tisch, was ich vorbereitet hatte. Wir setzten uns hin und Henna stellte die Babywippe zwischen uns. Lenni schlief friedlich darin und wir fingen mitessen an. Nach dem Frühstück rief Samu Sami, Raul und Osmo an. Er fragte sie, ob sie beim Aufbau helfen konnten, weil ich mit meinem Arm beim Aufbau nicht helfen konnte? Sie sagten zu und nach einer halben Stunde waren alle oben im Gästezimmer beschäftigt. Henna war nicht dabei. Sie hatte mir Lenni auf den gesunden Arm gelegt und saß nun mit mir zusammen auf dem Sofa. Mein Enkelkind war so goldig.

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