"Das geht leider nicht!", sagte ich leise.
Mit gesenktem Kopf stand ich vor ihm, den Blick auf meine Schuhspitzen gerichtet. Meine Hände ließ ich gefaltet vor mir hängen. Meine rechte Schuhspitze stellte ich auf und drehte sie auf dem Boden. Es herrschte Stille um uns. Niemand sagte etwas.
Ich traute mich nicht auf zu sehen. Ich wusste nicht genau, wo Aiden stand. Er müsste eigentlich ein paar Meter entfernt vor mir stehen.
"Hey, das ist doch nicht schlimm!", brach er die Stille. Er kam auf mich zu und in seiner Stimme schwang etwas aufmunternden mit. Er lächelte wahrscheinlich.
Mein Kopf blieb gesenkt, aber meinen Blick hob ich. Er sah mich tatsächlich lächelnd an und stand zu meiner Verwunderung gerade mal 50 cm von mir entfernt.
Ich starrte ihn weiterhin nur an und sagte nichts. Ich verlor mich in seinen Augen. Seinen braunen, wunderschönen Augen, die eine Wärme ausstrahlten, die mir ein Gefühl von Geborgenheit gaben. Ein Gefühl von ... Akzeptanz.
Er akzeptierte, dass ich nicht vor ihm singen konnte! Man konnte es in seinen Augen sehen.
Aber das war nicht das einzige, was man in seinen Augen sehen konnte. Da war noch etwas anderes, doch ich wusste nicht was.
Ich blinzelte ein paar mal und sah zum Boden und anschließend wild durch den Raum. Dann räusperte ich mich und ging ein paar Schritte zurück.
"Trotzdem kann ich nicht!", sagte ich kalt,"Tut mir leid, aber ich muss gehen!"
Ich ging zu dem Sofa, auf dem ich vorhin saß und holte meine Tasche.
"Warum?", ertönte die tiefe Stimme von Aiden hinter mir. Sie triefte nur so von Neugier.
Ich blieb in meiner Bewegung stehen. "Ich weiß nicht! Ich mag es generell nicht mit anderen Menschen Zeit zu verbringen, außer Cassie und meiner Familie. Aber ich denke, ich habe einfach noch nicht die richtige Person gefunden, mit der ich singen kann.", erklärte ich hektisch, doch eigentlich gab es keine richtig logische Erklärung.
"Bin ich dann in der Hinsicht etwas Besonderes, weil du Zeit mit mir verbringst?", überlegte er scherzhaft.
"Naja, richtig freiwillig ist das hier auch nicht!", entgegnete ich leise eher zu mir selber, aber anscheinend hat er es gehört.
Er hielt daraufhin gespielt schockiert eine Hand auf sein Herz und fing an zu lachen. Ich nahm mir meine Tasche und ging mit schnellen Schritten wieder an Aiden vorbei auf die schwere Holztür zu.
"There goes my heart beating"
Ich blieb abrupt ein paar Meter vor der Tür stehen.
"Cause you are the reason"
Langsam dreht ich mich zu Aiden. Er sah mich an und streckte eine Hand nach mir aus.
Hat er gerade wirklich gesungen? Wegen mir?
Seine Stimme war wunderschön. Sanft aber zugleich bestimmend.
Man sah ihm an, dass er darauf wartete, dass ich weiter singen sollte. Aber ich konnte nicht. Ich stand da, angewurzelt an den Boden und konnte mich kein Stück rühren.
"Nein! Nein, ich kann das nicht!", sagte ich und drehte mich zur Tür. Mit ein paar Schritten war ich bei ihr.
Ich drückte die Klinke runter und stemmte mich gegen die schwere Eichentür, aber sie rührte sich kein Stück.
Mist! Sie war immer noch verriegelt.
Meinen Kopf lehnte ich gegen das Eichenbrett und meine Hände stützte ich sachte auf Schulterhöhe an die Tür. Währenddessen rutschte meine Tasche von meinem Arm und fiel mit einem Lauten Knall auf den Boden.
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Three little Papers
RomanceLizzy Baker ist das schüchterne Mauerblümchen des Castle Beaumont Internats und die Zwillingsschwester von einem der beliebtesten Jungs der Schule. Lizzy will mit ihren guten Noten nur unbemerkt die Schule beenden und auf gar keinen Fall in den Vord...
