Kapitel 38

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Heute war der 22. Dezember und der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien. Ich raste aus! In zwei Tagen war der Ball! Immer wenn ich daran dachte, breitete sich ein riesiges Grinsen auf meinem Gesicht auf, obwohl ich auch sehr nervös und aufgeregt war wegen dem Wettbewerb. Aber Jayden und ich haben uns wirklich jeden Tag getroffen, um zu proben, damit alles perfekt funktionierte. Obwohl wir am Wochenende meistens bei mir in der Küche saßen und Kekse gegessen und warmen Kakao getrunken haben. An den Tagen, an denen wir uns nicht treffen konnten, fühlte ich mich irgendwie einsam. Als würde ein Teil von mir fehlen oder als würde ich seine Anwesenheit so sehr gewohnt sein, dass ich es ohne ihn irgendwie komisch fand.

Ich saß gerade in der Bibliothek gegenüber der Landkarte und las mein Buch. Ich hatte eigentlich schon nach der Fünften Stunde Schulschluss, aber Ace musste noch bis zur sechsten Stunde bleiben. Daher saß ich hier allein und las mein Buch in Stille. Ich sah auf die Wörter in meinem Buch, doch irgendwie wollte der Inhalt nicht in meinen Kopf. Es war als würde sich gerade etwas anderes ganz langsam in meinen Kopf einschleichen. Etwas wie eine Idee oder ein Einfall oder...

Das Rätsel!

Ich habe Seen, Flüsse und Meere - doch kein Wasser. Gebirge ohne Berge. Städte ohne Häuser.
Was bin ich?

Ich sah auf und mir fiel sofort die Antwort ein.
Natürlich! Bin ich denn dumm? Es lag die ganze Zeit vor mir und ich habe es nicht bemerkt! Vor meinen Augen konnte ich die Antwort bildlich sehen. Ich stand auf und ging darauf zu. Ich ging zu ihr hin und sah sie mir genau an. Was könnte daran sein, dass es mir verrät, ob meine Antwort richtig ist? Ich sah links von ihr und rechts von ihr, doch dort war nichts.

War es doch nicht die richtige Antwort?
Aber es machte Sinn. Es hatte Seen, Flüsse und Meere, aber kein Wasser, Städte, aber keine Häuser und Gebirge, Ber keine Berge. Die Antwort musste die Landkarte sein!
Ich hob sie ei  Stück an, sodass sie von der Wand abhob.
Plötzlich fiel etwas auf den Boden. Ich ging dorthin und hockte mich hin. Es war ein neongrünes Band, an dem ein Zettel befestigt war. Ich hob es auf und las es mir durch.

"Trage dieses Band am Weihnschtsball, damit wir wissen, wer Ballkönigin ist!"

Ich traute meinen Augen kaum. Ich hatte das Rätsel wirklich als erste gelöst und wäre Ballkönigin! Irgendwie klang das für mich unrealistisch! Das kann doch nicht möglich sein, oder?

-

Nachdem es zum Ende der sechsten Stunde geläutet hatte, bin ich schnell in mein Zimmer gelaufen, um meinen Koffer und meine Sporttasche zu holen, die ich voll mit Klamotten und anderem Zeug gepackt hatte, um sie mit nach Hause zu nehmen. Ich ging so schnell es ging zu unserem Auto und wartete auf Ace, der mal wieder zu spät dran war. Nach einer halben Stunde tauchte er dann auch mal endlich auf.

"Wenn du noch langsamer läufst dann kannst du mich direkt ins Altenheim bringen! Meine Güte, was hast du denn die ganze Zeit gemacht?!", sagte ich etwas genervt, aber mit einem belsutugten Unterton. Ace blieb auf einmal stehen und streckte mir seinen Mittelfinger entgegen.

-

Ich stieß die Tür zu meinem Zimmer auf und ging ein paar Meter hinein. Meinen Koffer ließ ich dort direkt stehen und meine Sporttasche ließ ich einfach von mir abfallen. Danach ging ich auf mein Bett zu und schmiss mich einfach darauf. Ich lag darauf und schloss meine Augen. Ich atmete ein paar mal tief ein und musste Grinsen.
Endlich Ferien!

Die Matratze senkte sich und eine nasse Schnauze schnupperte über mein Gesicht. Ich öffnete meine Augen und sah in ein super süßes Hudegesicht. Nala. Sie schleckte mit ihrer Zunge durch mein Gesicht, welches ich dabei verzog. Danach legte sie sich zu mir und ich kraulte sie.

——

Ich war gerade noch in meiner Traumwelt, als mir der Duft von Kaffe und Bacon in die Nase stieg. Ich wurde langsam wach und die Sonnenstrahlen kitzelten mich unter der Nase. Ich sah aus meinen Fenstern nach draußen und entdeckte nasse Wiesen und Pflanzen. Es hatte nicht geschneit, was mich etwas traurig werden ließ. Doch der Gedanke daran, was heute Abend war, ließ mich vor Vorfreude und Aufregung grinsen.

Ich stand von meinem Bett auf und ging langsam die Treppe herunter. Am Treppengeländer hing ein Tannrnkranz mit einer Lichterkette, die verschieden aufblinkte und überall im Haus hingen Sterne und standen kleine Kerzen herum. Es sah wirklich nach Weihnachten aus. Ich ging die Treppenstufen herunter und wurde in der Küche von einem riesigen Frühstück empfangen, das leckerer aussah, als der beste Schokokuchen.
Ich trat in die Küche und bekam direkt ein fröhliches Lächeln von meiner Mutter, die noch am Herd Bacon brat, und meinem Vater, der den Tisch deckte.

"Guten Morgen!", sagte ich fröhlich pfeifen und setzte mich an den Küchentisch, der einen wunderbaren Blick auf unseren verrückt dekorierten Weihnachtsbaum bot. Er hatte Christbaumkugeln in allen möglichen Farben und blinkte in gelbem Licht. Auf der Spitze steckte ein hässlicher Stern, der uns vor Jahren mal heruntergefallen war. Mein Vater war aber zu geizig, einen neuen zu kaufen und meinte, dass dieser ja noch gut ist. Außerdem war es ein Erbstück von Oma. Deshalb sitzt oben bei Familie Bakers auf dem Christbaum ein halbkaputter Weihnachtsstern.
Nach etwa 15 Minuten fand Ace auch mal den Weg aus seinem Bett in die Küche, sodass wir gemeinsam anfangen konnten, zu frühstücken.

Nach dem Frühstück ging ich hoch und duschte mich in aller Ruhe, damit meine Haare trocknen könnten.
Jetzt war es ungefähr halb eins und mein Magen meldete sich zu Wort. Ich hatte Hunger. Also ging ich runter und aß etwas. Es gab Pfannkuchen. Eins meiner Lieblingsspeisen! Ich aß bestimmt fünf Stück. Ein oder zwei mit Wurst und Salat, einen mit Marmelade und zwei mit Nutella. Danach war ich Pappsatt und konnte mich gefühlt kaum noch bewegen. Daher spielte ich etwa eine halbe Stunde mit meinem Handy herum, bis ich aufstand und vor hatte, meine Mutter zu fragen, on sie mir helfen könnte mich zu schminken. Ich hatte absolut keine Ahnung davon und überließ das ganze ihr, was sich als ziemlich entspannt entpuppt hat. Ich wäre fast eingeschlafen als sie mein Make-up gemacht hat. Danach zupfte sie mir noch an meinen Haaren herum, um mir eine hübsche Frisur zu machen. Während sie meine Haare und mein Gesicht bearbeitete, las ich mein Buch, doch ich konnte mich kein Bisschen konzentrieren. Es flog an der einen Seite meines Kopfes herein und kam an der anderen Seite so wieder heraus. Ich war viel zu aufgeregt, um irgendwas anderes zu machen, als an den Wettbewerb zu denken. Bei jedem kleinsten Gedanken daran, setzte mein Herz aus.

Nach etwa drei Stunden, in denen meine Mitter mir geholfen hat, meine Frisur zu machen, mich zu schminken und wur zusammen was getrunken haben, um zu feiern, dass heute der Weihnachtsabend war und wir heute auf unseren Ball gehen würden.

Nun stand ich vor meinem Spiegel und betrachtete mein Spiegelbild. Ich hatte mein blaues Ballkleid an. Es saß perfekt und passte hervorragend zu meinen blauen Augen. Es hatte einen blauen weiten Rock aus Satin und ein Oberteil aus glitzernden Spitze, die mit Kristallen besetzt war. Dazu hatte es sehr dünne Träger, die kaum auffielen. Meine Locken trug ich offen, sodass sie mir über die Schultern hingen. Nur zwei kleinere Strähnen an meinem Gesicht hatte ich unordentlich zurück gesteckt. Trotzdem standen kleine Locken von meinem Kopf ab. Die ganze Frisur sah etwas unordentlich aus, aber ich mochte sie. Es passte perfekt zu mir. An meinem Hals hing die Kette, die meine Großmutter mir zum Geburtstag geschenkt hatte. Der weiße Stein passte hervorragend zu den silbernen Kristallen und das Blau in der Mitte des Steines traf genau das gleiche Blau wie das Kleid hatte. In meinen Ohren steckten weiße Perlenohrringe. Meine Pumps waren ebenfalls blau und hatten mehrere Riemchen über den Fuß gespannt. Ein Riemchen ging gerade direkt über meine Zehen, das andere ging von der Innenseite aus schräg hoch über meinen Fuß. Oben über meinen Knöchel ging auch ein Riemchen um mein Bein, damit der Schuh auch halten würde. An meinem linken Arm trug ich noch dieses beknackte grüne Band, das ich bei der Landkarte in der Bibliothek gefunden hatte. Auf dem Zettel stand drauf, ich sollte es beim Ball ragen, deswegen legte ich es mir um, obwohl es irgendwie nicht zu meinem Outfit passte.

Ein Klingeln ertönte. Danach hörte ich eine tiefe Stimme meine Eltern begrüßen. Ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. Ich strich ein letztes Mal über den Rock meines Kleides und sah hoch in den Spiegel.

Jetzt ist es so weit!

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