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POV; Kai

langsam wurde ich wach. Ich weiß nicht woher, es war nämlich noch dunkel, und einen Wecker habe ich mir auch nicht gestellt. Ich blickte auf mein Handy.
07:30. Eigentlich gar nicht meine Uhrzeit.
Mein Blick schweifte direkt zu meinem Freund der zufrieden neben mir schlief.
Gestern ist es passiert.
So lange hatte ich darauf geplant und gewartet. Es hat alles so geklappt, wie ich wollte. Ein Lächeln schmieg sich auf mein Gesicht. Ich habe ihn jetzt nur für mich.
Er ist meiner.
Es ist unbeschreiblich, zu wissen, dass jemand genau die selben Gefühle für dich hat, wie du.
Ich weiß noch ganz genau, wie viel Angst ich hatte, dass er sie nicht erwidert.
Ich bin ihm so dankbar.
Ich würde alles für ihn tuen, nur damit er glücklich ist. Ich will eine Zukunft mit ihm.
Ich bin mir so sicher, dass er der richtige ist.
Schon seit Leverkusen war er mir nicht uninteressant. Die ganze Zeit haben wir uns blendend verstanden. Auch, wenn es manchmal ein paar Streitigkeiten gab, sind wir jetzt hier.
Immer wieder haben wir zu einander gefunden, und das auch nach dieser jahrelangen Funkstille.
Wir sind für einander gemacht.
Obwohl wir so unterschiedlich sind, ergänzen wir uns einfach perfekt.

Weil er mit dem Rücken zu mir gedreht war, und ich das Bedürfnis nach seiner Nähe hatte, schmiegte ich mich still an ihn. Ich will ihn jetzt nicht aufwecken.
Er sieht so friedlich aus.
Ich umschloss meine Arme um seinen Oberkörper, und legte meinen Kopf an seine Schulter. Wenn man sich das so vorstellt, hört es sich vielleicht ungemütlich an, aber nein.
Nein, das war es wirklich nicht.

Weil er immer noch seelenruhig schlief, musste ich mich fester an etwas anderes kuscheln. Sofort fiel mir der Pullover ein, den ich mir gestern übergezogen habe.
Sein Pullover. Irgendwie ist das alles noch so surreal.
Auch, wenn es nur ein basic schwarzer Nike Pullover ist, liebte ich ihn.
Schon so oft habe ich ihn darin gesehen.
Er roch extrem nach seinem Geruch, was mich zufrieden aufseufzen lies.
Immer wenn ich diesen einatme, fühle ich mich ganz nah bei ihm, und unfassbar wohl.

Ich bin so gespannt, was die Zeit noch bringen wird.
Wie sind seine Zukunftspläne?
Wo soll das mit uns hingehen?
Es gibt so viele Fragen, die noch nicht geklärt sind. Wohl oder übel, müssten wir auch diese diskutieren.
Am besten direkt schon heute, dann sind sie so schnell wie möglich aus dem Weg.

Ich merkte, wie sich Jule bewegte.
Habe ich laut gedacht? Bitte nicht.
Er drehte sich auf den Rücken. Wie kann man bitte auf dem Rücken schlafen?
Ich hoffe wirklich, dass ich ihn nicht aufgeweckt habe.
Als ich sah, dass er sich streckte, und einen undefinierbaren Laut von sich gab, wurde mir klar, dass er wohl doch wach war.
Egal, jetzt kann ich wenigstens Zeit mit ihm verbringen, also so richtig.
„guten morgen mein kleiner" begrüßte ich ihn, und strich ihm kurz durch die Haare.
Keine Ahnung, woher der Spitzname kommt.
Ich bin zwar der jüngere, aber trotzdem ein paar centimeter grösser als er.
Also mein Spitzname war bis jetzt zumindest immer ‚harvey' und damit bin ich auch zufrieden. Nur er darf mich so nennen. Ich hätte trotzdem nichts, gegen eine Auffrischung. Aber bloß nicht ‚babe' oder sowas. Das ist selbst mir zu unangenehm.

Ich blickte ihn wieder an, und sah sofort sein leichtes Lächeln im Gesicht.
Sein Lächeln macht schon früh am Morgen meine Laune besser. Diese Grübchen. Er war einfach Zucker.
„morgen mein Freund" zwinkerte er.
Ich schenkte ihm ein sanftes Grinsen.
„Wie willst du mich jetzt immer nennen?" fragte ich ihn schlussendlich.
Er überlegte. Er sieht so süß aus, wenn er sich konzentriert.
„also ich finde ja harvey immer passend, aber wenn du irgendwelche Ideen hast, kannst du sie mir ja mitteilen." gab er schließlich von sich.
Tatsächlich habe ich auch keine Ideen.
Ich nickte nur, und drückte ihm einen weichen Kuss auf die Stirn.
„Willst du was essen?" fragte ich ihn.
„klar, lass uns mal schauen was wir da haben"
„ich denke das Müsli muss her halten, wie jeden früh." lachte ich auf.
„hast recht, also, dann halt ab zum Müsli essen" Schlug er vor, und hüpfte dann vom Bett auf. Heute war er irgendwie so ausgeglichen und gut gelaunt, obwohl er ein absoluter Morgenmuffel ist.

„hast du was gegen spazieren gehen? Die Sonne geht bald auf." Schlug ich vor.
Er nickte nur eifrig, und zog sich warm an. Ich tat es ihm gleich, aber wurde von einer Frage unterbrochen:
„was ich noch fragen wollte, wie findest du meinen Pulli so?"
Ich errötete aus irgendeinem Grund. Warum, Kai?
Du bist wirklich nicht mehr 10.
„Sehr gemütlich und hält warm, riecht sehr nach dir also würde ich schon eine 9,5/10 vergeben" bewertete ich ihn sogar.
Er schaute mich leicht verwirrt an. Ich konnte genau seine Frage im Kopf lesen.
„ja, nur 9,5 weil er dir besser steht als mir." gab ich zu.
Er neigte seinen Kopf, und schenkte mir ein schiefes Grinsen.
„So ein Schwachsinn, wir wissen doch alle, dass du hier das Model bist." schüttelte er nur den Kopf.
„selbst wenn, bist du wunderschön und ich finde er steht dir besser als mir." versuchte ich zu kontern.
Seine Augen weiteten sich etwas.
„Du- du findest mich wunderschön?" stotterte er leicht. Ich weiß nicht, ob es wegen der Nervosität war, oder wegen der Kälte, weil wir grade raus gegangen sind, aber es war unfassbar süß.
Wenn er nur wüsste.
„Mehr als das, der schönste Mensch den ich kenne. Bin sehr stolz dich mein Freund nennen zu dürfen." verdeutlichte ich ihm. Ein breites Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus.
Er hat nie diese nötige Zuneigung bekommen, ich weiß es. Ich kenne ihn jetzt schon lange.
Ich möchte sie ihm geben.
Er zweifelt viel zu oft an sich selbst, obwohl er wirklich einfach perfekt ist.

Hand in Hand liefen wir etwas herum.
Wir genossen den kühlen Wind, und die angenehme Atmosphäre.
Wir waren wieder an dieser Bank angekommen, wo wir letztens waren. Jule meinte, er hätte diesen „Park" bzw. Diese Bank noch nie gesehen, obwohl er sich hier echt gut auskennt.
Dieser Ort ist für mich unser Ort.
Ich erinnere mich noch, als ich hier langsam seine Hand genommen habe, und wir den Sonnenuntergang angeschaut haben. Ab da an wurde mir klar, dass ich mich komplett verliebt habe, und als er sich dann auch noch vor mir als aller erstes geoutet hat, hat das alles nochmal bestärkt.

Wir setzten uns hin. Langsam ging die Sonne auf. Wir sind so früh draußen, und es ist eisig kalt, aber mit ihm ist einfach alles schön.
„mir ist kalt" gab er trotzdem zu.
„komm her" zog ich ihn auf meinen Schoß. Er atmete zufrieden aus.
„Besser?" streichelte ich seine Hand.
„um einiges" bejahte er.
Er lehnte seinen Kopf leicht nach hinten, sodass ich seinen Atem an meinen Hals spüren konnte. Es verschaffe mir eine Gänsehaut. Hoffentlich hat er das jetzt nicht gemerkt.
Eine zeit lang war stille. Es war aber angenehm.
„wie soll es jetzt weitergehen mit uns? Du wohnst in London. Wenn ich ehrlich bin, kann ich nicht ohne dich. Ich brauche deine Nähe. Ich glaube das weißt du auch." fragte er mich.

hoffe es hat euch gefallen<33

meant to be || bravertz ffWo Geschichten leben. Entdecke jetzt