Mit langsamen Schritten drängelte ich mich durch die Schülermassen im Flur. Es ist unerträglich, diese Nähe zu Menschen, die man nicht mag oder einfach nicht kennt. An meinem Spind angekommen gab ich den Code in das Drehschloss ein und öffnete ihn. Die Schule ist gut ausgestattet, denn meine ganzen Bücher sind schon im Fach. Ich nahm also mein Mathebuch und lief dann in den nächsten Stock. Nun stehe ich vor der Tür des Matheraumes und mittlerweile ist der Flur auch schon wie leer gefegt. Wie es aussieht legen die Schüler viel Wert auf Pünktlichkeit. Bääh, einfach pünktlich kommen ist doch langweilig. Naja egal. Ich riss die Tür auf und unterbrach allen Anschein den Mathelehrer bei seiner Erklärung von unnützen Formeln. Alle Blicke der ganzen Klasse liegen jetzt auf mir und ein selbstsicheres Lächeln zog sich auf meine vollen Lippen. Die Sonnenbrille, die ich zu jeder Jahreszeit an habe, ist sozusagen mein Markenzeichen und verdeckt meine emotionslosen Augen, die jedermann nur beim Ansehen zum zittern bringen. Also ist das auch besser für meine Umgebung.
"Sie müssen Scarlett Shannon James sein."
"Ja, die bin ich, aber bitte nenn mich Scar."
"Sie wissen schon, dass ich gesiezt werde."
"Und DU weisst schon, dass es mir egal ist."
Die Klasse kicherte leise und der Lehrer lief so rot wie eine überreife Tomate an. Ich grinste noch breiter, als ich mich erinnerte, dass ich jedem Lehrer einen Brief geben muss, in dem steht, dass die mich nicht zum Direktor schicken sollen.
"Ach ja, ich habe ganz vergessen dir diesen Brief zu geben."
Ich kramte in meinem Rucksack und holte ihn raus.
"Bitte sehr."
Sagte ich schroff und warf ihn auf den Tisch. Er schaute den Umschlag einige Sekunden an und öffnete ihn dann mit zitternden Händen.
"Ich setz mich dann mal."
Das komische an der Sache war, dass sich der Raum so leise anfühlt, als würden die Schüler die Luft angehalten haben. Mit schleifenden Sohlen, damit der Raum nicht all zu still ist, lief ich auf die letzte Reihe zu und setzte mich auf einen der vier Stühle. Wie auf Kommando zogen alle Schüler scharf die Luft ein und leises Gemurmel war zu hören.
"Die arme weiß nichts."
"Sie ist neu, die werden ihr nichts tun."
"Sie ist so gut wie tot."
Ich ignorierte die anderen Stimmen und lehnte mich nach hinten. Mit einem Ruck lagen meine Füße auf dem Tisch. Mir entfuhr ein leises Seufzen und genüsslich an meinem Kaugummi kauend, schloss ich für kurze Zeit meine so angsteinflößenden Augen. Allen Anschein nach, hat der Lehrer den Brief gelesen, denn als ich meine Augen wieder öffnete, schaute er mich entgeistert an. Er murmelte etwas vor sich hin und schaute mich entschlossen an. Ich lächelte nur unschuldig und kramte in meinem Rucksack nach einem Kugelschreiber.
"Willst du nicht mit dem Unterricht fortfahren?"
Mittlerweile sind schon 15 Minuten vergangen und er sagte immer noch nichts. Er räusperte sich und wollte anfangen weiter zu reden, als die Tür abermals aufschwang und drei gut gebaute-halt den einen kenne ich doch. Das ist der Spasst mit dem Chevrolet. Ha man sieht sich halt zweimal im Leben. Er ließ seinen Blick im Raum umher schweifen und wollte gerade auf seinen Platz zu steuern, als er in der Bewegung inne hielt und sein Blick an mir haften blieb. Mit schweren Schritten lief er weiter in meine Richtung, dabei unterbrach er den Blickkontakt nicht. Seine Gefolgschaft tat es ihm gleich und vor mir blieb er, mit verschränkten Armen stehen. Seine Bodyguards nur paar Zentimeter hinter ihm. Alle haben die gleiche Haltung und den strengen Blick auf dem Gesicht. Ich musste mir sichtlich ein Lachen verkneifen, denn die denken ernsthaft, ich lass mich von solchen Idioten einschüchtern. Ich kaute provozierend auf meinem Kaugummi weiter.
"Das sind unsere Plätze!"
"Nur zu, setzt euch."
"Ich meine, verpiss dich von hier."
"Und wenn nicht?!?"
Diesmal setzte ich mich auf und stützte meinen Kopf auf meine Hände, die wiederum von meinen Ellbogen am Tisch gestützt werden. Ich machte eine Blase mit dem Kaugummi und ließ diese platzen.
"Mister Jackson. Setzen Sie sich doch bitte, ich möchte mit meinem Unterricht fortfahren."
Er schaute den Lehrer an und schnaubte auf, als er sich neben mich setzte. Die zwei anderen setzen sich neben ihm.
Der Unterricht war sehr langweilig, denn der Lehrer ist eine effektive Schlaftablette und auch die Jungs haben keine interessanten Themen zum plaudern gehabt. Ich guckte auf die Uhr und zählte jede Sekunde mit. Genau um 9:30 Uhr stand ich auf und packte meine Sachen in den Rucksack. Ich wollte gerade die Reihe verlassen, als mich die nervige Stimme des Lehrers aufhielt.
"Ich beende den Unterricht."
"Ich würde dir raten, mich nicht noch einmal anzusprechen, sonst beende ich dein Leben."
"Sie können mir nicht drohen. Ich habe keine Angst vor einer törichten Göre"
Er hob den Brief hoch und sprach dann weiter.
"Den Direktor konntest du einlullen, aber mich kriegst du nicht klein."
"Ach ja?"
Ich zog eine Augenbraue nach oben und beugte mich. Ich zog das Messer aus meinem Schuh und warf es genau auf den Brief. Durch die Wucht des Messers wurde ihm der Brief aus der Hand gerissen und war jetzt durch die Spitze des Messers an der hohlen Trennwand angepinnt. Die Mädchen kreischten und der Lehrer schaute mich geschockt an. Geweitete Augen und die Hand immer noch ausgestreckt klimpert er ungläubig durch die Gegend.
"Ich rate dir wirklich, wenn dir dein beschissenes Leben lieb ist, mich nicht anzusprechen. Das rate ich auch den anderen."
Die Blicke der Schüler brannten auf meinem Körper, vorallem die Blicke der Jungs, die mich anerkennend anschauten. Ich nickte Ihnen nur zu und lief auf die Tafel zu und zog das Messer wieder raus. Ich übergab dem Lehrer den Brief und verließ den Klassenraum. Doch nicht ohne ein:
"Schönen Tag noch Mister, keine Ahnung wie sie heißen."
Dann knallte ich auch schon die Zimmertür zu.
...
Ich hoffe es hat euch gefallen
Liebe grüsse susan
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Good, Badgirl!
RandomDas ist der erste Teil, der zweite Teil ist schon draussen! Auszug: "Komm her kleines. Hab keine Angst." Das kleine Mädchen vor mir schüttelte ihren Kopf und versteckte sich in der Dunkelheit. Die Laterne über mir spendet uns nur spärlich Licht. "Bi...
