Daryl erzählte Gabriel und Aaron, was mit Negan an der Grenze vorgefallen war und dass er vermutete, dass ein anderer Flüsterer, wahrscheinlich Beta, sie nun anführen würde. Sie konnten nicht in Alexandria bleiben. Alles was sie tun konnten, war zu fliehen und einen sicheren Unterschlupf zu suchen, bis sie eine Möglichkeit gefunden hatten, die Flüsterer und die Horde ein für alle Mal auszuschalten.
Bis sie aufbrachen, vergingen nur anderthalb Stunden. Sie packten nur einige Vorräte und Waffen ein, alles andere ließen sie in Alexandria zurück. Doch nicht alle gingen mit ihnen. Alden und Aaron blieben mit einem Funkgerät zurück, damit sie ihnen sagen konnten, wenn die Flüsterer in Alexandria gewesen waren.
Ihr Weg führte sie schließlich in ein abgelegenes Krankenhaus, dass sie von den Beißern säuberten und sich dann in einem Trakt, in dem sie das umliegende Gebiet gut im Blick hatten, niederließen. Lydia hatte sich sehr stark zurückgezogen. Immer wieder versuchten Janice und Annabeth sie irgendwie in Gespräche zu verwickeln, doch sie wies die Mädchen jedes Mal mit einsilbigen Antworten zurück. Daryl konnte sich kaum vorstellen, wie sie sich fühlen musste. An nur einem Tag hatte sie vom Tod ihrer leiblichen Mutter und ihrer Adoptivmutter erfahren. Das zu verarbeiten würde einige Zeit dauern.
Einige Zeit nach den Leuten aus Alexandria und Hilltop trafen auch jene aus Oceanside ein. Nun waren sie alle zusammen und bereit, gegen die Flüsterer und die Horde vorzugehen, oder zumindest einen Plan zu entwickeln. Daryl allerdings konnte nicht dortbleiben. Er wollte irgendetwas tun, während die anderen sich noch sammelten. Deshalb schnappte er sich ein Funkgerät und begab sich zurück in die Wälder, um es so schnell wie möglich zu erfahren, wenn die Flüsterer sich näherten. Als er weit genug vom Krankenhaus entfernt war, nahm er das Funkgerät, in der Hoffnung, Michonne zu erreichen, die nun schon seit einiger Zeit da draußen war, und noch nicht zurückgekehrt war. Sie hatte einen Mann namens Vergil kennengelernt, der ihr von einem Waffenarsenal berichtet hatte, den sie gemeinsam mit ihm holen wollte. Gerade diese Waffen konnten sie nun mehr den je gebrauchen.
„Geh nicht nachhause. Sie finden uns nur, wenn du antwortest. Wir planen, das zu beenden. Und das würde dir gefallen: wieder auf der Flucht zu sein und irgendwie zu überleben. Wie unsere alte Gang. Scheint ewig her zu sein", sprach Daryl ins Funkgerät, erhielt jedoch keine Antwort, „Michonne? Hörst du mich? Michonne?"
Doch das Funkgerät blieb still. Michonne antwortete ihm nicht. Daher ging Daryl weiter, jedenfalls so lange, bis er ein Knacken hinter sich hörte. Er zückte die Armbrust, doch als er sich umdrehte, erkannte er Merle etwa hundert Meter hinter sich.
„Ganz schön peinlich, dass gerade du durch so einen dämlichen Fehler auf dich aufmerksam machst", rief Daryl ihm zu und hängte sich die Armbrust wieder über die Schulter, während Merle zu ihm aufschloss.
„Als ob du noch nie auf einen Zweig getreten wärst", meinte Merle lediglich.
„Warum bist du mir gefolgt?", wollte Daryl wissen.
„Diese maskierten Arschlöcher werden doch irgendwann hier aufkreuzen. Vier Augen sehen mehr als zwei", sagte Merle schulterzuckend.
„Aha", meinte Daryl nur und sie gingen weiter, „ich brauch dich aber nicht als meinen Aufpasser."
„Wer soll denn sonst auf dich aufpassen, kleiner Bruder?", fragte Merle gedankenlos.
Daryl blieb stehen und starrte Merle wütend an, während seine Kiefer mahlten. In dem Moment schien auch seinem Bruder aufzufallen, was er gerade gesagt hatte und die entspannte Fassade fiel von ihm ab.
„So hab ich das nicht gemeint, Mann. Ich wollte nicht..."
„Denkst du, nur weil Sam weg ist, musst du mir hinterherschleichen und auf mich Acht geben? Du hast dich doch dein ganzes Leben nicht um mich geschert, warum solltest du also jetzt damit anfangen?", unterbrach Daryl ihn.
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Die Ungebrochenen - In einer sterbenden Welt - Daryl Dixon
Fan-FictionDas Leben im Gefängnis hat sich für Daryl und seine Gruppe gerade etwas entspannt. Der Govenor ist verschwunden und die Bewohner von Woodbury leben nun gemeinsam mit ihnen im Gefängnis. Samantha hingegen lebt seit dem Ausbruch allein in den Wäldern...
