Das Commonwealth

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In dem kahlen Raum befand sich nichts weiter als ein Tisch und drei Stühle, von denen zwei bereits besetzt waren. Samantha nahm auf dem freien Stuhl Platz und begutachtete die beiden, die ihr nun gegenübersaßen. Auf der rechten Seite saß ein Mann. Er war gepflegt, hatte dunkle Haare, einen Vollbart und trug wie Hornsby einen Anzug und Krawatte. Links neben ihm saß eine rothaarige Frau mit Pony und einem Hosenanzug. Sie starrte Samantha mit verbissenem Gesichtsausdruck an. Samantha hätte sie am liebsten gefragt, ob ihr Blazer zu eng saß und sie sie deshalb so dumm ansah. Doch diesen Kommentar verkniff sie sich lieber.

„Wir sind Auditoren des Commonwealth. Dies ist die Bewertungsstufe 1. Wenn Sie die bestehen, erreichen Sie Stufe 2. Da bereits Mitglieder ihrer Gemeinschaft bei uns aufgenommen wurden, befinden Sie sich im Eilverfahren. Beginnen wir also mit der Beurteilung", ratterte die Rothaarige herunter und nahm einen Kugelschreiber zur Hand, den sie bereits auf dem Notizblock ansetzte, und der Kerl neben ihr, tat es ihr gleich, „wie ist Ihr vollständiger Name?"

„Samantha Penelope Dixon."

„Ist Dixon Ihr Geburtsname?"

„Nein, ich habe geheiratet. Mein Mädchenname ist Johnson."

„Wie lautet Ihr Geburtsdatum?"

„17. Oktober 1985."

„Was waren Ihre Eltern von Beruf?"

„Mein Vater war Architekt, meine Mutter hat im Lebensmittelhandel gearbeitet."

„Haben Sie Geschwister?"

„Ich hatte eine Schwester, sie war drei Jahre jünger als ich."

„Womit haben Sie Ihr Geld verdient?"

„Ich war Lehrerin an der Roosevelt Highschool in Atlanta."

„Ihr höchster Bildungsabschluss?"

„Ich habe meinen Bachelor an der Georgia State University gemacht."

„Wurden Sie jemals verhaftet?"

„Nein."

„Haben Sie Drogen konsumiert?"

„Nein."

„Würden Sie sich grundsätzlich als einen aufrichtigen Menschen bezeichnen?"

Samantha zog ihre Augenbrauen leicht irritiert zusammen und schüttelte den Kopf, da sie den Sinn dieser Frage nicht ganz nachvollziehen konnte.

„Ja."

„Wie waren die Ergebnisse Ihrer letzten Routineuntersuchung?"

„Ich kann mich nicht mal daran erinnern, je eine gemacht zu haben."

„Wurden Sie mal gegen Masern geimpft?"

„Ja, als Kind."

„Haben Sie irgendwelche Krebsvorerkrankungen?"

„Nein."

„Gibt es Krebserkrankungen innerhalb Ihrer Familie?"

„Meine Schwester starb mit knapp neunzehn Jahren an akuter lymphatischer Leukämie. Bei meinem Vater wurde kurz vor dem Fall Lungenkrebs im dritten Stadium diagnostiziert, er war starker Raucher."

„Wie glücklich sind Sie und warum?"

Samantha schnaubte. Sie hatte absolut keine Ahnung, wieso diese Leute das von ihr wissen wollten.

„Jetzt nachdem ich wieder mit meiner Familie vereint bin, bin ich sehr glücklich", sagte sie, nach wie vor irritiert über die Frage.

„Wie oft haben Sie Stuhlgang am Tag?"

Die Ungebrochenen - In einer sterbenden Welt - Daryl DixonGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt