Hilltop

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Nachdem Samantha und Daryl zur Waffenkammer gegangen waren, damit Samantha ihren Bogen holen konnte, nahm sich Daryl ein Maschinengewehr. Dann nahm er eine weitere Pistole in die Hand, die er Samantha entgegenhielt. Die junge Frau winkte wiederum ab, doch dieses Mal ließ Daryl sich nicht so leicht abwimmeln.

„Nimm sie", sagte er dann mit fester Stimme, „bitte."

Samantha musterte ihn für einen Moment und nickte schließlich. Schusswaffen waren nicht unbedingt ihr Ding, doch sie wusste, dass Daryl sich Sorgen um sie machte, zumal sie noch nicht völlig genesen war. Wenn es ihm besser ging, wenn sie eine Kanone trug, dann würde sie das tun. Mit den Macheten, dem Bogen und der Knarre kam sie sich so vor, als würde sie in den Krieg ziehen. Bestimmt würde das nicht sehr vertrauenserweckend auf die Leute von Jesus' Gemeinschaft wirken.

Anschließend gingen die beiden zu dem Wohnwagen, den Rick für ihre Reise ausgesucht hatte und Daryl brachte ihn etwas auf Vordermann. Nach einiger Zeit kam Denise heraus und überreichte ihnen Haferkuchen, den Samantha entgegennahm und in Daryls Rucksack gleiten ließ, bevor sie Denise dankbar zulächelte. Daryl war jedoch nicht so freundlich.

„Ich hoffe, das schmeckt besser, als es aussieht. Denn es sieht aus wie Scheiße."

„Scheiße schmeckt besser, als tote Tiere", entgegnete Denise, „probieren Sie es einfach."

Dann ging sie davon und ließ Samantha und Daryl allein zurück. Samantha warf Daryl einen tadelnden Blick zu und schüttelte den Kopf, sagte aber nichts. Nachdem der Armbrustschütze die Motorhaube des Wohnwagens geschlossen hatte, stiegen sie ein und machten es sich bequem. Es folgten noch Maggie und Glenn, Rick und Michonne, sowie Abraham und natürlich auch Jesus.

Rick und Michonne saßen vorne und Samantha schaffte es während der Fahrt kaum, die Augen von den beiden zu lassen. Sie hatte nicht vergessen, welchen Blick Jesus den beiden zugeworfen hatte, als sie am Esstisch mit ihm geredet hatten. Nach einiger Zeit legte Rick Michonne eine Hand aufs Knie und Samantha lächelte. Sie freute sich für ihre Freundin und ebenso für Rick.

Michonne hatte, als das Chaos überhandnahm, ihren Sohn und ihren Lebensgefährten verloren. Rick hatte nach dem Tod seiner Frau bei Judiths Geburt zwar Gefühle für Jessie entwickelt, nachdem sie in Alexandria angekommen waren, doch auch das hatte ein schreckliches Ende genommen, als diese von Beißern getötet worden war. Samantha war froh, dass die beiden einander gefunden hatten. Sie hatten es verdient, glücklich zu sein.

Doch da Daryls Stimme riss sie aus ihren Gedanken.

„Yo, Rick! Was ist da los?", fragte er und deutete aus dem Fenster.

„Ein Unfall. Direkt vor uns. Scheint gerade erst passiert zu sein", antwortete Rick ernst und wurde langsamer.

Da sprang Jesus auf, sagte, dass es einer von seinen Leuten wäre und lief zur Tür, während Rick noch an die Seite fuhr. Nachdem Rick stehen geblieben war, stiegen alle aus und folgten Jesus. Der Wagen draußen hatte sich überschlagen, Beißer und deren abgerissenen Körperteile hingen überall am, im und unter dem Wagen. Jesus ging um das Auto herum und sah sich unglücklich um. Rick war direkt hinter ihm und richtete seine Waffe auf ihn.

„Wenn das ein Trick ist, endet das nicht gut für dich", meinte er ruhig.

„Meine Leute sind in Schwierigkeiten. Sie... Wir haben nicht viele Kämpfer", sagte Jesus gehetzt, „ich weiß, wie das aussieht, aber ich frage trotzdem: leihst du mir eine Waffe?"

„Nein", entgegnete Daryl sofort und deutete dann auf den Boden, „hier sind Spuren zu sehen."

Gemeinsam folgten sie den Spuren und kamen schließlich zu einem Haus. Rick klopfte an die Tür, doch niemand öffnete. Jesus war sich allerdings sicher, dass sie da drin waren.

Die Ungebrochenen - In einer sterbenden Welt - Daryl DixonGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt