Rettungsmission

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Auf ihrer Flucht kamen sie schließlich in eine Stadt nicht weit entfernt vom Commonwealth, wo sie sich in einem der Häuser verschanzten. Doch schon der erste Blick durchs Fenster war ernüchternd. Hornsby und seine Trooper waren bereits hinter ihnen her und würden sie zweifellos aufspüren, wenn sie sie nicht ausschalten konnten. Maggie trat neben Daryl und Samantha, die gerade dabei zusahen, wie die Trooper um Hornsby ausschwärmten und sich auf die Suche nach ihnen machten.

„Wie viele sind da?", fragte sie leise.

„Spielt keine Rolle", antwortete Daryl, „wir holen uns einen nach dem anderen."

Im nächsten Moment hörten sie ein Geräusch im Gebäude. Es konnte kein Beißer sein, die hatten sie alle ausgeschaltet. Also war es jemand Lebendiges, der hier eingedrungen war. Eilig gingen sie in Deckung und zückten ihre Waffen. Samantha hielt ihre Macheten fest umfasst und wartete hinter einer Tür, der Körper wie ein Bogen gespannt.

Als sich die Schritte näherten, ging Samantha leicht in die Hocke und sprang dann aus ihrem Versteck hervor. Gerade im letzten Moment hielt sie in der Bewegung inne, sodass sie mit erhobener Machete dastand und in das erschrockene Gesicht von Gabriel starrte, der seinerseits mit der Waffe auf sie zielte. Erleichtert entspannten sich alle Beteiligten.

„Seht mal, wenn ich mitgebracht habe", sagte der Priester, nachdem er kurz durchgeatmet hatte.

Hinter ihm folgten Aaron und Negan, der von einer Frau begleitet wurde, die Samantha noch nie gesehen hatte. Basierend auf den Erzählungen der anderen, ging sie davon aus, dass es sich hierbei um Negans Frau Annie handeln musste, zumal Maggie sie wiederzuerkennen schien.

„Wo ist Hershel?", wollte Maggie von Annie wissen.

„Bei Elijah und den anderen in einem sicheren Versteck", antwortete diese.

„Es geht ihm gut, Maggie. Erledigen wir den Scheißer und seine schwanzlose Brigade", ergänzte Negan.

„Ich sag's euch nochmal: Wir sollten zurück zum Commonwealth, unsere Leute rausholen und Hornsby gemeinsam ausschalten", meinte Gabriel.

Daryl ging zurück ans Fenster, um die Lage im Auge zu behalten.

„Keine Chance", widersprach Samantha, „Hornsby hat ihnen bestimmt schon über Funk mitgeteilt, was passiert ist. Wir kämen nicht mal durchs Tor."

„Und wenn er bis dahin seine Leute auf unsere Familien hetzt?", fragte Aaron.

„Ich hab genauso viel Angst um meine Kinder wie du um deines, das kannst du mir glauben. Aber wir können ihnen auch nicht helfen, wenn wir tot sind", sagte Samantha, „außerdem sind sie nicht allein im Commonwealth. Dort sind noch Carol, Rosita, Jerry, Ezekiel, Magna, Connie, Kelly, Yumiko... Unsere Leute schaffen es mit Sicherheit auf unsere Kinder aufzupassen, bis uns was eingefallen ist, wie wir sie dort rausholen können. Aber wir dürfen jetzt nicht die Nerven verlieren."

„Ich hab keine Nerven mehr übrig! Je länger wir hier diskutieren, desto gefährlicher wird es für unsere Familien zuhause", begehrte Gabriel auf.

„Ich hab auch meine Leute hier draußen", ergänzte Maggie, „wir müssen Hornsby finden und töten, bevor er unsere Leute angreift."

„Ganz genau", stimmte Samantha ihr zu, „erledigen wir zuerst Hornsby und die Trooper – danach holen wir unsere Familien."

Da trat Daryl plötzlich neben Samantha.

„Wartet, Sekunde... Wir können das alles schaffen", sagte er ruhig, als hätte er gerade eine zündende Idee und zeigte dann auf Negan, „die haben noch nie dein Gesicht gesehen."

Negan warf Annie einen Blick zu, ehe er wieder zu Daryl sah.

„Du meinst, ich soll einfach so zu denen gehen?", fragte er wenig begeistert.

Die Ungebrochenen - In einer sterbenden Welt - Daryl DixonGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt