Das Wiedersehen mit den Kindern verlief genauso, wie Samantha es erwartet hatte. Die Jungs waren völlig außer sich und die Mädchen wollten sich gar nicht mehr von Daryl und Samantha lösen. Während Daryl seine Emotionen wie üblich etwas besser unter Kontrolle hatte, schaffte es Samantha nicht, ihre Tränen vollständig zurückzuhalten.
Den Rest des Tages verbrachten sie miteinander. Es hätte ohnehin nichts gegeben, das sie sonst vorgehabt hätten, da nun alles in der Schwebe war. Durch den Trubel waren die Kinder abends so überdreht, dass es mehrere Stunden dauerte, bis sie schließlich eingeschlafen waren.
Völlig erschöpft sanken Daryl und Samantha schließlich in ihr eigenes Bett. Zum Umziehen waren sie beide zu müde, denn in den letzten Tagen hatten sie kaum Schlaf bekommen. Der einzige Grund, wieso keiner von ihnen schon mit den Kindern eingeschlafen war, war der Elefant, der noch im Raum stand. Eigentlich wollten sie beide nur den dringend benötigten Schlaf nachholen. Doch bevor diese eine Sache nicht geklärt war, würde keiner von ihnen ein Auge zu tun, soviel stand fest. Und Samantha wusste bereits, dass sie in dieser Angelegenheit unterschiedlicher Meinung waren.
„Müssen wir das wirklich heute noch ausdiskutieren?", fragte Daryl und brach damit das lange Schweigen zwischen ihnen.
„Ich fürchte schon", gab Samantha zurück.
Mit einem Ächzen erhob sich Daryl, sodass er auf der Bettkante saß und sah Samantha müde an.
„Nenn mir einen guten Grund, wieso wir nach allem, was passiert ist, noch hierbleiben sollten", sagte er.
Nun richtete sich auch Samantha auf und setzte sich im Schneidersitz hin.
„Du hast es mir versprochen", erwiderte sie knapp.
„Da ging es aber um einen Ort der sicher ist. Nicht um das hier."
Daryl sah sie verständnislos an. Doch so leicht würde er ihr nicht davonkommen.
„Abgesehen von Hornsby und dem verzogenen kleinen Milton-Wichser ist das Commonwealth doch ein guter Ort. Hier ist bei weitem nicht alles und jeder schlecht. Sieh dir doch mal Mercer an. Er ist keiner von diesen korrupten Politikern und er will genauso wie wir, dass es hier fair zugeht. Und ich würde sagen, dass 99 % der Leute hier seine Meinung teilen."
„Ja, nur leider ist ausgerechnet der eine Prozent, der nur auf seinen eigenen Vorteil aus ist, ganz oben in der Hierarchie. Und solange die hier das sagen haben, wird das nie zu einem Ort wie Alexandria werden."
Samantha sah ihn eindringlich an.
„Dann müssen wir es ihnen eben zeigen. Ihnen beibringen, wie es besser geht. Wär doch nicht das erste Mal. Ich will nicht weglaufen, nur weil's schwierig wird."
Daryl schnaubte ungläubig und schüttelte den Kopf.
„Etwa wie damals bei den Saviors? Weil das ja so gut geklappt hat."
„Das ist doch wohl kaum dasselbe."
„Es ist genau dasselbe."
Samantha beobachtete ihn und wartete ab, ehe sie weitersprach. Sie wusste, dass er nicht aus Sturheit so reagierte, sondern aus Vorsicht und Erfahrung.
„Nein, weil wir diesmal nicht allein sind. Es wird kein Kampf gegen Windmühlen wie im Sanctuary, weil Mercer und viele andere, die etwas ändern wollen, auch hier sind", sagte sie und zögerte dann kurz, „außerdem... sind wir beide diesmal eine Einheit. Nicht wie damals im Sanctuary."
Daryl atmete einmal tief durch und starrte eine Weile nur auf den Boden. Samantha ließ ihn gewähren und gab ihm den Raum, den er brauchte.
„Und wenn's trotzdem schiefgeht?", fragte er schließlich, ohne sie anzusehen.
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Die Ungebrochenen - In einer sterbenden Welt - Daryl Dixon
FanfictionDas Leben im Gefängnis hat sich für Daryl und seine Gruppe gerade etwas entspannt. Der Govenor ist verschwunden und die Bewohner von Woodbury leben nun gemeinsam mit ihnen im Gefängnis. Samantha hingegen lebt seit dem Ausbruch allein in den Wäldern...
