Unliebsame Bündnisse

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Als sich die Türen hinter ihr geschlossen hatte, ließ Carol sie los. Samantha wusste, dass ihr nichts anderes übrigblieb, als mit ihr und Hornsby zu fliehen. Selbst wenn sie es gewollt hätte, ohne Gewehr hätte sie Daryl nicht helfen können. Dennoch fühlte es sich falsch an, ihn einfach so zurückzulassen.

Hornsby führte sie an, bis sie schließlich hinter den Mauern des Commonwealth landeten. Eine Weile liefen sie noch, doch bald schon wurden ihre Schritte langsamer und als sie hinter einem Hügel angelangt waren, verschnauften sie einen kurzen Moment.

„Wie weit noch?", fragte Carol Hornsby, als sie wieder zu Atem gekommen waren.

„Nur noch ein paar Meilen", erwiderte er.

Sie setzten sich wieder in Bewegung, denn es dämmerte bereits und sie mussten so schnell wie möglich weiterkommen.

„Mir war nicht klar, wie sehr der Ort einem Gefängnis ähnelt", fuhr Hornsby dann fort, „es war richtig, ihn zurückzulassen. Er hält euch nur auf, sowie alle anderen auch."

Samantha hielt mitten in der Bewegung inne und starrte Hornsby hasserfüllt an. Schon im nächsten Moment preschte sie nach vorn, packte Hornsby an der Schulter, riss ihn herum und rammte ihm die Faust ins Gesicht. Dieser ging unter der Wucht des Schlags zu Boden. Samantha öffnete langsam wieder ihre Faust. Ihre Knöchel brannten von dem Aufprall.

„Das hast du falsch verstanden...", begann Hornsby, als er versuchte sich aufzurichten.

„Halt die Klappe!", fuhr Samantha ihm ins Wort.

„Ich hoffe ehrlich, dass es Daryl gutgeht", setzte Hornsby erneut an, während er aufstand und beschwichtigend die Hände hob.

„Ich sagte, halt die Klappe!", brüllte Samantha so laut, dass Carol sich umsah, ob irgendwer oder irgendjemand sie gehört hatte.

Am liebsten hätte sie noch ein weiteres Mal auf Hornsby eingeschlagen. Oder ihn gleich umgebracht. Doch das durfte sie nicht. Deshalb atmete sie kurz durch, um sich wieder in den Griff zu kriegen und wandte sich dann erneut an Hornsby, setzte ihm die Spitze ihrer Machete an den Hals. Carol rief ihren Namen, doch Samantha ignorierte es.

„Was für ein Spiel versuchst du hier eigentlich zu spielen, hm?", fragte sie und beherrschte sich nur mit Mühe.

„Das ist kein Spiel. Ich wollte mich doch nur unterhalten!"

„Es kümmert dich doch einen Scheiß, was aus Daryl wird", spie Samantha ihm entgegen, „wo führst du uns eigentlich hin?"

„Natürlich zu euren Freunden", erwiderte Hornsby.

„Blödsinn. Du planst doch irgendwas."

„Ich komme gerade aus einer Zelle, wo ich einen meiner Männer an Pamelas Sohn verfüttern musste. Ich bin vielleicht noch etwas durch den Wind."

„Stimmt, hatte vergessen, wie zart besaitet du bist. Für die Drecksarbeit hast du ja immer andere vorgeschickt, du jämmerliches Arschloch."

Nun breitete Hornsby seine Arme aus.

„Bitte. Töte mich. Und dann viel Glück bei der Suche."

Samantha knirschte mit den Zähnen. Ein Geräusch entwischte ihrer Kehle, das zur Hälfte ein Schnauben, zur und zur anderen Hälfte ein Knurren war. Dann ließ sie die Machete widerwillig sinken.

Noch bevor sie etwas sagen konnte, drang das Geräusch von Motoren zu ihnen. Samantha blickte in die Richtung, aus der sie kamen und entdeckte einen Wagen und zwei Motorräder, die auf sie zusteuerten. Sofort gingen die drei in einem Gestrüpp in Deckung. Zu allem Überfluss stellten die Trooper ihre Fahrzeuge auch noch ganz in ihrer Nähe ab.

Die Ungebrochenen - In einer sterbenden Welt - Daryl DixonGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt