Der faule Apfel

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Kurz nach ihrer Rückkehr ins Commonwealth, waren auch Aaron mit Gracie dorthin gezogen. Pamela und Hornsby hatten ihn gebeten, die neue Einwanderungsinitiative zu leiten, während die Aufbauarbeiten in Alexandria noch andauerten. Er hatte das gesamte Aufnahmeverfahren überarbeitet, weshalb das Commonwealth nun gezielt Leute aufnehmen sollte, die Hilfe brauchten.

Samantha war froh, Aaron hier zu haben. Doch sie merkte ihm an, dass er hier nicht wirklich glücklich war. Tief in seinem Herzen sehnte er sich nach Alexandria, das war nicht zu übersehen.

Schon am Tag ihrer Rückkehr begann Samantha mit der Arbeit, die Hornsby ihr angeboten hatten. Zwar sollte ihre Hauptaufgabe sein, zwischen dem Commonwealth und anderen Gemeinschaften zu vermitteln. Doch Hornsby wollte sie auch als Bindeglied zwischen Politik und Volk. Alles weitere sollte erst später stattfinden, vermutlich wollte er, dass sie ihre Fähigkeiten unter Beweis stellte, indem sie zuallererst Hilltop und Oceanside zur Kooperation überredete.

Ihren Job beim Police Department behielt sie trotzdem. Sie nutzte die Wochenenden, um mit den Bewohnern des Commonwealth zu sprechen, hörte ihnen zu, als sie ihr erzählten, was sie bewegte und was sie sich wünschten. Je öfter sie es machte, desto mehr schienen ihr die Leute zu vertrauen und desto mehr kamen auch auf sie zu. Um dennoch genug Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können, nahm sie diese meistens mit, wenn sie ins Stadtzentrum ging.

Der Alltag ging seinen gewohnten Gang, die Wochen vergingen und es war beinahe erschreckend, wie normal sich das Leben im Commonwealth bereits anfühlte. Innerhalb der Stadt vergaß man beinahe, wie es in der Welt draußen aussah. Doch es war nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das wieder ändern würde.

Samantha saß bereits an ihrem Schreibtisch im Police Department, als Daryl ins Büro kam. In der einen Hand hielt er eine Papiertüte mit seinem Frühstück, während er in der anderen Hand einen Donut hielt, von dem er genüsslich abbiss. Samantha sah ihn an und ihr Grinsen wurde immer breiter.

„Was denn?", fragte Daryl mit vollem Mund.

„Du gibst dir echt Mühe, jedes Klischee zu erfüllen", erwiderte Samantha grinsend.

„Ich mochte die schon früher."

„Ja, ist klar. Gib mir wenigstens was ab."

Daryl brach die Hälfte des Donuts ab und hielt ihn ihr hin. Während sie den Donut verspeiste, grinste sie still in sich hinein. Sie hatte den letzten Bissen gerade hinuntergeschluckt, als Colonel Vickers den Raum betrat. Samantha stand auf und stellte sich neben Daryl.

„Guten Morgen. Der Dienstplan für heute sieht so aus", sagte sie kühl und las ihre Liste vor, „Douglas und Ross Sektor A. Lim und Baker, ihr übernehmt B. McHugh und Howe, ihr macht C. Und Johnson und Dixon, euch will ich in D sehen. Irgendwelche Fragen? Gut, legen wir los."

In dem Moment, als Samantha und Daryl sich umwandten, sahen sie wie Sebastian Milton mit seiner Freundin durch die Tür stolziert kam. Doch bevor sie ihren Patrouillendienst machen konnten, brauchten sie noch ihre Anzüge. Gemeinsam gingen sie in die Umkleidekabine, um sich umzuziehen.

„Wir müssen echt eine Lösung für das Namensproblem finden. Denn wenn ich hier weiterhin bei meinem Mädchennamen genannt werde, fang ich an, Strafzettel zu verteilen. Und das nur aus Prinzip", sagte Samantha, während sie sich das Shirt über den Kopf zog.

„Wär zumindest konsequent", antwortete Daryl.

„Wir haben ohnehin immer zusammen Dienst. Also brauchen wir einfach nur einen vernünftigen Team-Namen."

„Oh mein Gott...", murmelte Daryl und seufzte leise, als wüsste er bereits, was ihn erwartete.

„Wie wär's mit Dixon und Dixon?"

Die Ungebrochenen - In einer sterbenden Welt - Daryl DixonGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt