Niemals zuvor hatte sich der Weg nach Alexandria so unfassbar lang angefühlt. Sie hatten unterwegs keine Probleme mit Beißern oder Troopern und kamen deshalb auch rasch voran. Doch Samantha erschien es wie eine Ewigkeit. Am liebsten wäre sie einfach losgestürmt, zwang sich aber, im selben Tempo wie die anderen einen Fuß vor den anderen zu setzen.
Als sie endlich in vertrauter Umgebung angekommen waren, wurden sie vorsichtiger. Sie hielten genügend Abstand zu Alexandria, um nicht durch Patrouillen entdeckt zu werden. Gemeinsam mit Daryl zog Samantha schließlich los, um die Lage in Alexandria auszukundschaften. Sie suchten nach einem guten Versteck und beobachteten die Vorgänge durch das Fernglas.
Es war sogar noch schlimmer, als Samantha befürchtet hatte. Sie entdeckte jeden ihrer Freunde und sie war nicht sicher, ob sie froh oder unglücklich darüber war, dass sie kein einziges Kind sehen konnte. Die Einzigen, die nicht hier waren, waren Aaron, Jerry, Elijah und Lydia.
Der Trooper beim Zug hatte nicht übertrieben, denn sie mussten wirklich schwer arbeiten. Ihre Nahrungsrationen waren kläglich. Und sie wurden von einer ganzen Wagenladung Soldaten bewacht. Alle dort rauszuholen, würde sich also als schwieriger erweisen, als gedacht.
Samantha versuchte, sich so gut wie möglich alles einzuprägen, was sie sah, vor allem die Anzahl der Trooper. Als sie nach etwa zwei Stunden zurück zu den anderen gingen, schienen ihre Mienen wohl bereits zu verraten, dass es nicht gerade rosig für sie aussah. In einigen kurzen Sätzen erläuterte Daryl die Lage, wodurch sich die Gesichter der anderen noch weiter verfinsterten.
„Es ist wirklich schlimm", fügte Samantha schließlich noch hinzu, „keine Chance, dass sie da allein rauskommen."
„Aber ihr habt alle gesehen?", fragte Gabriel.
„Die Erwachsenen schon, ja."
„Was ist mit den Kindern?", wollte Rosita wissen.
Ein Engegefühl breitete sich in Samanthas Brust aus, als sie langsam den Kopf schüttelte und dabei schnell den Blick von Rosita abwendete.
„Aber sie müssen auch da sein", meinte Maggie, doch ihr Blick war unsicher, „oder?"
Niemand antwortete darauf. Zu groß war die Angst vor dem Gedanken, dass sie es vielleicht nicht waren.
„Okay, stürmen wir den Laden", stellte Rosita mit fester Stimme fest.
„Das geht nicht", wandte Daryl ein, „zu viele Wachen, das schaffen wir nie."
„Sie hat unser Zuhause zu einem Gefängnis gemacht", sagte Gabriel bitter, „dabei hat sie es uns versprochen."
„Sie hatte nie vor, es zurückzugeben", antwortete Maggie.
„Wartet. Wir nehmen die Kanalisation", warf Daryl ein und sah zu Samantha, „Sam und ich gehen da runter, so kommen wir ungesehen rein."
Sie nickte zustimmend, brachte aber keinen Ton heraus.
„Ich weiß, wie ich in unser altes Haus komme, aber ich brauch Rückendeckung, falls da Wachen sind", fuhr Carol fort.
„Dann begleite ich dich", antwortete Maggie.
„Wir gehen bis zur Windmühle, da gibt's ein Gitter", sagte Daryl.
„Ich begleite euch auch", stellte Rosita fest.
„Jemand muss hier Ausschau halten", widersprach Carol.
„Carol, ich bleibe nicht hier, wenn Coco da drinnen ist!"
„Du bist aber mit Gabriel unsere beste Schützin, falls das nötig ist. Wenn irgendetwas schiefgeht, dann funken wir uns an."
„Ich geb euch eine Nacht, dann komm ich nach."
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Die Ungebrochenen - In einer sterbenden Welt - Daryl Dixon
Fiksyen PeminatDas Leben im Gefängnis hat sich für Daryl und seine Gruppe gerade etwas entspannt. Der Govenor ist verschwunden und die Bewohner von Woodbury leben nun gemeinsam mit ihnen im Gefängnis. Samantha hingegen lebt seit dem Ausbruch allein in den Wäldern...
