Hinterhalt

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Nach einiger Zeit verkündete ein fernes, gleichmäßiges Dröhnen, dass der Zug jeden Moment an der Weiche ankommen würde. Samanthas Körper spannte sich unwillkürlich an, wie ein Raubtier kurz vor dem Sprung, als sie die schwarze Lok auf sie zurattern sah. Es tummelten sich bereits ein paar Beißer in ihrer Nähe, als der Zug seine Geschwindigkeit verringerte und schließlich zum Stillstand kam.

Ein Trooper, der in der Fahrerkabine gewesen war, sprang vom Zug und ging mit eiligen Schritten auf den Toten zu, der ihm entgegenkam. Mit einem gezielten Stoß seines Messers hatte er ihn erledigt und setzte seinen Weg zu der Weiche fort.

Dort angekommen, versuchte er die Weiche umzustellen – und scheiterte wie erwartet. Er versuchte es noch einmal, doch mit demselben Ergebnis. Nachdem er einiges von dem Laub, das all die Bauteile bedeckte, weggewischt hatte, gab er dem Lokführer ein Zeichen, dass es Komplikationen gab.

Noch ehe er einen weiteren Versuch starten konnte, musste er schon den nächsten Beißer erledigen, der auf ihn zukam. Auch Daryl, Samantha und Carol setzten sich nun in Bewegung. Sie näherten sich den Gleisen und hielten sich anschließend dicht an den Waggons. Daryl erledigte einen Beißer, der auf sie zukam, mit dem Messer.

Als sie genau vor dem Waggon mit den Fahrzeugen angekommen waren, machte Daryl abrupt Halt. Die Stimme eines Mannes ertönte, da er sich offenbar mit dem Trooper an der Weiche über Funk unterhielt. Samantha warf einen Blick nach vorne und konnte erkennen, dass bereits einige Beißer zu dem Zug aufschlossen und bald hier sein würden. Auch dem Trooper am Waggon schien das aufgefallen zu sein. Schon im nächsten Moment schickte er zwei seiner Soldaten los, um sie auszuschalten.

Der Soldat ging an der Seite der Fahrzeuge am Waggon entlang und wollte wohl auf der Seite, wo sich Samantha, Daryl und Carol verbargen, absteigen und zu dem Mann an der Weiche gehen, um die Sache zu beschleunigen. Als er gerade weit genug von ihnen entfernt war, schlüpften sie einer nach dem anderen zwischen den Waggons hindurch und blieben auf der anderen Seite weiterhin in Deckung. Der Trooper tötete unterdessen den Beißer, der sich auf der anderen Seite bereits angenähert hatte.

Auf Daryls Zeichen hin sprang Samantha auf den Waggon und versuchte die Tür zu öffnen, doch diese rührte sich nicht. Viel Zeit blieb ihnen jedoch nicht mehr. Die Trooper würden mit Sicherheit bald bemerken, dass hier etwas faul war. Also mussten sie ihnen zuvorkommen. Samantha drehte sich zu Daryl um und schüttelte stumm den Kopf.

Er nickte, nahm die Trooper an der Weiche ins Visier und schoss. Praktisch sofort erwiderten die Trooper das Feuer. Samantha, die im Gegensatz zu Daryl und Carol kein Gewehr hatte, blieb nichts anderes übrig, als in Deckung und wachsam zu bleiben. Mit den Pfeilen wäre sie hier nicht weit gekommen.

Die Schüsse zerrissen die Stille des Waldes und für einige quälend lange Sekunden, schien sich die Pattsituation nicht lösen zu lassen. Schließlich war es Maggie, die vom Führerhaus aus einen der Trooper erschoss. Daryl begab sich aus der Deckung und auf die andere Seite des Waggons, die nun frei hätte sein müssen.

Doch als Samantha ihm mit ihrem Blick folgte, sah sie wie er sofort schussbereit die Waffe hob und zielte.

„Fallen lassen", rief ein Soldat wütend.

Daryl verharrte mitten in der Bewegung. Samantha fackelte nicht lange. Sie verließ sich darauf, dass Carol ihr Feuerschutz gab und kletterte so schnell und so leise wie irgend möglich an der Leiter hoch, die sie auf das Dach des Waggons führte. In geduckter Haltung spähte sie über den Rand. Der Trooper, den Daryl ins Visier genommen hatte, hielt Connie wie einen Schutzschild vor sich.

Daryl zögerte, aber nur gerade so lange, dass er mehr Zeit für Samantha herausholte, ohne dabei Connies Leben zu gefährden. Während er zuerst das Gewehr und anschließend die Armbrust auf den Boden legte, schlich Samantha, so schnell sie nur konnte, über das Dach des Waggons, mit dem Ziel sich hinter den Soldaten zu setzen.

Die Ungebrochenen - In einer sterbenden Welt - Daryl DixonGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt