Kapitel 4

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Ich muss nur kurz warten, bis der Zug einfährt. Ich trete vor an die hässliche gelbe Linie und betrachte die Gleise. Der Zug wird langsamer und die Türen öffnen sich ich steige ein und setze mich auf den nächstliegenden Sitzplatz. Bei der nächsten Station sind bereits alle Plätze besetzt und als bei der übernächsten Station eine alte Dame einsteigt, stehe ich auf biete ihr meinen Platz an und steige aus.


Zu Annabelle's Wohnung ist es ohnehin nur noch eine Station und sie ist um , mittlerweile, halb sieben Uhr morgens am Wochenende bestimmt noch nicht wach. Ich schlendere die Straßen entlang und mache einen kleinen Umweg an Schaufenstern vorbei. Nicht dass ich mir einen dieser unglaublich teureren Schals gekauft hätte. Die einzigen Auslagen die mich tatsächlich ins Geschäft ziehen würden wären die Auslagen von Bücherläden.


Allerdings haben um diese Uhrzeit auch keine Geschäfte offen, also nehme ich mir eine dieser Gratiszeitungen, denen grundsätzlich zu misstrauen ist , und setze mich zu Starbucks rein. Da ich kein Geld eingepackt habe, kann ich mir nicht einmal einen Kaffe kaufen. Alle zwei Minuten sehe ich auf die Uhr, bis ich beschließe meine Zeitung zu lesen. Ich sehe die Wörter zwar, doch ihre Bedeutung kommt nicht in meinem Kopf an und nach über einem halben Bericht, gebe ich schließlich auf.


7:41 Uhr. Ich ziehe um. 7:42 Uhr. Ich werde Annabelle wahrscheinlich nie wieder sehen. 7:43 Uhr. Ich werde ein anderes Leben führen. 7:44 Uhr. Ich ziehe nach Alaska. 7:45 Uhr. Ich werde Annabelle ganz sicher nie wieder sehen. 7:46 Uhr. Ich werden ein beschissenes Leben führen.



Ich stehe auf. Einsam und müde treiben meine Gedanken mich noch in den Selbstmord. Im Hinausgehen werfe ich die Zeitung in den Müll und binde meine Jacke fester um mich. Langsam machte ich mich auf den Weg zu Annabelle's Wohnung und genau in dem Moment in dem ich auf die Klingel drücke, ertönen die Kirchenglocken. 8:00 Uhr.



Eine schläfrige Stimme ertönt aus der Sprechanlage " Was? ", das war Annabelles kleiner Bruder Jack." Hei, Jack. Ich bin's Katie, ich muss mit Annabelle sprechen. Lässt du mich rein?" Als Antwort bekomme ich nur das Signal, dass die Tür entsperrt worden war.


Ich nehme nicht einmal den Lift, sondern laufe, immer zwei Stufen auf einmal nehmend hinauf in den siebten Stock. Als ich ankomme, bleibe ich kurz stehen um zu verschnaufen, und beinahe im selben Moment öffnet Annabelle die Tür.



"Annie, wir müssen reden. " Sie riss die, eben noch verschlafenen, Augen auf. " Ich wusste es! Ich wusste, dass es dir nicht egal ist, dass ich mit Will gehe. Es tut mir Leid, ab-" " Wir ziehen um." "-er , was zur Hölle redest du da?! " "Leise da oben, ich versuche zu schlafen!!!" , Annabelle hatte so laut gerufen, dass die Nachbarn unter ihr aufgewacht waren. " Lass uns lieber rein gehen"



" Also, was genau war da jetzt? Du- Das war doch ein Scherz oder?" "Ich wünschte es wäre so. Und Will, naja... der zieht mit um. Tut mir echt leid." "Jetzt lass doch mal William aus dem Spiel, damit komm ich klar, aber du-du bist meine beste Freundin, was soll ich denn ohne dich machen?" Ich musste Lachen" Ach komm, du findest bestimmt jemand anderes ,der dich die Hausübungen abschreiben lässt. " " Das ist es nicht du dumme Nuss! Du bist meine beste Freundin. Du bist diejenige, die erkennt wenn es mir schlecht geht. Du bist diejenige die mich wieder aufbaut. Du bist diejenige, die ich über alles bewundere. Du bist diejenige, die einzige mit der ich jeden Film mitsprechen kann. Du verstehst mich nicht, wenn ich sage du bist meine beste Freundin, dann heißt dass du bist meine einzig wahre Freundin. Du bist meine Schwester, vielleicht sind wir nicht blutsverwandt, dafür aber Seelenverwandte. Du bist meine beste Freundin. " Mir schießen Tränen in die Augen. " Doch, ich verstehe dich sehr gut. Ich hatte nur gehofft jetzt nicht zu heulen! "


Und wir beide beginnen zu lachen und zu weinen.




Kiss the Rain...Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt