Epilog.1

780 43 17
                                        

So meine Lieben,

also dies ist das Ende, so wie es geplant war. Ich weiß ist hart und ungewohnt von mir, aber beim schreiben - so gerne ich ein anderes Ende gemacht hätte - bin ich immer wieder hier gelandet.

Aber ich habe ja so tolle und kreative Leser ♥️. Ihr habt mich tatsächlich auf ein anderes Ende gebracht, welches ich aber noch nicht geschrieben habe - die Idee kam ja auch erst gestern Abend ... 🫣

Daher hier jetzt das geplant Ende und ich hoffe, dass ich bis zu Wochenende das alternative Ende fertig hab, ihr habts ja nicht anders gewollt. 🤣😜

Eure
Yukari

---------------------------

„Sie dürfen gehen.“

Bakugou verlässt das Büro seines Captains, seines ehemaligen Captains, denn er wurde gerade entlassen. Wobei diese Formulierung auch nicht ganz richtig ist, er wurde eher gebeten zu gehen, um damit einer Strafanzeige zu entgehen. Mit seiner Kündigung würde er zeigen, dass er Reue zeigt und bereit ist die Konsequenzen zu ziehen.

Seit der Razzia im Hafen sind fünf Tage vergangen, wobei sie sich für den Blonde eher wie fünf Jahrzehnte vorkamen. Seine roten Augen sind trüb und wirken leer, unter ihnen sieht man deutliche Augenringe, denn der Sub hat die letzten Nächte nicht geschlafen. Immer wenn er die Augen geschlossen hatte, erlebte er den Abend in dem Hafen wieder.

Er weiß, wie es ausgeht und versucht dennoch immer und immer wieder den Ausgang zu ändern, auch wenn er weiß, dass es nur ein Traum ist. Doch selbst in seinen Träumen kann er es nicht verhindern, dass sein Dom vor seinen Augen stirbt.

Ja, Midoriya Izuku ist an diesem Abend noch an Ort und Stelle verstorben.

Bakugou wollte es damals noch nicht wahrhaben, will er immer noch nicht, aber er weiß, wie die Dinge stehen.

Mit kraftlosen Schritten geht er die wenigen Meter von dem Büro hinüber zu seinem Schreibtisch. Die Blicke seiner Kollegen spürt er dabei deutlich auf sich und er kann es ihnen nicht verübeln, denn nach Midoriyas Tod und der Gefangennahme so vieler Verbrecher wurde nicht nur bekannt, dass der mächtige Dom ein Sub hatte, sondern auch veröffentlicht, wer dieses Sub ist. Bakugou rutscht dadurch ungewollt in den Fokus aller Medien, verliert aber auch dadurch jeglichen Rückhalt in seiner Dienststelle, denn in ihren Augen ist er ein Verräter.

Sollen sie doch von ihm denken, was sie wollen, er hat sich noch nie wirklich um die Meinung anderer geschert.

Der Karton mit seinen Sachen ist nicht besonders groß, er war nie der Typ, welcher persönliche Gegenstände mit zur Arbeit brachte. Als er am Fahrstuhl ankommt erwarten ihn dort Kaminari und Kirishima, sowie Shoto. Der junge Todoroki entpuppt sich als wichtige Stütze, denn er sah in Midoriya nie nur den Schwerverbrecher und besitzt dadurch eine ähnliche Sicht auf den Grünhaarigen wie Toshinori am Anfang. Shoto bemüht sich die guten Taten im Leben des mächtigen Doms hervorzuheben, jene welche er trotz oder gerade wegen seiner Laufbahn gemacht hatte.

Denn durch die ganze Ermittlung und besonders durch Toshinori und Hawk sind Dinge ans Licht gekommen, die keiner für möglich gehalten hat, selbst Bakugou kann manche dieser Dinge nicht glauben, aber er will es, denn dadurch bleibt ein weiteres Bild seines Doms in ihm zurück.

Der junge, kindliche Midoriya, welcher sich selbst zurücknahm, um sein Sub zu beschützen.

Der erwachsene und brutale Dom, der sich einfach alles nahm, was er wollte, da er der Ansicht war, dass es eh ihm gehöre.

Und dann ist da noch der dritte, von dem Bakugou nur über Toshinori und Hawk erfahren hat. Denn im Grunde war Midoriya die Unterwelt zuwider, er hasste sie und wollte sie zu Fall bringen und nicht etwa, wie viele glaubten, ihr Herrscher werden. Er tat alles daran, dass ihnen der Nachwuchs ausging, dass keine Jugendlichen oder Kinder mehr in diese Welt geraten, auch wenn dies in manchen Fällen hieß sie aus dem Weg zu räumen. In den meisten Fällen holte er die Kinder aber anders von den Straßen, dafür war Toshinori verantwortlich, denn dieser brachte sie in guten Familien oder in Heimen unter, welche von Midoriya gefördert wurden. Diese Familien und Heimen lagen in Gebiete, die er sehr gut kontrollieren konnte und daher wusste, dass sie dort in Frieden aufwachsen konnten.

Ja, in den von Midoriya stark kontrollierten Gebieten gab es keine Machtkämpfe mit der Polizei, hier und da eine Verhaftung oder mal einen Überfall, aber das lag daran, dass diese von dem mächtigen Dom inszeniert wurden.

Er rang die meisten Organisationen nieder und versammelte sich unter sich, verhinderte so, dass sie sich unkontrolliert ausbreiten konnte und gleichzeitig war es ihm dadurch möglich ihre Zahl im Blick zu behalten. Natürlich hatte er nicht alles überblicken können, aber er war nah dran. Durch verschiedene Kanäle ließ er der Polizei ab und zu Informationen zukommen, die zunächst keine Bedeutung für die ausführende Gewalt hatten, aber nach und nach ergab sich ein Bild.

Und dies mündete in der Razzia am Hafen.

Obwohl Midoriya dies nicht exakt so geplant hatte, so wusste er die schwierige Situation mit Dabi und Shigaraki zu nutzen. Und dass er dabei sehr wahrscheinlich sein Leben verlieren würde, war ihm genauso bewusst wie, dass er in den Augen der Allgemeinheit immer der brutale und herzlose Mann sein würde, welcher nicht davor zurückschreckte auch Kinder zu töten. Aber das war ihm egal, denn genau wie Bakugou scherte sich Midoriya nicht darum was andere von ihm dachte, denn er versuchte die Welt ein Stück besser zu machen und war bereit den Preis dafür zu zahlen.

„Hier.”, Shoto hält ihm eine kleine Schachtel hin. „Ich weiß du bist nicht so der Mensch, was Andenken angeht, aber ich denke hier wirst du eine Ausnahme machen.”, verwundert reicht er Kirishima die Kiste, damit er die kleine Schachtel entgegennehmen kann. Neugierig schielen der Rothaarige und Kaminari über seine Schulter, denn auch sie wissen nicht, was Shoto ihrem Freund überreicht.

Als er den Deckel anhebt und ein schlichter Ohrschmuck, in Form eines auf dem Kopf hängenden schwarzen Kreuzes zum Vorschien kommt, hält Bakugou kurz die Luft an. Es ist der Ohrschmuck, den Midoriya jeden Tag getragen hat. „Wie?”, fragt er leise und schließ vorsichtshalber schnell wieder den Deckel. Alle Habseligkeiten von dem Grünhaarigen wurden konfisziert und auch als sein Sub hat Bakugou kein Anrecht darauf, da sie nicht offiziell als Paar geführt wurden. Daher wurde alles zusammen mit der Leiche verbrannt …

„Besser, wenn du es nicht weißt.”, winkt Shoto ab und Bakugou belässt es dabei, ahnt er doch wo diese Unterhaltung hingeführt hätte. „Danke.”, sagt er ehrlich und nimmt Kirishima wieder die Kiste ab. Ohne ein weiteres Wort des Abschieds steigt er in den Fahrstuhl und verlässt die Dienststelle.

Nach Midoriyas Ableben ist die gesamte Unterwelt wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen. In diesem Chaos und weil es einfach niemanden gibt, der diese Lücke füllen kann, da alle einflussreichen Verbrecher im Gefängnis sitzen, keimt die Hoffnung nach etwas Frieden auf. Denn unbestritten ist, dass Midoriya, so grausam sein Weg und seine Entscheidungen auch gewesen war, es tatsächlich geschafft hat. Die Unterwelt existiert nicht mehr und die versprengten Kleinkriminellen haben nicht das Potential je wieder eine größere Organisation auf die Beine zu stellen.

„Ich hoffe du bist nun endlich glücklich.”, haucht Bakugou und sieht hoch in den Himmel.

Rape me!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt