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Wie er jetzt hier so steht, in dieser kühler gewordenen Luft und er nicht weiß ob es von dem bevorstehenden Umbruch oder der eintretenden Nacht herrührt, überkommt ihm ein Gefühl der Zufriedenheit. Eigenartig, denn er hat bis jetzt nur einen Bruchteil dessen geschafft, was er in dieser Nacht noch gedenkt zu tun, aber er ist es.

Bakugou ist in Sicherheit und egal was dieser Abend noch bringen wird, er wird es in Zukunft auch sein. Und diese Gewissheit löst in ihm dieses einfache Gefühl aus. Dieses befriedigende Gefühl, dass zu schützen, was ihm gehört. Ja, er hat Bakugou wieder als sein Sub anerkannt, sieht ihn wieder als das, was er all die Jahre war. Sein! Daher ist dieses Ziehen, dieses Drängen zu ihm zurückzukehren und ihn fest in seine Arme zu schließen nur natürlich. Er will ihn und das nicht nur auf körperlicher Ebene, wobei diese geradezu Überhand zu gewinnen scheint.

Seine Präsenz kriecht heraus, egal wie sehr er sie gerade versucht zurückzuhalten. Sie will markieren, dass sich hier her kein anderer Dom trauen darf, dass ihn niemand passieren darf! Denn Bakugou ist sein Sub, seines allein und er muss es schützen, mit allem was er hat!

Daher kann er nicht verhindern, dass drei von Shigarakis zurückgelassenen Anhängseln ihn bemerken, aber das will er irgendwie auch nicht. Sie sollen ruhig sehen, wer ihnen den Gar aus macht. Hawk, schattengleich wie er sein kann, hat sich an den Dreien vorbeigeschlichen, ohne bemerkt zu werden. Was auch besser so ist, obwohl diese armen Seelen eh nicht mehr im Stande sein werden zu berichten, wen sie alles aus der Lagerhalle haben gehen sehen.

Bevor der ihm am nächsten stehende überhaupt reagieren kann, hat Midoriya schon seine, mit Schalldämpfer ausgerüstete, Waffe gezogen und abgedrückt. Ruhig, kontrolliert und überaus präzise bewegt er seinen ausgestreckten Arm und feuert noch zwei weitere gedämpfte Schüsse ab, bevor der erste von ihnen überhaupt zur Gänze zu Boden gegangen ist. Als wäre nichts gewesen, verschwindet die Waffe wieder in seinem Holster an seinem Oberschenkel.

„Tsk.”, mit einem abfälligen Tritt gegen den leblosen Körper neben sich lässt er seinen Unmut darüber Luft, dass diese drei Männer ihr sekundär Geschlecht in keinster Weise verdient hatten. Das solche Schwächlinge sich Doms schimpfen dürfen! Er kennt mehr als ein Dutzend Subs die mehr Eier in der Hose haben und weitaus fähiger sind, als diese Schwachmaten hier.

Er geht weiter, zündet sich aus alter Gewohnheit eine Zigarette an und überprüft noch einmal seine Waffen. Mit kühler Präzision, umhüllt vom Rauch seines eigenen Glimmstängels kontrolliert er seine drei Schusswaffen, sowie diverse offensichtliche und nicht ganz so offensichtliche Stichwaffen. Danach richtet er wieder seine Jacke und streift mit seinen Fingern seinen Kreuzförmigen Ohrschmuck, als er sich seinen Kragen aufstellt. Er hält inne.

Auch wenn dieser Schmuck dem Kreuz der Kirche ähnelt, so ist Midoriya nicht gläubig. Bakugou hatte in mal danach gefragt, da sich der Blonde nicht vorstellen konnte, dass Midoriya an jemand anderen glaubt, als an sich selbst. Ironie, hatte er geantwortet und sich über den perplexen Gesichtsausdruck amüsiert.

„Ironie?”, die blonden Augenbrauen heben sich fast von alleine. „Hat doch was, den Eindruck zu vermitteln an eine hohe Macht zu glauben.”, entspannt lehnt sich Midoriya in dem Sessel zurück. „Und was genau?”, Bakugou stellt sich neben ihm und schaut ihn von oben herab an, etwas woran sich der Grünhaarige langsam gewöhnt, aber missfallen tut es ihm immer noch. „Es ist wie mit euch Polizisten, ihr glaubt an das Gesetzt und die Gerechtigkeit, das gibt den Menschen Sicherheit.”, beim Reden ergreift er Bakugous Hand und zieht in nach unten. Unsanft landet er auf seinen Knien und stiert nach oben.

„Und bei mir dachte man, ich glaube an Gott und man könnte von mir eine Art Gnade erwarten oder so etwas wie Mitleid.”, ein gewisser Wahnsinn liegt in den grünen Augen, die ihn nun von oben herab anstarren. „Es wurde sogar von einigen Idioten versucht einen höheren Sinn in meinen Taten zu sehen.”, lacht Midoriya voller Hohn. „Und das alles nur wegen dem hässlichen Ding an deinem Ohr?”, unbeeindruckt von Dekus kleiner Tirade aller verrückter Unterweltboss, legt Bakugou den Kopf etwas schief.

„Vielleicht auch noch wegen ein paar anderen Sachen.”, tut es der Grünhaarige mit einer flüchtigen Handbewegung plötzlich ab und sieht wieder normal aus. Noch immer umfasst seine Hand die seines Subs und er scheint nicht gewillt diese so schnell wieder freizugeben, genauso wenig will sich auch Bakugou aus dieser Berührung entziehen, hatten sie in den letzten Tagen doch so gut wie keine. Und wenn doch, dann waren es nur sanfte Zärtlichkeiten, um den Sub in ihm zu beruhigen.

Er weiß, dass Deku seinen Dom befriedigen muss, dass er seinem Drang zu dominieren nachkommen muss, doch er lässt es nicht an Bakugou aus und das frustriert ihn, nervt ihn regelrecht, denn er weiß, dass Deku andere Subs dominiert. Sie reichen nicht aus, aber scheinen den Dom dennoch soweit zu genügen, dass er Bakugou nicht braucht. Was hat er sich auch gedacht, immerhin haben sie sich seit ihrer Schulzeit nicht mehr gesehen und Midoriya musste seit jeher mit seinem inneren Dom klarkommen. Und doch hat er sich irgendwie erhofft, vielleicht auch ein bisschen gewünscht, dass er ihn nutzt, dass er ihn als sein Sub akzeptiert.

Und dann … entzieht Midoriya ihm seine Hand und verlässt einfach den Raum. Er kann nichts tun, als ihm einfach nur sehnsüchtig nachzusehen und sich zu wünschen, er würde bleiben, würde ihm nicht immer die kalte Schulter zeigen, welche er mit Sicherheit verdient hat, aber ihr langsam überdrüssig ist. Die Schmerzen in seiner Brust sind schon fast ein Dauerzustand und jede sanfte Berührung, jede kleine Geste lässt dieses Gefühl in ihm weiterwachsen.

Verzweiflung.

Ständig hin und her gerissen zwischen Liebe und Hass, wird er immer abhängiger von Midoriya und kann einfach nicht mehr ohne ihn, aber weiß auch nicht, wie er mit ihm leben kann, wenn dieser ihn einfach immer von sich stößt.

Midoriya hingegen hält es einfach nicht lange in Bakugous Nähe aus. Zu sehr rebelliert sein innerer Dom und will endlich den Sub unterwerfen, der für ihn bestimmt ist. Aber noch ist er nicht bereit sich diese Schwäche, sich diese Abhängigkeit gänzlich einzugestehen. Und auch weiß er, dass er sich nicht noch einmal umdrehen sollte, doch er tut es trotzdem.

Und als dieses vor Begierde und Sehnsucht leuchtende Rot auf sein kühles und distanziertes Grün trifft, kann er es nicht länger leugnen, so sehr sein Verstand auch dagegen arbeitet.

Er liebt ihn!
Er will ihn!
Und … er braucht ihn!

Bakugou hat diese Tatsache schon längst akzeptiert. Und als ihn Midoriya eben als sein Sub deklariert hat, hat er es damit auch endgültig verinnerlicht. „Dieser Idiot wird mich hier nach mit Sicherheit hassen.”, denkt Deku fast schon wehmütig und lässt seine Hand wieder hinuntergleiten.

Rape me!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt