Tom
Sobald Hermine und ich aus dem Gemeinschaftsraum der Slytherins traten, bot ich ihr meinen Arm an. Sie zögerte einen Moment, bevor sie sich bei mir unterhakte.
"Wo gehen wir hin?", fragte sie.
"Ich hoffe doch, du fragst aus Neugier, nicht aus Angst."
"Spielt das eine Rolle?" Sie klang distanziert. Das gefiel mir nicht.
Wir gingen die Treppen hinauf bis zur Eingangshalle. "Weißt du, es ist eine besondere Ehre, dass du heute bei uns im Gemeinschaftsraum sein durftest."
"Ach ja?", fragte sie mit sehr viel weniger Ehrfurcht als angemessen.
Ich blicke zu ihr. "Ja, Hermine. Das durfte vor dir noch niemand", behauptete ich. "Das heute war sozusagen... historisch."
Hermine sah auf die große Treppe, der wir uns näherten. Ich bemerkte ein leichtes Stirnrunzeln. "Zach hängt ständig bei uns rum."
"Was?", fragte ich.
Hermine zuckte dir Schultern. "Ja, er hat Zugang bekommen." Sie wendete ihren Blick zu mir und lächelte. "Ich werde es ihm genauso sagen. Das mit dem Historischem. Wird ihm bestimmt gefallen."
"Das ist nicht dasselbe", sagte ich kühl.
"Nicht? Ich war jedenfalls nicht die erste, die diese Grenzen übertreten hat. Aber das ist okay. Diese Rolle des Diplomaten passt doch viel besser zu Zach. Er wird etwas draus machen. Etwas Gutes. So ist er eben. Zuerst dachte ich, er nutzt es nur aus, um Ginny zu sehen und ihr näher zu sein. Aber jetzt glaube ich, er will wirklich das sein für andere. Nicht nur für Slytherins, sondern für alle. Es ist ihm völlig egal, woher der andere kommt. Zach ist einfach ein Guter. Aber das weißt du ja schon." Sie lächelte charmant.
Zach war das Allerletzte worüber ich in dem Moment sprechen wollte. Ich wusste, dasselbe galt für Hermine. Ich konnte es spüren. Sie wollte nur spielen und mir zeigen, dass ich ihr nicht das Gefühl geben konnte, etwas Besonderes zu sein. Mein Spielzeug zu sein und sich von mir benutzen zu lassen, das war, was sie wollte. Sie wollte zu einem wertlosen Ding werden. Bedeutungslos. Ich wusste nur nicht, wieso. Sie war so verdammt widersprüchlich.
Wir stiegen schweigend die vielen Treppen hinauf bis in den siebten Stock. Es störte mich, dass sie nicht wieder gefragt hatte, wohin wir gehen. Es schienihr egal zu sein, in welche dunkle, verlassene und schmutzige Ecke ich sie diesmal zog. Das alles war nichts Neues mehr für sie. Vor dem Bad der Präfekten blieb ich schließlich stehen und betrachtete Hermine.
"Wir gehen baden?", fragte sie dann doch etwas überrascht.
"Was?", fragte ich und sah sie kühl an. "Ist dir das nicht dreckig genug? Willst du zurück in die Kerker und es dort treiben? Oder in den Verbotenen Wald im Schlamm liegen?" Ich trat näher an sie heran und konnte ihre Augenlider flackern sehen. "Hast du es lieber, dass ich dir wieder wehtue?", sagte ich leiser.
Sie schwieg, aber ihr Blick wurde weicher. Nicht liebevoll, aber gefügiger. Sie wollte das. Sie wollte von mir benutzt und weggeworfen werden. Da wurde es mir das erste Mal bewusst: Hermine benutzte mich. Ich hatte ihr genau das immer wieder gegeben.
Ich starrte sie noch einen Moment an, während sie sehnsüchtig auf die nächste Erniedrigung wartete. Doch die würde ich ihr nicht so einfach geben. All das hatte von nun an einen neuen Preis.
Im Bad der Präfekten lag ein leichter Blütenduft in der Luft. Wir waren allein und ich verschloss die Tür hinter uns. Meinen Umgang schmiss ich über einen Stuhl und drehte das heiße Wasser auf. Ich hielt meine Hand unter den Strahl, um die Temperatur zu prüfen und beobachtete, wie das Wasser durch meine Finger floss. Einen Moment wirkte es als würde es meine Hand gar nicht berühren und direkt durch mich hindurch fließen. Als würde sich mein Körper auflösen. Ich kniff die Augen zusammen und öfnnete sie wieder. Das Wasser pralle von meiner Hand ab. War ich nur übermüdet gewesen? Hatte ich mir das nur eingebildet? Oder begann ich wirklich schwächer zu werden? Ich ballte meine Hand zu einer Faust.
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Geblendet - Tomione
FanfictionMit einem Avada Kedavra lassen sich Horkruxe nicht zerstören. Doch niemand ahnt, dass das Seelenstück von Voldemort, welches mehr als 16 Jahre in Harry lebte, mit genau diesem Fluch freigesetz wurde. Es braucht nur noch den Stein der Auferstehung un...
